{"id":15785,"date":"2024-03-11T11:22:37","date_gmt":"2024-03-11T10:22:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/verschiedene\/15722\/"},"modified":"2024-03-18T16:15:06","modified_gmt":"2024-03-18T15:15:06","slug":"kartoffeln-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/","title":{"rendered":"Kartoffeln: Vom Exoten zum Volksnahrungsmittel"},"content":{"rendered":"<!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-15785\" data-postid=\"15785\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-15785 themify_builder tf_clear\">\n    \t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"TOC\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_uqf2997 tb_first tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_ghlg997 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_di8o997  repeat \" data-lazy=\"1\">\n    <h3 class=\"module-title\">INHALTSVERZEICHNIS<\/h3>    <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <p><a href=\"#einleitung\">Einleitung<\/a><br \/><a href=\"#feldfrucht\">Vielseitige Feldfrucht<\/a><br \/><a href=\"#trick\">Der Trick Friedrich des Grossen<\/a><br \/><a href=\"#hunger\">Der grosse Kartoffelhunger<\/a><br \/><a href=\"#ursachen\">Ursachen der Katastrophe<\/a><br \/><a href=\"#siegeszug\">Siegeszug der Kartoffel ging weiter<\/a><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"paragraph3\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_fx0c998 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_dc0g998 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module icon -->\n<div  class=\"module module-icon tb_d5zl998  normal circle icon_horizontal tf_textr\" data-lazy=\"1\">\n\t\t\t<div class=\"module-icon-item\">\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"#TOC\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<em class=\"tf_box\"><svg  class=\"tf_fa tf-ti-arrow-up\" aria-hidden=\"true\"><use href=\"#tf-ti-arrow-up\"><\/use><\/svg><\/em>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<span>retour au d\u00e9but de l'article<\/span>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<!-- \/module icon -->\n\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_ty04440 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_qvt1440 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_9zyl502   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <p><strong>Jahrtausendelang wurde die Kartoffel in den Entferntesten Andenregionen angebaut. Innert weniger Jahrhunderte wurde sie zu einem der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Welt mit bewegter Geschichte.<\/strong><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"einleitung\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-einleitung tb_7f6f879 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_9uei880 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_6j7y941   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2><b>Einleitung<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Die Kartoffel geh\u00f6rt zu den ersten systematisch angebauten Nutzpflanzen der Welt. Allerdings nur in den heute peruanischen und bolivianischen Anden. Dort ist der Anbau der st\u00e4rkehaltigen Knolle bereits ab etwa 7\u2019000 vor Christus belegt. In Mitteleuropa ersetzte die Kartoffel erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts den \u00fcblichen Getreidebrei als Grundnahrungsmittel und Kohlenhydratlieferanten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Das von den Inkas schlicht Papas (Knollen) genannte Wurzelgem\u00fcse lieferte auch in rauheren H\u00f6henlagen noch brauchbare Ertr\u00e4ge, wo der Maisanbau sich nicht mehr lohnte. Die Spanier importierten die Pflanze um 1525. Vermutlich als gut lagerbaren Proviant f\u00fcr die R\u00fcckreise. Doch w\u00e4hrend die von Mangelern\u00e4hrung geplagten Seefahrer den Nutzen der gesunden und lang haltbaren Kartoffel schon lange zu sch\u00e4tzen und zuzubereiten wussten, konnten die europ\u00e4ischen Landratten mit der Pflanze zu Beginn wenig anfangen. Nachdem sich beim Verzehr von Kraut und den oberirdischen Beeren des Nachtschattengew\u00e4chses so mancher experimentierfreudige Koch gr\u00fcndlich den Magen verdorben oder sich gar vergiftet hatte, verschwanden Kartoffeln f\u00fcr einige <\/span><span style=\"font-weight: 400\">Zeit wieder aus den K\u00fcchen. Allerdings wurde sie wegen ihrer h\u00fcbschen Bl\u00fcten weiter in den Zierg\u00e4rten spanischer\u00a0 und italienischer Prunkvillen angepflanzt. Selbst die \u00fcbel beleumundete aber attraktive Marie Antoinette soll ihr adeliges Haupt zuweilen mit Kartoffelbl\u00fcten geschm\u00fcckt haben. Allerdings glaubte man, die Knollen seien mit der \u00e4hnlich aussehenden Tr\u00fcffel verwand, welcher damals heilende Wirkung zugeschrieben wurde. Der spanische K\u00f6nig sandte deshalb dem erkrankten Papst einige der Knollen als Medizin.