{"id":10921,"date":"2022-11-22T11:29:28","date_gmt":"2022-11-22T10:29:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/?p=10921"},"modified":"2023-01-26T15:36:52","modified_gmt":"2023-01-26T14:36:52","slug":"einen-augenblick-staunen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/","title":{"rendered":"Einen Augenblick staunen"},"content":{"rendered":"<!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-10921\" data-postid=\"10921\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-10921 themify_builder tf_clear\">\n    \t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_x14f706 tb_first tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_ee68707 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_mwck499   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <p><strong>Einen Augenblick staunen &#8211; Variationen \u00fcber Sterben, Nachhaltigkeit und friedfertiges Leben<\/strong><br \/>von Thomas Gr\u00f6bly<\/p>\n<pre>Buchbesprechung von Rhea Schneeberger<\/pre>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Das dritte Buch von Thomas Gr\u00f6bly ist eine Sammlung von Essays \u00fcber das Leben und den Tod. Seit kurzem stolzer Grossvater ist der Autor unheilbar erkrankt an einer Nervenkrankheit, an der er voraussichtlich sterben wird. Er beschreibt den Verlauf seiner Krankheit, wie immer mehr Selbstverst\u00e4ndlichkeiten im Alltag zu Herausforderungen werden, wie es sich anf\u00fchlt auf mehr, als nur emotionale Unterst\u00fctzung von seinem Umfeld angewiesen zu sein. Wie ihm all das aber auch neue Betrachtungsweisen er\u00f6ffnet- wenn die Welt um ihn herum etwas kleiner wird, bekommt er eben die Chance sie etwas genauer zu betrachten. Sein Enkel Norin scheint darin eine wichtige Rolle zu spielen. Durch Norin, der in seiner kleinen Welt, in der er ebenfalls voll abh\u00e4ngig von seinem direkten Umfeld ist, jeden Tag etwas neues lernen, entdecken und sich damit jeden Tag ein neues St\u00fcck Leben dazugewinnen kann, durchleuchtet er die Gegens\u00e4tze der beiden Lebenssituationen. Aber er findet auch Gemeinsamkeiten, gerade im Entdeckergeist der beiden. Der Enkel der sein bevorstehendes Leben langsam entdeckt und der Grossvater, der nicht weniger neugierig die Auswirkungen seiner Krankheit und das bevorstehende Lebensende ergr\u00fcndet. Zudem scheint sich durch Norin auch ein Kreislauf f\u00fcr Thomas Gr\u00f6bly zu schliessen. Ein Kreislauf, der als Analogie zur Nachhaltigkeit dient. Wie es im Untertitel bereits angedeutet ist, sind Thomas Gr\u00f6bly,als gelernter Bauer und Ethiker, nachhaltige Konzepte ein grosses Anliegen und deren Umsetzung und Verbreitung ein w\u00e4hrendes Agitationsfeld, sei es im Bezug auf die Landwirtschaft, die globalen sozialen Verh\u00e4ltnisse oder das sich ver\u00e4ndernde Klima. Man merkt Thomas Gr\u00f6bly ist ein aktiver Mensch, der hinschaut, aber ohne sich in der Misere zu verlieren, sondern immer wieder neue Wege sucht um \u00abetwas\u00bb zum Positiven zu ver\u00e4ndern. Dies tut er im st\u00e4ndigen Austausch mit Mitstreiterinnen. Er sch\u00e4tzt das Gl\u00fcck seiner Familie, im Wissen darum, das andere mehr zu k\u00e4mpfen haben im Leben. Er ist sich bewusst, dass sein Enkel in einer ganz anderen Welt aufwachsen wird, als er selbst sie erlebt hat und dass Norin einer Generation angeh\u00f6rt, die dass volle Ausmass der Klimakatastrophe abbekommen wird. Das be\u00e4ngstigt.<\/p>\n<p>In der Hoffnung auf Ver\u00e4nderung setzt er bewusst trotzdem auf den langsamen, achtsamen, pazifistischen und vern\u00fcnftigen Weg. Er setzt auf die Friedfertigkeit. Der Begriff ist sehr bewusst gew\u00e4hlt. Friedfertigkeit sei positiver als Gewaltlosigkeit, impliziere eine erlernbare F\u00e4higkeit und ein Konzept das nicht nur unter Menschen sondern gegen\u00fcber der gesamten Umwelt angewandt werden kann.