{"id":11228,"date":"2022-12-12T08:48:20","date_gmt":"2022-12-12T07:48:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/?p=11228"},"modified":"2023-01-19T13:26:22","modified_gmt":"2023-01-19T12:26:22","slug":"fairer-handel-fuer-alle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/gesellschaft\/wirtschaft\/fairer-handel-fuer-alle\/","title":{"rendered":"Fairer Handel f\u00fcr uns alle!"},"content":{"rendered":"<!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-11228\" data-postid=\"11228\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-11228 themify_builder tf_clear\">\n    \t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"intro\" id=\"paragraphe1\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-intro tb_8wcf717 tb_first tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_o195717 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_a04k717   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <p><span style=\"font-weight: 400;\">Jeweils am\u00a0 10. Dezember ist der Internationale Tag der Menschenrechte. Dazu geh\u00f6ren auch die Rechte der B\u00e4uerinnen und Bauern! Ein Beruf, der zu gering gesch\u00e4tzt wird, obwohl er f\u00fcr uns\u00a0 Menschen lebenswichtig ist; ohne Essen wird es eng. Ausser wir beginnen uns selbst zu versorgen, warum nicht, aber bis dahin brauchen wir unsere Landwirt.innen und sie brauchen im Gegenzug unsere Anerkennung, sowohl gesellschaftlich als auch finanziell.<\/span><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"TOC\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_5ucu716 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_vzxj716 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_fazx716  repeat \" data-lazy=\"1\">\n    <h3 class=\"module-title\">Table de mati\u00e8re<\/h3>    <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <p><a href=\"#wert\">Der Beruf der B\u00e4uerinnen und Bauern\u00a0 &#8211; ein geringgesch\u00e4tztes Metier<\/a><br \/><a href=\"#gerecht-und-fair\">Gerechter und fairer Handel<\/a><br \/><a href=\"#kriterien\">Die f\u00fcnf Kriterien der Fair Trade Towns<\/a><br \/><a href=\"#neudenken\">Entwicklung des Wirtschaftsmodells und der Gesetzgebung<\/a><br \/><a href=\"#links\">Weiterf\u00fchrende Links<\/a><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"wert\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-wert tb_mluw717 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_lxq7717 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_xbtf717   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>Der Beruf der B\u00e4uerinnen und Bauern &#8211; ein geringgesch\u00e4tztes Metier<\/h2><p>Die Covid-Krise hat die Bedeutung der lokalen Versorgung hervorgehoben und die Arbeit der Landwirt.innen wieder ins Rampenlicht ger\u00fcckt. Mein Nachbarbauer hatte mich w\u00e4hrend der Covid-Einschr\u00e4nkungen \u00fcberrascht, als er mir anvertraute, dass er seither in seinem Traktor gegr\u00fcsst werde, w\u00e4hrend er fr\u00fcher manchmal beschimpft worden sei. W\u00e4hrend der Gesundheitskrise verlangsamte sich die Welt, die Verbraucher.innen hatten mehr Zeit f\u00fcr das Wesentliche, unter anderem f\u00fcr die Ern\u00e4hrung. Das war der Aufschwung der Hofl\u00e4den, der Unverpackt-L\u00e4den, der Korblieferungen und Vertragslandwirtschaftsprojekte. Aber seit die Welt wieder ihren h\u00f6llischen Rhythmus aufgenommen hat und die alten Gewohnheiten des Profitstrebens und des Schn\u00e4ppchenjagens \u00fcberhaupt wieder eingesetzt haben, ist das langsame Sterben der Kollektiv- und Hofl\u00e4den zu beobachten. &#8222;Noch im letzten Jahr hat in der Schweiz 1% aller landwirtschaftlichen Betriebe aufgegeben&#8220;. Die jungen Generationen haben wenig Interesse an diesem gering gesch\u00e4tzten Beruf und finden in der aktuellen Schweizer Ausbildung keine angemessene Antwort auf ihre sozial-\u00f6kologischen Ideale.