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Offensichtlich waren diese der p\u00e4pstlichen Gesundheit zumindest nicht unzutr\u00e4glich und so wurde bekannt, dass die Wurzelknolle der eigentlich essbare Teil der Pflanzen ist.<\/span><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"feldfrucht\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-feldfrucht tb_8k4q928 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_lbfj928 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_m1vw991   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2><b>Vielseitige Feldfrucht<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Ihren europ\u00e4ischen Namen verdankt die Papa deshalb vermutlichen auch ihren, vom italienischen Tartufoli (Tr\u00fcffel) abgeleiteten Namen. Die Engl\u00e4nder machten offenbar zur gleichen Zeit aber\u00a0 unabh\u00e4ngig von den Spaniern Bekanntschaft mit der Pflanze und verwechselten sie mit der \u00e4hnlich aussehenden aber sonst nicht verwandten S\u00fcsskartoffel, die bei den Inkas Batate hiess was zu Potatoe anglifiziert wurde. Der, mittlerweile offenbar genesene, Papst sandte einige der \u00abTartuffeln\u00bb dem ber\u00fchmten Botaniker Clusius in die von Spanien kontrollierten katholischen Niederlande.\u00a0 Er untersuchte und z\u00fcchtete die exotische Pflanze gr\u00fcndlich und sorgte f\u00fcr ihre Verbreitung in Europa. Saat und Ernte waren auch ohne spezielle Werkzeuge m\u00f6glich. Da die Kartoffel zwar einen \u00e4hnlichen Kohlehydrahtgehalt hat wie Getreide, aber eigentlich ein Wurzelgem\u00fcse ist, lieferte sie nicht nur Nahrungsenergie in Form von Kartoffelst\u00e4rke sondern auch, wie andere Gem\u00fcse, Vitamine, Spurenelemente und &#8211; wie H\u00fclsenfr\u00fcchte &#8211; Eiweiss (ungef\u00e4hr 2%). Damit verbesserte sie massgeblich die Ern\u00e4hrungssituation der \u00e4rmsten Bauern.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Im Gegensatz zu den \u00fcblichen Feldfr\u00fcchten mied das Wild das giftige Kartoffelkraut und die Kartoffel gedieh unter fast allen Bedingungen, auch in schlechten und steinigen B\u00f6den oder an schattigen, steilen Hanglagen. Tats\u00e4chlich waren zu Beginn des Kartoffelanbaus die langen Sommertage in unseren Breiten sogar ein Problem, da die Pflanze aus einer \u00c4quatorregion stammte, wo sommers wie winters Tage und N\u00e4chte weitgehend gleich lang sind. Dieses Problem wurde durch europ\u00e4ische Z\u00fcchtungen jedoch recht schnell behoben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Der wichtigste Vorteil der Kartoffel war der anderthalbfache Fl\u00e4chenertrag im Vergleich mit den damals \u00fcblichen Getreidesorten. Und schliesslich liess sich die (um nur einige Namen zu nennen), im deutschsprachigen Raum T\u00fcfte, Tuffel, Erdapfel und Kartuffel genannte Knolle quasi direkt vom Acker verzehren. Man musste sie lediglich ausbuddeln und abwaschen und fertig war sie zur Zubereitung. Kein m\u00fchseliges Dreschen, Mahlen und Backen wie beim Getreide. Kaum eine andere Feldfrucht liess sich so problemlos ohne Qualit\u00e4tsverlust lagern. In den 70er Jahren im Ruhrgebiet verf\u00fcgten die Mietsh\u00e4user der Grossst\u00e4dte \u00fcber Kartoffelkeller, wo je eine fest- und eine mehligkochende Sorte neben der Heizkohle Zentnerweise \u00fcber den Winter gelagert wurden.