<\/p>\n<p>Als reformierter Theologe hat sich Gr\u00f6bly offensichtlich schon oft vertieft mit dem Sterben, dem Tod und seinen Folgen auseinandergesetzt. Nun nimmt er eine neue Perspektive darin ein. Mich beeindruckt die Neugier, mit der er diesem Lebensabschnitt begegnet, wie er den Tod als Teil eines nat\u00fcrlichen Kreislaufs wahrnimmt und der eigenen Endlichkeit etwas Positives abgewinnt, wie er selbst auch schreibt: \u00abMit gef\u00e4llt die Idee den Tod als ein grosses Ja zum Leben zu deuten. F\u00fchle ich mich in das riesige Lebensnetz eingebunden, dann ist mein Leben sinnvoll. Denn ohne Gleichgewicht zwischen Werden und Vergehen gibt es keine gesunde Gemeinschaft. Die Idee eines ewigen Lebens ist eine schwere St\u00f6rung.\u00bb<\/p>\n<p>Alles in allem habe ich den Eindruck, dass er seine Situation im Schreiben mit einer gewissen N\u00fcchternheit betrachten kann. Gr\u00f6bly gibt in seinem Buch dem Sterben und dem Tod den notwendigen Raum, den es braucht, ohne sich aus einem Zusammenhang zu l\u00f6sen und sich st\u00e4ndig im Verh\u00e4ltnis und Austausch mit seinem Umfeld zu betrachten. Ich sp\u00fcre zwischendurch etwas Wehmut \u00fcber alles was nicht mehr geht, aber nie grosse Wut oder starke Niedergeschlagenheit. Mindestens so grosse Trauer seinerseits empfinde ich beim Lesen tats\u00e4chlich, wenn er \u00fcber die kranke Erde schreibt, \u00fcber die Degradierung von Lebewesen zu Waren und \u00fcber das zerst\u00f6rerische Missverh\u00e4ltnis zwischen den modernen Menschen, der Wirtschaft und dem technologischen Fortschritt zur Natur. In dem Wissen darum, in welchen Zustand die Welt f\u00fcr kommende Generation hinterlassen wird, wird Gr\u00f6bly nicht m\u00fcde Ursachen zu benennen, fragw\u00fcrdige Entwicklungen anzuzweifeln und \u00fcber L\u00f6sungsans\u00e4tze zu philosophieren auf geistig spiritueller Ebene, aber auch ganz praktisch, anhand konkreter Initiativen. Darin offenbart sich ein k\u00e4mpferischer Geist.<\/p>\n<p>So beeindruckend ich Thomas Gr\u00f6blys Umgang mit seinem bevorstehenden Tod finde, so missmutig hat mich tats\u00e4chlich das Ende des Buches gemacht. Ganz zum Schluss hat der Autor einen Text mit dem Titel \u00ab \u00abIch will bei meinem eigenen Sterben dabei sein\u00bb- Gedanken zu meinem Sterben\u00bb angeh\u00e4ngt. Darin macht er sich Gedanken \u00fcber sein eigentliches Sterben, wie es sein wird immer unselbst\u00e4ndiger zu werden, zunehmend die Kontrolle \u00fcber die eigenen K\u00f6rperfunktionen zu verlieren und mit Leid und Schmerz konfrontiert zu sein. Aber auch darin sieht er die M\u00f6glichkeit neue Erfahrungen zu machen, die eben auch zum Leben geh\u00f6ren. Er macht sich in diesem Zug Gedanken \u00fcber Sterbehilfe und vergleicht den assistierten Suizid mit dem \u00abnat\u00fcrlichen\u00bb Sterben. Obwohl er betont, dass er niemanden verurteilt, der diesen Weg des Sterbens w\u00e4hlt und obwohl er sich auch nicht selber sicher sein kann, dass er letztendlich nicht auch diesen Weg w\u00e4hlen wird, \u00fcbt er doch eher verurteilende Kritik am assistierten Suizid. Er betrachtet ihn als \u00ab &#8230;letzten Akt der Todesverdr\u00e4ngung und Selbstoptimierung..\u00bb und \u00ab &#8230;auf einen technokratischen Prozess reduziert und gewaltt\u00e4tig.\u00bb<\/p>\n<p>In diesem Kapitel wird deutlich, wie er auch fr\u00fcher im Buch schon selbst festgestellt hat, dass der Autor aus einer sehr privilegierten Situation schreibt. Finanziell gut abgesichert, eingebettet in ein stabiles famili\u00e4res Verh\u00e4ltnis, mental zwar enorm herausgefordert aber gesund darf er sich in den Entscheidungen zu seinem Sterben stets unterst\u00fctzt und begleitet f\u00fchlen. Dem Entscheid sein eigenes Leben durch assistierten Suizid zu beenden muss ebenfalls eine enorme Auseinandersetzung mit sich selber vorausgehen und ist wohl wirklich nur von Betroffenen nachvollziehbar. Es mag weniger spirituell wirken, als jede einzelne Phase des Sterbens bewusst mitzuerleben, aber es ist eine starke selbstbestimmte Entscheidung, deren Umsetzung ebenfalls enorme Willenskraft und entsprechend auch Lebensenergie erfordert.