<\/p><p>An der Tagung zum Weltern\u00e4hrungstag in Meyrin wurde das Thema vehement diskutiert und es kam klar heraus, dass die Produzent.innen als aktive Akteur.innen im Ern\u00e4hrungssystem, und nicht nur als \u201coutput provider\u201d, erkannt werden m\u00fcssen. Die \u201cSensibilisierung\u201d der KonsumentInnen allein reicht nicht, um ihre Einkaufsgewohnheiten zu \u00e4ndern; ohne klare gesetzliche Rahmenbedingungen bleibt das Marktungleichgewicht zu Gunsten der Grossverteiler.<\/p><p>Nach jahrzehntelanger Globalisierung der Lebensmittelindustrie brauchen wir eine angemessene starke Antwort zur Wiederbelebung der lokalen Wirtschaft. Dazu passt u.a. die politische Forderung, dass Firmen dort, wo sie das Geld verdienen, ihren finanziellen, sozialen und \u00f6kologischen Verpflichtungen nachkommen m\u00fcssen.<\/p><p><span style=\"font-weight: 400;\">Theoretisch ist das alles m\u00f6glich, sofern der politische Wille vorhanden ist. Die Bewegung \u201cFair Trade Towns\u201d stosst in diese Richtung.<\/span><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"gerecht-und-fair\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-gerecht-und-fair tb_ukl2718 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_i0om718 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_jrex718   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>Gerechter und fairer Handel<\/h2><p>Im vergangenen November wurde der Stadt Genf der Titel &#8222;Fair Trade Town&#8220; verliehen, womit sie die 20. ausgezeichnete Schweizer Stadt ist und die bisher gr\u00f6sste. Da Genf die Stadt der internationalen Organisationen ist, ist dies ein starkes Signal f\u00fcr die Schweiz und die Welt. Mehr als die \u00dcbergabe eines &#8222;offiziellen Papiers&#8220; ist es eine Verpflichtung f\u00fcr die Stadt und insbesondere f\u00fcr ihren kommenden Stadtpr\u00e4sidenten Alfonso Gomez. Letzterer schloss seine Rede an den Titelverleihung mit dem Hinweis, dass sich der Begriff des fairen Handels nicht auf die Nord-S\u00fcd-Beziehungen und die in der \u00d6ffentlichkeit bekannten Bananen, Kaffee und Schokolade beschr\u00e4nke, sondern mehr denn je auf lokaler Ebene auf die Einf\u00fchrung eines nachhaltigen Konsumsystems abziele, das die Umwelt und die Menschenrechte besser respektiere: &#8222;Die Aufwertung der landwirtschaftlichen Funktion mit der Zahlung eines gerechten, eintr\u00e4glichen Einkommens ist eine grosse Herausforderung f\u00fcr die kommenden Jahrzehnte. F\u00fcr die Stadt Genf sind lokal und fair zwei sich perfekt erg\u00e4nzende Anforderungen. Der Verein Fair Trade Town geht noch weiter und spricht von Local Fair Trade (LFT), der lokalen Antwort auf eine Aufwertung der kurzen Vertriebswege und damit unserer Schweizer Landwirt.innen und Produzenten.innen, und zwar in der gesamten Kette von der Produktion \u00fcber die Verarbeitung bis hin zum Verkauf.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_jwbd718 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_y0id718 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_848w718   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #333333;\"><em>\u00abLocal Fair Trade (LFT), die lokale Antwort zur Aufwertung der kurzen Wege und damit unserer Schweizer Landwirt.innen und Produzenten.innen\u00bb<\/em><\/span><\/h2>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_sp3z468 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_q39e469 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_gbj5469   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <p><span style=\"font-weight: 400;\">Denn wer LFT sagt, meint