<\/span><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"trick\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-trick tb_td24863 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_6gk6863 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_qq3c928   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2><b>Der Trick Friedrich des Grossen<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">W\u00e4hrend sich die Kartoffel in S\u00fcd- und Westeuropa schon Mitte des 17. Jahrhunderts etabliert hatte, blieben ausgerechnet die Deutschen, bei denen die Kartoffel heute ein regelrechtes Volksnahrungsmittel und die mit Abstand meistgereichte Beilage ist, der neuen Feldfrucht gegen\u00fcber skeptisch. Dabei h\u00e4tte gerade das vom 30j\u00e4hrigen Krieg, Pest, Missernten und Hungersn\u00f6ten ausgezehrte Deutschland von der Kartoffel besonders profitieren k\u00f6nnen. Insbesondere der Preussische F\u00fcrst Friedrich der 2. (auch bekannt als Der Grosse) sah das Potential der Kartoffel. Als er 1740 den Thron \u00fcbernahm, litt die preussische Bev\u00f6lkerung durch Missernten und das starke Bev\u00f6lkerungswachstum unter Hungersn\u00f6ten. Friedrich sah in der Kartoffel zu Recht eine L\u00f6sung f\u00fcr das Problem. Aber, wie das Sprichwort sagt: \u00abWat der Buur nich kennt, datt frett er nich!\u00bb Auch sein Erlass, der die Bauern zum Kartoffelanbau zwingen sollte, blieb wirkungslos. Friedrich griff zu einer List. Er baute in Berlin Kartoffeln an und liess die Felder von Soldaten scharf bewachen. Die Bauern schlossen daraus, dass es sich bei der Kartoffel um eine sehr wertvolle Pflanzen handeln musste, stahlen die Knollen von den Feldern und verbreiteten sie in K\u00fcrze im ganzen Lande. Das bedeutete f\u00fcr die kommenden Jahrzehnte ein Ende der Hungersn\u00f6te und die Kartoffel war etabliert.<\/span><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"hunger\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-hunger tb_vl5n0 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_wxjj0 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_yk7y64   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2><b>Der grosse Kartoffelhunger<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Doch schon bald zeigten sich bei der scheinbaren Wunderknollen auch Schattenseiten. Gerade f\u00fcr arme Bauern oder Landarbeiterinnen entwickelte sich die Kartoffel schnell zum Haupt- oftmals zum einzigen Lebensmittel. Die Kartoffel war unter anderem\u00a0 ideal, um zur beginnenden Industrialisierung die von der Landwirtschaft abgeschnittene urbane Industriearbeiterschaft mit billiger Nahrung zu versorgen. Sie war problemlos zu transportieren und zu lagern. Allerdings f\u00fchrte das auch zu Monokulturen im grossen Stil, was die \u00c4cker f\u00fcr Krankheiten anf\u00e4llig machte. Es war nur eine Frage der Zeit, bis aus der neuen Welt auch die Kartoffelsch\u00e4dlinge wie der Kartoffelk\u00e4fer und insbesondere der als Kartoffelf\u00e4ule <\/span><span style=\"font-weight: 400\">bekannte Pilz Omiceten eingeschleppt wurden. In Ganz Europa kam es zu Hungersn\u00f6ten, denen etliche Menschen zum Opfer vielen. In Irland wurde die Hungersnot zum V\u00f6lkermord:\u00a0<\/span><span style=\"font-weight: 400\">1,2, der damals fast 9 Millionen Irinnen und Iren starben qualvoll an Hunger und Krankheit. Zwei Millionen emigrierten bis 1855, gr\u00f6sstenteils in die USA. Insgesamt schrumpfte die irische Bev\u00f6lkerung durch die Auswanderung und die Hungertoten auf auf 5,5 Millionen.<\/span><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_4gsk323 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_vbfy323 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_jup3323   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2 style=\"text-align: center\"><strong><span style=\"color: #333333\"><em>\u00ab Die Kartoffel war unter anderem\u00a0 ideal, um die urbane Industriearbeiterschaft mit billiger Nahrung zu versorgen. Allerdings f\u00fchrte das auch zu Monokulturen im grossen Stil, was die \u00c4cker f\u00fcr Krankheiten anf\u00e4llig machte. \u00bb<\/em><\/span><\/strong><\/h2>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"ursachen\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-ursachen tb_h8pu863 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_xqre864 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_5ldi936   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2><b>Ursachen der Katastrophe<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Dass gerade in Irland die Als \u00abGreat Famine\u00bb bekannte Katastrophe derart grauenvolle Ausmasse annahm, hatte verschiedene Gr\u00fcnde. Damals