\u00a0<\/p>\n<p>Gr\u00f6blys Texte werden jeweils mit einem eigenen Gedicht eingeleitet. Wie auch in seiner Prosa bedient sich Gr\u00f6bly auch in seinen Gedichten an starken Naturbez\u00fcgen. Seiner Liebe zur Lyrik hat er eigens ein Kapitel gewidmet, in dem die Lyrik f\u00fcr mich etwas entstaubt und ihr als Ausdrucksform einen grossen Wert beigemessen wird. In seinen Texten zitiert Gr\u00f6bly aus vielf\u00e4ltigen Werken von Khalil Gibran \u00fcber Vandana Shiva bis hin zu Charly Brown und gibt ganz nebenbei viele wertvolle Literaturtipps weiter.<\/p>\n<p>In Form dieses Buches gibt er seinem Enkel Norin ein wundersch\u00f6nes Erbe weiter. Jedes einzelne Kapitel regt zu eigenen Gedankenspielen an und verleitet dazu auch selbst mal wieder zu entschleunigen, inne zu halten und somit eigene Augenblicke des Staunens auch wieder zuzulassen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00abEinen Augenblick staunen\u00bb von Thomas Gr\u00f6bly<br \/>ISBN 928-3-03881-009-4<br \/>Edition Verlag Volles Haus, August 2022<br \/><a href=\"https:\/\/www.volleshaus.ch\">www.volleshaus.ch<\/a><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t<\/div>\n<!--\/themify_builder_content-->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Augenblick staunen &#8211; Variationen \u00fcber Sterben, Nachhaltigkeit und friedfertiges Leben<br \/>\nvon Thomas Gr\u00f6bly<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":10928,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-10921","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-verschiedene","has-post-title","has-post-date","has-post-category","has-post-tag","has-post-comment","has-post-author",""],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v23.8 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Einen Augenblick staunen - Agrarinfo<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Ein Augenblick staunen - Variationen \u00fcber Sterben, Nachhaltigkeit und friedfertiges Leben von Thomas Gr\u00f6bly\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Einen Augenblick staunen - Agrarinfo\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ein Augenblick staunen - Variationen \u00fcber Sterben, Nachhaltigkeit und friedfertiges Leben von Thomas Gr\u00f6bly\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Agrarinfo\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/agrarinfo.ch\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2022-11-22T10:29:28+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2023-01-26T14:36:52+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/11\/Einen_Augenblick_Staunen_Cover_front-bas.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"1024\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"585\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Rhea Schneeberger\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:creator\" content=\"@agrar_info\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@agrar_info\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Rhea Schneeberger\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/\"},\"author\":{\"name\":\"Rhea Schneeberger\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/person\/5698f4d8713a029de2398b3b1d4d9729\"},\"headline\":\"Einen Augenblick