zwangsl\u00e4ufig einen fairen, korrekten Preis, in erster Linie f\u00fcr die Produzent.innen, deren Bezahlung und Arbeitsbedingungen von entscheidender Bedeutung sind. Es ist nur richtig, den Wert der Arbeit und den Wert des Bodens in den Preis unserer Lebensmittel einzubeziehen und unsere Landwirt.innen gerecht zu entlohnen, damit sie davon leben, ihre Schulden bezahlen und sich eine w\u00fcrdige und nachhaltige Zukunft sichern k\u00f6nnen. So wird der Beruf aufgewertet und langfristig gesichert. &#8222;Dank eines nachhaltigen und fairen Konsums k\u00f6nnen wir positive Ver\u00e4nderungen einleiten&#8220; &#8211; dieser Slogan hat uns gefallen &#8211; auch als Leitmotiv.<\/span><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"kriterien\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-kriterien tb_pile406 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_2nsz407 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_fouo746  repeat \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>Die f\u00fcnf Kriterien, um eine Fair Trade Town zu werden:<\/h2>\n<ol>\n<li><strong>Die Stadt oder Gemeinde spricht sich f\u00fcr den fairen Handel aus<\/strong> und verpflichtet sich, mindestens drei Produkte aus fairem Handel in ihren Verwaltungsabteilungen anzubieten. Sie verpflichtet sich ausserdem, eine offizielle Veranstaltung zur Verleihung der Auszeichnung als Fair Trade Town zu organisieren.<\/li>\n<li><strong>Eine Arbeitsgruppe wird gebildet, die das Engagement der Stadt oder Gemeinde f\u00fcr den fairen Handel koordiniert<\/strong>, sich regelm\u00e4ssig trifft und mindestens einmal pro Jahr eine Aktivit\u00e4t im Zusammenhang mit dem fairen Handel organisiert (z. B. die im November in Genf organisierte Fair Week, um die Absurdit\u00e4t des &#8222;black friday&#8220; anzuprangern und unsere Konsumgewohnheiten zu hinterfragen).<\/li>\n<li><strong>Einzelh\u00e4ndler.innen und Gastronom.innen<\/strong><br \/><strong>bieten mehrere Fair-Trade-Produkte an<\/strong> und beteiligen sich an lokalen Aktionen zur F\u00f6rderung des fairen Handels.<\/li>\n<li><strong>Institutionen und Unternehmen verwenden und bevorzugen Produkte aus fairem Handel<\/strong>, sie beteiligen sich an lokalen Aktivit\u00e4ten und Runden Tischen zum fairen Handel.<\/li>\n<li><strong>Sensibilisierung der Bev\u00f6lkerung zum Thema fairer Handel<\/strong> \u00fcber die lokalen Medien und Informationen auf der offiziellen Website der Stadt oder Gemeinde. Die j\u00e4hrliche Veranstaltung und die Verleihung der Auszeichnung werden in den Kommunikationskan\u00e4len der Stadt ver\u00f6ffentlicht.<\/li>\n<\/ol>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"neudenken\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-neudenken tb_nah4718 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_wqc0718 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_05p6718   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>Eine Entwicklung des Wirtschaftsmodells und der Gesetzgebung<\/h2><p>Lara Baranzini, Sprecherin und Koordinatorin der Weltl\u00e4den in der Westschweiz, nahm die Gelegenheit der Feierlichkeiten zur Fair Trade Town Genf wahr, um uns aufzufordern, gemeinsam \u00fcber ein neues Wirtschaftsmodell nachzudenken, das v\u00f6llig anders ist als das heutige, denn wenn man die Produzent.innen gerecht entlohnen will, wirkt sich das auf den Verkaufspreis aus. Um diese Auswirkungen zu begrenzen, hat die Ladenkette der Weltl\u00e4den heute keine andere M\u00f6glichkeit, als mit Freiwilligen zu arbeiten. Genau dasselbe Problem haben auch partizipative Genossenschaftsl\u00e4den in \u00d6koquartieren und Hofl\u00e4den wie zum Beispiel die \u201cFerme de Bud\u00e9\u201d in Genf. Wie k\u00f6nnen wir die Diskussion voranbringen?