war Irland als Kolonie v\u00f6llig unter englischer Kontrolle. Das Land geh\u00f6rte englischen Grossgrundbesitzern, die darauf eintr\u00e4gliche Viehzucht betrieben. Den Irischen Landarbeiterinnen und Landarbeitern wurden Parzellen zum Anbau von Getreide und Kartoffeln verpachtet. Den Pachtzins mussten sie in Getreide entrichten und f\u00fcr sich selbst Kartoffeln anbauen. Durch das von den England aufgezwungene Erbrecht wurden die Parzellen immer kleiner. Der ohnehin kleine Ertag wurde weiter geschm\u00e4lert. Da den Farmerfamilien f\u00fcr den eigenen Lebensunterhalt ausser Kartoffeln nichts mehr blieb, f\u00f6rderte das die Monokulturen, was ihre Kartoffel\u00e4cker auslaugte und anf\u00e4lliger f\u00fcr die Sch\u00e4dlinge machte. 1845 lebte die H\u00e4lfte der irischen Bev\u00f6lkerung aussschliesslich von Kartoffeln. Zu allem Ungl\u00fcck baute man in Irland ausgerechnet die einzigen zwei Kartoffelsorten an, die nicht gegen die Kartoffelf\u00e4ule immun sind. In England herrschte derweil die Wirtschaftsdoktrin des \u00ablaissez-faire\u00bb, die m\u00f6glichst jede staatliche Einmischung in die Wirtschaft, so auch Hilfe f\u00fcr die hungernden Bauern in Irland, zu vermeiden suchte. Profiteure waren die Grossgrundbesitzenden, die in den Hungerjahren die zahlungsunf\u00e4higen irischen P\u00e4chterinnen und P\u00e4chter von ihren Farmen vertrieben und weitere Weidefl\u00e4chen gewannen. So erzielten sie ausgerechnet w\u00e4hrend der Hungerkatastrophe Rekordexporte von Rindfleisch nach England. Das offizielle Ende der Hungersnot wurde im Jahr 1849 erkl\u00e4rt, aber die Armut und der Hunger blieben. Trotz allem lagen in den sp\u00e4teren Jahren bis 1852 immer noch Stapel von Hungertoten auf den Strassen Irlands. In diesem Jahr begannen sich die Felder langsam zu erholen und die irischen Farmerfalien konnten wieder Kartoffeln ernten, sodass die Hungersnot in Irland eigentlich erst 1852 zu Ende ging.<\/span><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"siegeszug\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-siegeszug tb_r2ul174 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_94bz174 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_85je238   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2><b>Siegeszug der Kartoffel ging weiter<\/b><\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Eine Katastrophe wie der Great Famine wiederholte sich Gott sei Dank nicht und vermochte den Siegeszug der unscheinbaren Knolle aus den Anden auch nur nur kurz zu bremsen. Heute werden allein in Europa etwa 350 Sorten Kartoffeln angebaut. Unsinnigerweise allerdings nicht nur als Lebensmittel Menschen sondern auch als Tierfutter und neuer nicht fossiler Rohstoff.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400\">Heute sind Kartoffeln praktisch \u00fcberall auf der Welt anzutreffen und stehen auf der Rangliste der wichtigsten Grundnahrungsmittel auf Platz vier hinter Weizen. Laut der Ern\u00e4hrungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO betrug im Jahr 2021 die Weltproduktion 376 Millionen Tonnen Kartoffeln. Die Schweizer Produktion macht da mit 342.800 Tonnen (Sch\u00e4tzung swisspatat von 2022) nur einen kleinen Teil aus, mit dem rund 90 Prozent des hiesigen Bedarfs gedeckt werden k\u00f6nnen. Mit 45 Kilo pro Jahr essen Schweizerinnen und Schweizer mehr Kartoffeln als Reis oder Teigwaren.<\/span><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t<\/div>\n<!--\/themify_builder_content-->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>En l&#8217;espace de quelques si\u00e8cles, elle est devenue l&#8217;un des principaux aliments de base au monde. D\u00e9couvrez son histoire tr\u00e8s mouvement\u00e9e.<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":15762,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[97],"tags":[],"class_list":["post-15785","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-landwirtschaft","has-post-title","has-post-date","has-post-category","has-post-tag","has-post-comment","has-post-author",""],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v23.8 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Kartoffeln: Vom Exoten zum Volksnahrungsmittel - Agrarinfo<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"En l&#039;espace de quelques si\u00e8cles, elle est devenue l&#039;un des principaux aliments de base au monde. D\u00e9couvrez son histoire tr\u00e8s mouvement\u00e9e.