staunen\",\"datePublished\":\"2022-11-22T10:29:28+00:00\",\"dateModified\":\"2023-01-26T14:36:52+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/\"},\"wordCount\":1169,\"commentCount\":0,\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#organization\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/11\/Einen_Augenblick_Staunen_Cover_front-bas.jpg\",\"articleSection\":[\"Verschiedene\"],\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"CommentAction\",\"name\":\"Comment\",\"target\":[\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/#respond\"]}]},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/\",\"url\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/\",\"name\":\"Einen Augenblick staunen - Agrarinfo\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/11\/Einen_Augenblick_Staunen_Cover_front-bas.jpg\",\"datePublished\":\"2022-11-22T10:29:28+00:00\",\"dateModified\":\"2023-01-26T14:36:52+00:00\",\"description\":\"Ein Augenblick staunen - Variationen \u00fcber Sterben, Nachhaltigkeit und friedfertiges Leben von Thomas Gr\u00f6bly\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/11\/Einen_Augenblick_Staunen_Cover_front-bas.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/11\/Einen_Augenblick_Staunen_Cover_front-bas.jpg\",\"width\":1024,\"height\":585},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Accueil\",\"item\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Einen Augenblick staunen\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#website\",\"url\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/\",\"name\":\"Agrarinfo\",\"description\":\"Just another bienvu.ch site\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#organization\",\"name\":\"agrarinfo.ch\",\"alternateName\":\"agrarinfo.ch\",\"url\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/logo\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/agrarinfo_A_quadrat.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/agrarinfo_A_quadrat.jpg\",\"width\":1107,\"height\":1105,\"caption\":\"agrarinfo.ch\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/logo\/image\/\"},\"sameAs\":[\"https:\/\/www.facebook.com\/agrarinfo.ch\",\"https:\/\/x.com\/agrar_info\",\"https:\/\/www.instagram.com\/agrarinfo.ch\/\",\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/agrarinfo-ch-8894342a0\/\"]},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/person\/5698f4d8713a029de2398b3b1d4d9729\",\"name\":\"Rhea Schneeberger\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/4c886987bdb2ed4b9a3fccad335ca0f0a134934e514b5c7f66215622a278ff16?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/4c886987bdb2ed4b9a3fccad335ca0f0a134934e514b5c7f66215622a278ff16?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Rhea Schneeberger\"}}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Einen Augenblick staunen - Agrarinfo","description":"Ein Augenblick staunen - Variationen \u00fcber Sterben, Nachhaltigkeit und friedfertiges Leben von Thomas Gr\u00f6bly","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Einen Augenblick staunen - Agrarinfo","og_description":"Ein Augenblick staunen - Variationen \u00fcber Sterben, Nachhaltigkeit und friedfertiges Leben von Thomas Gr\u00f6bly","og_url":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/","og_site_name":"Agrarinfo","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/agrarinfo.ch","article_published_time":"2022-11-22T10:29:28+00:00","article_modified_time":"2023-01-26T14:36:52+00:00","og_image":[{"width":1024,"height":585,"url":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/11\/Einen_Augenblick_Staunen_Cover_front-bas.jpg","type":"image\/jpeg"}],"author":"Rhea Schneeberger","twitter_card":"summary_large_image","twitter_creator":"@agrar_info","twitter_site":"@agrar_info","twitter_misc":{"Verfasst von":"Rhea Schneeberger"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/"},"author":{"name":"Rhea Schneeberger","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/person\/5698f4d8713a029de2398b3b1d4d9729"},"headline":"Einen Augenblick