<\/p><p>Die Stadt Genf weist mit ihrer <a href=\"https:\/\/www.geneve.ch\/sites\/default\/files\/2021-11\/charte-alimentation-durable-ville-geneve-octobre-2021.pdf\" class=\"mtli_attachment mtli_pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Charta f\u00fcr nachhaltige Ern\u00e4hrung<\/a> bereits in die richtige Richtung, und die dort festgelegten Ziele dienen als Referenz. Was den Lokalen Fairen Handel (LFH) angeht, k\u00f6nnen wir von unseren europ\u00e4ischen Nachbarn noch viel lernen. Als Reaktion auf die Preisvolatilit\u00e4t wurden in der EU in zahlreichen Wertsch\u00f6pfungsketten Labels geschaffen, die auf Vereinbarungen zwischen den involvierten Landwirt.innen, Lagerhalter.innenn, Verarbeiter.innenn und H\u00e4ndler.innenn beruhen und auf einer festen Laufzeit basieren, die den verschiedenen Akteur.innen innerhalb der Wertsch\u00f6pfungskette Sicherheit bietet. Samule Poos, Koordinator des Trade for Development Centre d\u2019Enabel (belgische Entwicklungsagentur), stellte an dem Verleihungsabend das belgische Modell und die Ergebnisse ihrer Studie zum lokalen belgischen und europ\u00e4ischen fairen Handel vor. Wie der Bericht zeigt, geht es den lokalen Fairhandelsinitiativen in Europa um faire Preise und Entlohnung: Ausgehend von den Produktionskosten und nicht vom Markt wird ein fairer Preis und eine faire Entlohnung in Absprache mit den Produzent.innen festgelegt. Diese m\u00fcssen organisiert sein, h\u00e4ufig in Form einer Genossenschaft.<\/p><p>Wie in einigen Regionen zu beobachten ist, f\u00f6rdern diese Zusammenschl\u00fcsse die Verankerung kurzer Kreisl\u00e4ufe und die Aufwertung in diesen Gebieten, indem sie Synergien zwischen den Akteur.innen anregen und gar die Entstehung weiterer Projekte initiieren. Einige haben sich sogar das Ziel einer regionalen Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t gesetzt. Es entstehen Bewegungen, die etwa in der Er\u00f6ffnung von Superm\u00e4rkte m\u00fcnden. Damit wird hier ein Wirtschaftsmodell gewagt, das den Zugang zu lokalen und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln nicht nur f\u00fcr privilegierte Schichten anbietet, sondern auch f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung mit geringerem Einkommen aus benachteiligten Stadtvierteln.<br \/>Ohne Gewinnmaximierung und die Vervielfachung von Zwischenh\u00e4ndlern k\u00f6nnen die Produkte zu angemessenen Preisen verkauft werden und alle Bev\u00f6lkerungsgruppen k\u00f6nnen davon profitieren.<\/p><p>Schliesslich stellt sich die Frage der Gesetzgebung. Bisher ist Frankreich das einzige europ\u00e4ische Land, das ein Gesetz verabschiedet hat, das den Begriff des fairen Handels beschreibt und anerkennt und sogar den Begriff &#8222;nachhaltige, autonome und transparente landwirtschaftliche Praktiken, die sich auf biologische und\/oder agrar\u00f6kologische Produktionsmethoden st\u00fctzen&#8220; in seine nationale Charta f\u00fcr fairen Handel in Frankreich aufgenommen hat. Ein solches Gesetz auf europ\u00e4ischer Ebene, inklusive der Schweiz, w\u00fcrde die Situation kl\u00e4ren und einen soliden Rahmen schaffen, der es erm\u00f6glicht, eine Alternative zum produktivistischen Modell (welches ausschliesslich von der Lebensmittelindustrie und den grossen Handelsketten gesteuert wird), anzubieten. So w\u00fcrden Konsument.innen, aber vor allem B\u00e4uerinnen und Bauern wieder mehr Macht und Wertsch\u00e4tzung erlangen. Ein Gesetz zum Schutz des Berufsstandes und zum Fortbestand lokaler und nachhaltiger Nahrungsmittelsysteme, das zuk\u00fcnftigen B\u00e4uerinnen und Bauern Hoffnung gibt. Wir vom agrarinfo.ch sagen \u201cJa\u201d.