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Kartoffeln: Vom Exoten zum Volksnahrungsmittel - Agrarinfo\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"En l&#039;espace de quelques si\u00e8cles, elle est devenue l&#039;un des principaux aliments de base au monde. D\u00e9couvrez son histoire tr\u00e8s mouvement\u00e9e.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Agrarinfo\" \/>\n<meta property=\"article:publisher\" content=\"https:\/\/www.facebook.com\/agrarinfo.ch\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2024-03-11T10:22:37+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2024-03-18T15:15:06+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/Patate_juta.jpg\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:width\" content=\"2048\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:height\" content=\"1348\" \/>\n\t<meta property=\"og:image:type\" content=\"image\/jpeg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Udo Theiss\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:creator\" content=\"@agrar_info\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@agrar_info\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Udo Theiss\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"15\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"Article\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/#article\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/\"},\"author\":{\"name\":\"Udo Theiss\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/person\/cb49cdd432bc1e6a2b704d76ddc5ebe2\"},\"headline\":\"Kartoffeln: Vom Exoten zum Volksnahrungsmittel\",\"datePublished\":\"2024-03-11T10:22:37+00:00\",\"dateModified\":\"2024-03-18T15:15:06+00:00\",\"mainEntityOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/\"},\"wordCount\":1523,\"commentCount\":0,\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#organization\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/Patate_juta.jpg\",\"articleSection\":[\"Landwirtschaft\"],\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"CommentAction\",\"name\":\"Comment\",\"target\":[\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/#respond\"]}]},{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/\",\"url\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/\",\"name\":\"Kartoffeln: Vom Exoten zum Volksnahrungsmittel - Agrarinfo\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#website\"},\"primaryImageOfPage\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/#primaryimage\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/#primaryimage\"},\"thumbnailUrl\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/Patate_juta.jpg\",\"datePublished\":\"2024-03-11T10:22:37+00:00\",\"dateModified\":\"2024-03-18T15:15:06+00:00\",\"description\":\"En l'espace de quelques si\u00e8cles, elle est devenue l'un des principaux aliments de base au monde. D\u00e9couvrez son histoire tr\u00e8s mouvement\u00e9e.\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/\"]}]},{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/#primaryimage\",\"url\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/Patate_juta.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/Patate_juta.jpg\",\"width\":2048,\"height\":1348},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Accueil\",\"item\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Kartoffeln: Vom Exoten zum Volksnahrungsmittel\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#website\",\"url\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/\",\"name\":\"Agrarinfo\",\"description\":\"Just another bienvu.ch site\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#organization\",\"name\":\"agrarinfo.ch\",\"alternateName\":\"agrarinfo.ch\",\"url\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/logo\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/agrarinfo_A_quadrat.jpg\",\"contentUrl\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/agrarinfo_A_quadrat.jpg\",\"width\":1107,\"height\":1105,\"caption\":\"agrarinfo.ch\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/logo\/image\/\"},\"sameAs\":[\"https:\/\/www.facebook.com\/agrarinfo.ch\",\"https:\/\/x.com\/agrar_info\",\"https:\/\/www.instagram.com\/agrarinfo.ch\/\",\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/agrarinfo-ch-8894342a0\/\"]},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/person\/cb49cdd432bc1e6a2b704d76ddc5ebe2\",\"name\":\"Udo Theiss\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/670a70ac83d99019c96d2353ce3ffbde142acdc67fd5eb5d2de002811fba21ce?