staunen","datePublished":"2022-11-22T10:29:28+00:00","dateModified":"2023-01-26T14:36:52+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/"},"wordCount":1169,"commentCount":0,"publisher":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#organization"},"image":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/11\/Einen_Augenblick_Staunen_Cover_front-bas.jpg","articleSection":["Verschiedene"],"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"CommentAction","name":"Comment","target":["https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/#respond"]}]},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/","url":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/","name":"Einen Augenblick staunen - Agrarinfo","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/11\/Einen_Augenblick_Staunen_Cover_front-bas.jpg","datePublished":"2022-11-22T10:29:28+00:00","dateModified":"2023-01-26T14:36:52+00:00","description":"Ein Augenblick staunen - Variationen \u00fcber Sterben, Nachhaltigkeit und friedfertiges Leben von Thomas Gr\u00f6bly","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/#primaryimage","url":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/11\/Einen_Augenblick_Staunen_Cover_front-bas.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/11\/Einen_Augenblick_Staunen_Cover_front-bas.jpg","width":1024,"height":585},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/einen-augenblick-staunen\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Accueil","item":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Einen Augenblick staunen"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#website","url":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/","name":"Agrarinfo","description":"Just another bienvu.ch site","publisher":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#organization","name":"agrarinfo.ch","alternateName":"agrarinfo.ch","url":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/agrarinfo_A_quadrat.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/agrarinfo_A_quadrat.jpg","width":1107,"height":1105,"caption":"agrarinfo.ch"},"image":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/agrarinfo.ch","https:\/\/x.com\/agrar_info","https:\/\/www.instagram.com\/agrarinfo.ch\/","https:\/\/www.linkedin.com\/in\/agrarinfo-ch-8894342a0\/"]},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/person\/5698f4d8713a029de2398b3b1d4d9729","name":"Rhea Schneeberger","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/4c886987bdb2ed4b9a3fccad335ca0f0a134934e514b5c7f66215622a278ff16?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/4c886987bdb2ed4b9a3fccad335ca0f0a134934e514b5c7f66215622a278ff16?s=96&d=mm&r=g","caption":"Rhea Schneeberger"}}]}},"builder_content":"<p><strong>Einen Augenblick staunen - Variationen \u00fcber Sterben, Nachhaltigkeit und friedfertiges Leben<\/strong><br \/>von Thomas Gr\u00f6bly<\/p> <pre>Buchbesprechung von Rhea Schneeberger<\/pre> <p>\u00a0<\/p> <p>Das dritte Buch von Thomas Gr\u00f6bly ist eine Sammlung von Essays \u00fcber das Leben und den Tod. Seit kurzem stolzer Grossvater ist der Autor unheilbar erkrankt an einer Nervenkrankheit, an der er voraussichtlich sterben wird. Er beschreibt den Verlauf seiner Krankheit, wie immer mehr Selbstverst\u00e4ndlichkeiten im Alltag zu Herausforderungen werden, wie es sich anf\u00fchlt auf mehr, als nur emotionale Unterst\u00fctzung von seinem Umfeld angewiesen zu sein. Wie ihm all das aber auch neue Betrachtungsweisen er\u00f6ffnet- wenn die Welt um ihn herum etwas kleiner wird, bekommt er eben die Chance sie etwas genauer zu betrachten. Sein Enkel Norin scheint darin eine wichtige Rolle zu spielen. Durch Norin, der in seiner kleinen Welt, in der er ebenfalls voll abh\u00e4ngig von seinem direkten Umfeld ist, jeden Tag etwas neues lernen, entdecken und sich damit jeden Tag ein neues