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"links\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-links tb_87qt718 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_k4iq718 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_oiv2718   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>weiterf\u00fchrende Links<\/h2><ul><li><a href=\"https:\/\/www.weltagrarbericht.de\/themen-des-weltagrarberichts\/ernaehrungssouveraenitaet.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"font-weight: 400;\">Weltagrarbericht Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t<\/span><\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.fairtradetown.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.fairtradetown.ch<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.swissfairtrade.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"font-weight: 400;\">www.swissfairtrade.ch<\/span><\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.tdc-enabel.be\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Le-commerce-equitable-belge-et-europeen.pdf\" class=\"mtli_attachment mtli_pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"font-weight: 400;\">Rapport sur Le commerce \u00e9quitable local belge et europ\u00e9en<\/span><\/a><\/li><\/ul>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t<\/div>\n<!--\/themify_builder_content-->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach jahrzehntelanger Globalisierung der Lebensmittelindustrie brauchen wir eine angemessene starke Antwort  Die &#8222;Fair Trade Towns&#8220; stossen in diese Richtung.<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":11139,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[65],"tags":[],"class_list":["post-11228","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wirtschaft","has-post-title","has-post-date","has-post-category","has-post-tag","has-post-comment","has-post-author",""],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v23.8 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Fairer Handel f\u00fcr uns alle! 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Dezember ist der Internationale Tag der Menschenrechte. Dazu geh\u00f6ren auch die Rechte der B\u00e4uerinnen und Bauern! Ein Beruf, der zu gering gesch\u00e4tzt wird, obwohl er f\u00fcr uns\u00a0 Menschen lebenswichtig ist; ohne Essen wird es eng. Ausser wir beginnen uns selbst zu versorgen, warum nicht, aber bis dahin brauchen wir unsere Landwirt.innen und sie brauchen im Gegenzug unsere Anerkennung, sowohl gesellschaftlich als auch finanziell.<\/p>\n<h3>Table de mati\u00e8re<\/h3> <p><a href=\"#wert\">Der Beruf der B\u00e4uerinnen und Bauern\u00a0 - ein geringgesch\u00e4tztes Metier<\/a><br \/><a href=\"#gerecht-und-fair\">Gerechter und fairer Handel<\/a><br \/><a href=\"#kriterien\">Die f\u00fcnf Kriterien der Fair Trade Towns<\/a><br \/><a href=\"#neudenken\">Entwicklung des Wirtschaftsmodells und der Gesetzgebung<\/a><br \/><a href=\"#links\">Weiterf\u00fchrende Links<\/a><\/p>\n<h2>Der Beruf der B\u00e4uerinnen und Bauern - ein geringgesch\u00e4tztes Metier<\/h2><p>Die Covid-Krise hat die Bedeutung der lokalen Versorgung hervorgehoben und die Arbeit der Landwirt.innen wieder ins Rampenlicht ger\u00fcckt. Mein Nachbarbauer hatte mich w\u00e4hrend der Covid-Einschr\u00e4nkungen \u00fcberrascht, als er mir anvertraute, dass er seither in seinem Traktor gegr\u00fcsst werde, w\u00e4hrend er fr\u00fcher manchmal beschimpft worden sei. W\u00e4hrend der Gesundheitskrise verlangsamte sich die Welt, die Verbraucher.innen hatten mehr Zeit f\u00fcr das Wesentliche, unter anderem f\u00fcr die Ern\u00e4hrung. Das war der Aufschwung der Hofl\u00e4den, der Unverpackt-L\u00e4den, der Korblieferungen und Vertragslandwirtschaftsprojekte. Aber seit die Welt wieder ihren h\u00f6llischen Rhythmus aufgenommen hat und die alten Gewohnheiten des Profitstrebens und des Schn\u00e4ppchenjagens \u00fcberhaupt wieder eingesetzt haben, ist das langsame Sterben der Kollektiv- und Hofl\u00e4den zu beobachten. \"Noch im letzten Jahr hat in der Schweiz 1% aller landwirtschaftlichen Betriebe aufgegeben\". Die jungen Generationen haben wenig Interesse an diesem gering gesch\u00e4tzten Beruf und finden in der aktuellen Schweizer Ausbildung keine angemessene Antwort auf ihre sozial-\u00f6kologischen Ideale.