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/670a70ac83d99019c96d2353ce3ffbde142acdc67fd5eb5d2de002811fba21ce?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Udo Theiss\"}}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Kartoffeln: Vom Exoten zum Volksnahrungsmittel - Agrarinfo","description":"En l'espace de quelques si\u00e8cles, elle est devenue l'un des principaux aliments de base au monde. D\u00e9couvrez son histoire tr\u00e8s mouvement\u00e9e.","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Kartoffeln: Vom Exoten zum Volksnahrungsmittel - Agrarinfo","og_description":"En l'espace de quelques si\u00e8cles, elle est devenue l'un des principaux aliments de base au monde. D\u00e9couvrez son histoire tr\u00e8s mouvement\u00e9e.","og_url":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/","og_site_name":"Agrarinfo","article_publisher":"https:\/\/www.facebook.com\/agrarinfo.ch","article_published_time":"2024-03-11T10:22:37+00:00","article_modified_time":"2024-03-18T15:15:06+00:00","og_image":[{"width":2048,"height":1348,"url":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/Patate_juta.jpg","type":"image\/jpeg"}],"author":"Udo Theiss","twitter_card":"summary_large_image","twitter_creator":"@agrar_info","twitter_site":"@agrar_info","twitter_misc":{"Verfasst von":"Udo Theiss","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"15\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"Article","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/#article","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/"},"author":{"name":"Udo Theiss","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/person\/cb49cdd432bc1e6a2b704d76ddc5ebe2"},"headline":"Kartoffeln: Vom Exoten zum Volksnahrungsmittel","datePublished":"2024-03-11T10:22:37+00:00","dateModified":"2024-03-18T15:15:06+00:00","mainEntityOfPage":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/"},"wordCount":1523,"commentCount":0,"publisher":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#organization"},"image":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/Patate_juta.jpg","articleSection":["Landwirtschaft"],"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"CommentAction","name":"Comment","target":["https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/#respond"]}]},{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/","url":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/","name":"Kartoffeln: Vom Exoten zum Volksnahrungsmittel - Agrarinfo","isPartOf":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/Patate_juta.jpg","datePublished":"2024-03-11T10:22:37+00:00","dateModified":"2024-03-18T15:15:06+00:00","description":"En l'espace de quelques si\u00e8cles, elle est devenue l'un des principaux aliments de base au monde. D\u00e9couvrez son histoire tr\u00e8s mouvement\u00e9e.","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/"]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/#primaryimage","url":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/Patate_juta.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/Patate_juta.jpg","width":2048,"height":1348},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/kartoffeln-2\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Accueil","item":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Kartoffeln: Vom Exoten zum Volksnahrungsmittel"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#website","url":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/","name":"Agrarinfo","description":"Just another bienvu.ch site","publisher":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#organization","name":"agrarinfo.ch","alternateName":"agrarinfo.ch","url":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/agrarinfo_A_quadrat.jpg","contentUrl":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/03\/agrarinfo_A_quadrat.jpg","width":1107,"height":1105,"caption":"agrarinfo.ch"},"image":{"@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/logo\/image\/"},"sameAs":["https:\/\/www.facebook.com\/agrarinfo.ch","https:\/\/x.com\/agrar_info","https:\/\/www.instagram.com\/agrarinfo.ch\/","https:\/\/www.linkedin.com\/in\/agrarinfo-ch-8894342a0\/"]},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/person\/cb49cdd432bc1e6a2b704d76ddc5ebe2","name":"Udo Theiss","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/670a70ac83d99019c96d2353ce3ffbde142acdc67fd5eb5d2de002811fba21ce?