St\u00fcck Leben dazugewinnen kann, durchleuchtet er die Gegens\u00e4tze der beiden Lebenssituationen. Aber er findet auch Gemeinsamkeiten, gerade im Entdeckergeist der beiden. Der Enkel der sein bevorstehendes Leben langsam entdeckt und der Grossvater, der nicht weniger neugierig die Auswirkungen seiner Krankheit und das bevorstehende Lebensende ergr\u00fcndet. Zudem scheint sich durch Norin auch ein Kreislauf f\u00fcr Thomas Gr\u00f6bly zu schliessen. Ein Kreislauf, der als Analogie zur Nachhaltigkeit dient. Wie es im Untertitel bereits angedeutet ist, sind Thomas Gr\u00f6bly,als gelernter Bauer und Ethiker, nachhaltige Konzepte ein grosses Anliegen und deren Umsetzung und Verbreitung ein w\u00e4hrendes Agitationsfeld, sei es im Bezug auf die Landwirtschaft, die globalen sozialen Verh\u00e4ltnisse oder das sich ver\u00e4ndernde Klima. Man merkt Thomas Gr\u00f6bly ist ein aktiver Mensch, der hinschaut, aber ohne sich in der Misere zu verlieren, sondern immer wieder neue Wege sucht um \u00abetwas\u00bb zum Positiven zu ver\u00e4ndern. Dies tut er im st\u00e4ndigen Austausch mit Mitstreiterinnen. Er sch\u00e4tzt das Gl\u00fcck seiner Familie, im Wissen darum, das andere mehr zu k\u00e4mpfen haben im Leben. Er ist sich bewusst, dass sein Enkel in einer ganz anderen Welt aufwachsen wird, als er selbst sie erlebt hat und dass Norin einer Generation angeh\u00f6rt, die dass volle Ausmass der Klimakatastrophe abbekommen wird. Das be\u00e4ngstigt.<\/p> <p>In der Hoffnung auf Ver\u00e4nderung setzt er bewusst trotzdem auf den langsamen, achtsamen, pazifistischen und vern\u00fcnftigen Weg. Er setzt auf die Friedfertigkeit. Der Begriff ist sehr bewusst gew\u00e4hlt. Friedfertigkeit sei positiver als Gewaltlosigkeit, impliziere eine erlernbare F\u00e4higkeit und ein Konzept das nicht nur unter Menschen sondern gegen\u00fcber der gesamten Umwelt angewandt werden kann.<\/p> <p>Als reformierter Theologe hat sich Gr\u00f6bly offensichtlich schon oft vertieft mit dem Sterben, dem Tod und seinen Folgen auseinandergesetzt. Nun nimmt er eine neue Perspektive darin ein. Mich beeindruckt die Neugier, mit der er diesem Lebensabschnitt begegnet, wie er den Tod als Teil eines nat\u00fcrlichen Kreislaufs wahrnimmt und der eigenen Endlichkeit etwas Positives abgewinnt, wie er selbst auch schreibt: \u00abMit gef\u00e4llt die Idee den Tod als ein grosses Ja zum Leben zu deuten. F\u00fchle ich mich in das riesige Lebensnetz eingebunden, dann ist mein Leben sinnvoll. Denn ohne Gleichgewicht zwischen Werden und Vergehen gibt es keine gesunde Gemeinschaft. Die Idee eines ewigen Lebens ist eine schwere St\u00f6rung.\u00bb<\/p> <p>Alles in allem habe ich den Eindruck, dass er seine Situation im Schreiben mit einer gewissen N\u00fcchternheit betrachten kann. Gr\u00f6bly gibt in seinem Buch dem Sterben und dem Tod den notwendigen Raum, den es braucht, ohne sich aus einem Zusammenhang zu l\u00f6sen und sich st\u00e4ndig im Verh\u00e4ltnis und Austausch mit seinem Umfeld zu betrachten. Ich sp\u00fcre zwischendurch etwas Wehmut \u00fcber alles was nicht mehr geht, aber nie grosse Wut oder starke Niedergeschlagenheit. Mindestens so grosse Trauer seinerseits empfinde ich beim Lesen tats\u00e4chlich, wenn er \u00fcber die kranke Erde schreibt, \u00fcber die Degradierung von Lebewesen zu Waren und \u00fcber das zerst\u00f6rerische Missverh\u00e4ltnis zwischen den modernen Menschen, der Wirtschaft und dem technologischen Fortschritt zur Natur. In dem Wissen darum, in welchen Zustand die Welt f\u00fcr kommende Generation hinterlassen wird, wird Gr\u00f6bly nicht m\u00fcde Ursachen zu benennen, fragw\u00fcrdige Entwicklungen anzuzweifeln und \u00fcber L\u00f6sungsans\u00e4tze zu philosophieren auf geistig spiritueller Ebene, aber auch ganz praktisch, anhand konkreter Initiativen. Darin offenbart sich ein k\u00e4mpferischer Geist.