<\/p><p>An der Tagung zum Weltern\u00e4hrungstag in Meyrin wurde das Thema vehement diskutiert und es kam klar heraus, dass die Produzent.innen als aktive Akteur.innen im Ern\u00e4hrungssystem, und nicht nur als \u201coutput provider\u201d, erkannt werden m\u00fcssen. Die \u201cSensibilisierung\u201d der KonsumentInnen allein reicht nicht, um ihre Einkaufsgewohnheiten zu \u00e4ndern; ohne klare gesetzliche Rahmenbedingungen bleibt das Marktungleichgewicht zu Gunsten der Grossverteiler.<\/p><p>Nach jahrzehntelanger Globalisierung der Lebensmittelindustrie brauchen wir eine angemessene starke Antwort zur Wiederbelebung der lokalen Wirtschaft. Dazu passt u.a. die politische Forderung, dass Firmen dort, wo sie das Geld verdienen, ihren finanziellen, sozialen und \u00f6kologischen Verpflichtungen nachkommen m\u00fcssen.<\/p><p>Theoretisch ist das alles m\u00f6glich, sofern der politische Wille vorhanden ist. Die Bewegung \u201cFair Trade Towns\u201d stosst in diese Richtung.<\/p>\n<h2>Gerechter und fairer Handel<\/h2><p>Im vergangenen November wurde der Stadt Genf der Titel \"Fair Trade Town\" verliehen, womit sie die 20. ausgezeichnete Schweizer Stadt ist und die bisher gr\u00f6sste. Da Genf die Stadt der internationalen Organisationen ist, ist dies ein starkes Signal f\u00fcr die Schweiz und die Welt. Mehr als die \u00dcbergabe eines \"offiziellen Papiers\" ist es eine Verpflichtung f\u00fcr die Stadt und insbesondere f\u00fcr ihren kommenden Stadtpr\u00e4sidenten Alfonso Gomez. Letzterer schloss seine Rede an den Titelverleihung mit dem Hinweis, dass sich der Begriff des fairen Handels nicht auf die Nord-S\u00fcd-Beziehungen und die in der \u00d6ffentlichkeit bekannten Bananen, Kaffee und Schokolade beschr\u00e4nke, sondern mehr denn je auf lokaler Ebene auf die Einf\u00fchrung eines nachhaltigen Konsumsystems abziele, das die Umwelt und die Menschenrechte besser respektiere: \"Die Aufwertung der landwirtschaftlichen Funktion mit der Zahlung eines gerechten, eintr\u00e4glichen Einkommens ist eine grosse Herausforderung f\u00fcr die kommenden Jahrzehnte. F\u00fcr die Stadt Genf sind lokal und fair zwei sich perfekt erg\u00e4nzende Anforderungen. Der Verein Fair Trade Town geht noch weiter und spricht von Local Fair Trade (LFT), der lokalen Antwort auf eine Aufwertung der kurzen Vertriebswege und damit unserer Schweizer Landwirt.innen und Produzenten.innen, und zwar in der gesamten Kette von der Produktion \u00fcber die Verarbeitung bis hin zum Verkauf.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><em>\u00abLocal Fair Trade (LFT), die lokale Antwort zur Aufwertung der kurzen Wege und damit unserer Schweizer Landwirt.innen und Produzenten.innen\u00bb<\/em><\/h2>\n<p>Denn wer LFT sagt, meint zwangsl\u00e4ufig einen fairen, korrekten Preis, in erster Linie f\u00fcr die Produzent.innen, deren Bezahlung und Arbeitsbedingungen von entscheidender Bedeutung sind. Es ist nur richtig, den Wert der Arbeit und den Wert des Bodens in den Preis unserer Lebensmittel einzubeziehen und unsere Landwirt.innen gerecht zu entlohnen, damit sie davon leben, ihre Schulden bezahlen und sich eine w\u00fcrdige und nachhaltige Zukunft sichern k\u00f6nnen. So wird der Beruf aufgewertet und langfristig gesichert. \"Dank eines nachhaltigen und fairen Konsums k\u00f6nnen wir positive Ver\u00e4nderungen einleiten\" - dieser Slogan hat uns gefallen - auch als Leitmotiv.