<\/p> <p>So beeindruckend ich Thomas Gr\u00f6blys Umgang mit seinem bevorstehenden Tod finde, so missmutig hat mich tats\u00e4chlich das Ende des Buches gemacht. Ganz zum Schluss hat der Autor einen Text mit dem Titel \u00ab \u00abIch will bei meinem eigenen Sterben dabei sein\u00bb- Gedanken zu meinem Sterben\u00bb angeh\u00e4ngt. Darin macht er sich Gedanken \u00fcber sein eigentliches Sterben, wie es sein wird immer unselbst\u00e4ndiger zu werden, zunehmend die Kontrolle \u00fcber die eigenen K\u00f6rperfunktionen zu verlieren und mit Leid und Schmerz konfrontiert zu sein. Aber auch darin sieht er die M\u00f6glichkeit neue Erfahrungen zu machen, die eben auch zum Leben geh\u00f6ren. Er macht sich in diesem Zug Gedanken \u00fcber Sterbehilfe und vergleicht den assistierten Suizid mit dem \u00abnat\u00fcrlichen\u00bb Sterben. Obwohl er betont, dass er niemanden verurteilt, der diesen Weg des Sterbens w\u00e4hlt und obwohl er sich auch nicht selber sicher sein kann, dass er letztendlich nicht auch diesen Weg w\u00e4hlen wird, \u00fcbt er doch eher verurteilende Kritik am assistierten Suizid. Er betrachtet ihn als \u00ab ...letzten Akt der Todesverdr\u00e4ngung und Selbstoptimierung..\u00bb und \u00ab ...auf einen technokratischen Prozess reduziert und gewaltt\u00e4tig.\u00bb<\/p> <p>In diesem Kapitel wird deutlich, wie er auch fr\u00fcher im Buch schon selbst festgestellt hat, dass der Autor aus einer sehr privilegierten Situation schreibt. Finanziell gut abgesichert, eingebettet in ein stabiles famili\u00e4res Verh\u00e4ltnis, mental zwar enorm herausgefordert aber gesund darf er sich in den Entscheidungen zu seinem Sterben stets unterst\u00fctzt und begleitet f\u00fchlen. Dem Entscheid sein eigenes Leben durch assistierten Suizid zu beenden muss ebenfalls eine enorme Auseinandersetzung mit sich selber vorausgehen und ist wohl wirklich nur von Betroffenen nachvollziehbar. Es mag weniger spirituell wirken, als jede einzelne Phase des Sterbens bewusst mitzuerleben, aber es ist eine starke selbstbestimmte Entscheidung, deren Umsetzung ebenfalls enorme Willenskraft und entsprechend auch Lebensenergie erfordert.\u00a0<\/p> <p>Gr\u00f6blys Texte werden jeweils mit einem eigenen Gedicht eingeleitet. Wie auch in seiner Prosa bedient sich Gr\u00f6bly auch in seinen Gedichten an starken Naturbez\u00fcgen. Seiner Liebe zur Lyrik hat er eigens ein Kapitel gewidmet, in dem die Lyrik f\u00fcr mich etwas entstaubt und ihr als Ausdrucksform einen grossen Wert beigemessen wird. In seinen Texten zitiert Gr\u00f6bly aus vielf\u00e4ltigen Werken von Khalil Gibran \u00fcber Vandana Shiva bis hin zu Charly Brown und gibt ganz nebenbei viele wertvolle Literaturtipps weiter.<\/p> <p>In Form dieses Buches gibt er seinem Enkel Norin ein wundersch\u00f6nes Erbe weiter. Jedes einzelne Kapitel regt zu eigenen Gedankenspielen an und verleitet dazu auch selbst mal wieder zu entschleunigen, inne zu halten und somit eigene Augenblicke des Staunens auch wieder zuzulassen.<\/p> <p>\u00a0<\/p> <p>\u00abEinen Augenblick staunen\u00bb von Thomas Gr\u00f6bly<br \/>ISBN 928-3-03881-009-4<br \/>Edition Verlag Volles Haus, August 2022<br \/><a href=\"https:\/\/www.volleshaus.ch\">www.volleshaus.ch<\/a><\/p>","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10921","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10921"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10921\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11465,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10921\/revisions\/11465"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10928"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10921"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10921"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10921"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}