<\/p>\n<h2>Die f\u00fcnf Kriterien, um eine Fair Trade Town zu werden:<\/h2> <ol> <li><strong>Die Stadt oder Gemeinde spricht sich f\u00fcr den fairen Handel aus<\/strong> und verpflichtet sich, mindestens drei Produkte aus fairem Handel in ihren Verwaltungsabteilungen anzubieten. Sie verpflichtet sich ausserdem, eine offizielle Veranstaltung zur Verleihung der Auszeichnung als Fair Trade Town zu organisieren.<\/li> <li><strong>Eine Arbeitsgruppe wird gebildet, die das Engagement der Stadt oder Gemeinde f\u00fcr den fairen Handel koordiniert<\/strong>, sich regelm\u00e4ssig trifft und mindestens einmal pro Jahr eine Aktivit\u00e4t im Zusammenhang mit dem fairen Handel organisiert (z. B. die im November in Genf organisierte Fair Week, um die Absurdit\u00e4t des \"black friday\" anzuprangern und unsere Konsumgewohnheiten zu hinterfragen).<\/li> <li><strong>Einzelh\u00e4ndler.innen und Gastronom.innen<\/strong><br \/><strong>bieten mehrere Fair-Trade-Produkte an<\/strong> und beteiligen sich an lokalen Aktionen zur F\u00f6rderung des fairen Handels.<\/li> <li><strong>Institutionen und Unternehmen verwenden und bevorzugen Produkte aus fairem Handel<\/strong>, sie beteiligen sich an lokalen Aktivit\u00e4ten und Runden Tischen zum fairen Handel.<\/li> <li><strong>Sensibilisierung der Bev\u00f6lkerung zum Thema fairer Handel<\/strong> \u00fcber die lokalen Medien und Informationen auf der offiziellen Website der Stadt oder Gemeinde. Die j\u00e4hrliche Veranstaltung und die Verleihung der Auszeichnung werden in den Kommunikationskan\u00e4len der Stadt ver\u00f6ffentlicht.<\/li> <\/ol>\n<h2>Eine Entwicklung des Wirtschaftsmodells und der Gesetzgebung<\/h2><p>Lara Baranzini, Sprecherin und Koordinatorin der Weltl\u00e4den in der Westschweiz, nahm die Gelegenheit der Feierlichkeiten zur Fair Trade Town Genf wahr, um uns aufzufordern, gemeinsam \u00fcber ein neues Wirtschaftsmodell nachzudenken, das v\u00f6llig anders ist als das heutige, denn wenn man die Produzent.innen gerecht entlohnen will, wirkt sich das auf den Verkaufspreis aus. Um diese Auswirkungen zu begrenzen, hat die Ladenkette der Weltl\u00e4den heute keine andere M\u00f6glichkeit, als mit Freiwilligen zu arbeiten. Genau dasselbe Problem haben auch partizipative Genossenschaftsl\u00e4den in \u00d6koquartieren und Hofl\u00e4den wie zum Beispiel die \u201cFerme de Bud\u00e9\u201d in Genf. Wie k\u00f6nnen wir die Diskussion voranbringen?<\/p><p>Die Stadt Genf weist mit ihrer <a href=\"https:\/\/www.geneve.ch\/sites\/default\/files\/2021-11\/charte-alimentation-durable-ville-geneve-octobre-2021.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Charta f\u00fcr nachhaltige Ern\u00e4hrung<\/a> bereits in die richtige Richtung, und die dort festgelegten Ziele dienen als Referenz. Was den Lokalen Fairen Handel (LFH) angeht, k\u00f6nnen wir von unseren europ\u00e4ischen Nachbarn noch viel lernen. Als Reaktion auf die Preisvolatilit\u00e4t wurden in der EU in zahlreichen Wertsch\u00f6pfungsketten Labels geschaffen, die auf Vereinbarungen zwischen den involvierten Landwirt.innen, Lagerhalter.innenn, Verarbeiter.innenn und H\u00e4ndler.innenn beruhen und auf einer festen Laufzeit basieren, die den verschiedenen Akteur.innen innerhalb der Wertsch\u00f6pfungskette Sicherheit bietet. Samule Poos, Koordinator des Trade for Development Centre d\u2019Enabel (belgische Entwicklungsagentur), stellte an dem Verleihungsabend das belgische Modell und die Ergebnisse ihrer Studie zum lokalen belgischen und europ\u00e4ischen fairen Handel vor. Wie der Bericht zeigt, geht es den lokalen Fairhandelsinitiativen in Europa um faire Preise und Entlohnung: Ausgehend von den Produktionskosten und nicht vom Markt wird ein fairer Preis und eine faire Entlohnung in Absprache mit den Produzent.innen festgelegt. Diese m\u00fcssen organisiert sein, h\u00e4ufig in Form einer Genossenschaft.<\/p><p>Wie in einigen Regionen zu beobachten ist, f\u00f6rdern diese Zusammenschl\u00fcsse die Verankerung kurzer Kreisl\u00e4ufe und die Aufwertung in diesen Gebieten, indem sie Synergien zwischen den Akteur.innen anregen und gar die Entstehung weiterer Projekte initiieren. Einige haben sich sogar das Ziel einer regionalen Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t gesetzt. Es entstehen Bewegungen, die etwa in der Er\u00f6ffnung von Superm\u00e4rkte m\u00fcnden. Damit wird hier ein Wirtschaftsmodell gewagt, das den Zugang zu lokalen und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln nicht nur f\u00fcr privilegierte Schichten anbietet, sondern auch f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung mit geringerem Einkommen aus benachteiligten Stadtvierteln.<br \/>Ohne Gewinnmaximierung und die Vervielfachung von Zwischenh\u00e4ndlern k\u00f6nnen die Produkte zu angemessenen Preisen verkauft werden und alle Bev\u00f6lkerungsgruppen k\u00f6nnen davon profitieren.<\/p><p>Schliesslich stellt sich die Frage der Gesetzgebung. Bisher ist Frankreich das einzige europ\u00e4ische Land, das ein Gesetz verabschiedet hat, das den Begriff des fairen Handels beschreibt und anerkennt und sogar den Begriff \"nachhaltige, autonome und transparente landwirtschaftliche Praktiken, die sich auf biologische und\/oder agrar\u00f6kologische Produktionsmethoden st\u00fctzen\" in seine nationale Charta f\u00fcr fairen Handel in Frankreich aufgenommen hat. Ein solches Gesetz auf europ\u00e4ischer Ebene, inklusive der Schweiz, w\u00fcrde die Situation kl\u00e4ren und einen soliden Rahmen schaffen, der es erm\u00f6glicht, eine Alternative zum produktivistischen Modell (welches ausschliesslich von der Lebensmittelindustrie und den grossen Handelsketten gesteuert wird), anzubieten. So w\u00fcrden Konsument.innen, aber vor allem B\u00e4uerinnen und Bauern wieder mehr Macht und Wertsch\u00e4tzung erlangen. Ein Gesetz zum Schutz des Berufsstandes und zum Fortbestand lokaler und nachhaltiger Nahrungsmittelsysteme, das zuk\u00fcnftigen B\u00e4uerinnen und Bauern Hoffnung gibt. Wir vom agrarinfo.ch sagen \u201cJa\u201d.<\/p>\n<h2>weiterf\u00fchrende Links<\/h2><ul><li><a href=\"https:\/\/www.weltagrarbericht.de\/themen-des-weltagrarberichts\/ernaehrungssouveraenitaet.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Weltagrarbericht Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.fairtradetown.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.fairtradetown.ch<\/a><\/li><li><a href=\"http:\/\/www.swissfairtrade.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.swissfairtrade.ch<\/a><\/li><li><a href=\"https:\/\/www.tdc-enabel.be\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Le-commerce-equitable-belge-et-europeen.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rapport sur Le commerce \u00e9quitable local belge et europ\u00e9en<\/a><\/li><\/ul>","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11228","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11228"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11228\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11382,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11228\/revisions\/11382"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11139"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11228"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11228"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11228"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}