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/670a70ac83d99019c96d2353ce3ffbde142acdc67fd5eb5d2de002811fba21ce?s=96&d=mm&r=g","caption":"Udo Theiss"}}]}},"builder_content":"<h3>INHALTSVERZEICHNIS<\/h3> <p><a href=\"#einleitung\">Einleitung<\/a><br \/><a href=\"#feldfrucht\">Vielseitige Feldfrucht<\/a><br \/><a href=\"#trick\">Der Trick Friedrich des Grossen<\/a><br \/><a href=\"#hunger\">Der grosse Kartoffelhunger<\/a><br \/><a href=\"#ursachen\">Ursachen der Katastrophe<\/a><br \/><a href=\"#siegeszug\">Siegeszug der Kartoffel ging weiter<\/a><\/p>\n<a href=\"#TOC\"> <em><svg aria-hidden=\"true\"><use href=\"#tf-ti-arrow-up\"><\/use><\/svg><\/em> retour au d\u00e9but de l'article <\/a>\n<p><strong>Jahrtausendelang wurde die Kartoffel in den Entferntesten Andenregionen angebaut. Innert weniger Jahrhunderte wurde sie zu einem der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Welt mit bewegter Geschichte.<\/strong><\/p>\n<h2><b>Einleitung<\/b><\/h2> <p>Die Kartoffel geh\u00f6rt zu den ersten systematisch angebauten Nutzpflanzen der Welt. Allerdings nur in den heute peruanischen und bolivianischen Anden. Dort ist der Anbau der st\u00e4rkehaltigen Knolle bereits ab etwa 7\u2019000 vor Christus belegt. In Mitteleuropa ersetzte die Kartoffel erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts den \u00fcblichen Getreidebrei als Grundnahrungsmittel und Kohlenhydratlieferanten.<\/p> <p>Das von den Inkas schlicht Papas (Knollen) genannte Wurzelgem\u00fcse lieferte auch in rauheren H\u00f6henlagen noch brauchbare Ertr\u00e4ge, wo der Maisanbau sich nicht mehr lohnte. Die Spanier importierten die Pflanze um 1525. Vermutlich als gut lagerbaren Proviant f\u00fcr die R\u00fcckreise. Doch w\u00e4hrend die von Mangelern\u00e4hrung geplagten Seefahrer den Nutzen der gesunden und lang haltbaren Kartoffel schon lange zu sch\u00e4tzen und zuzubereiten wussten, konnten die europ\u00e4ischen Landratten mit der Pflanze zu Beginn wenig anfangen. Nachdem sich beim Verzehr von Kraut und den oberirdischen Beeren des Nachtschattengew\u00e4chses so mancher experimentierfreudige Koch gr\u00fcndlich den Magen verdorben oder sich gar vergiftet hatte, verschwanden Kartoffeln f\u00fcr einige Zeit wieder aus den K\u00fcchen. Allerdings wurde sie wegen ihrer h\u00fcbschen Bl\u00fcten weiter in den Zierg\u00e4rten spanischer\u00a0 und italienischer Prunkvillen angepflanzt. Selbst die \u00fcbel beleumundete aber attraktive Marie Antoinette soll ihr adeliges Haupt zuweilen mit Kartoffelbl\u00fcten geschm\u00fcckt haben. Allerdings glaubte man, die Knollen seien mit der \u00e4hnlich aussehenden Tr\u00fcffel verwand, welcher damals heilende Wirkung zugeschrieben wurde. Der spanische K\u00f6nig sandte deshalb dem erkrankten Papst einige der Knollen als Medizin.\u00a0<\/p> <p>Offensichtlich waren diese der p\u00e4pstlichen Gesundheit zumindest nicht unzutr\u00e4glich und so wurde bekannt, dass die Wurzelknolle der eigentlich essbare Teil der Pflanzen ist.<\/p>\n<h2><b>Vielseitige Feldfrucht<\/b><\/h2> <p>Ihren europ\u00e4ischen Namen verdankt die Papa deshalb vermutlichen auch ihren, vom italienischen Tartufoli (Tr\u00fcffel) abgeleiteten Namen. Die Engl\u00e4nder machten offenbar zur gleichen Zeit aber\u00a0 unabh\u00e4ngig von den Spaniern Bekanntschaft mit der Pflanze und verwechselten sie mit der \u00e4hnlich aussehenden aber sonst nicht verwandten S\u00fcsskartoffel, die bei den Inkas Batate hiess was zu Potatoe anglifiziert wurde. Der, mittlerweile offenbar genesene, Papst sandte einige der \u00abTartuffeln\u00bb dem ber\u00fchmten Botaniker Clusius in die von Spanien kontrollierten katholischen Niederlande.\u00a0 Er untersuchte und z\u00fcchtete die exotische Pflanze gr\u00fcndlich und sorgte f\u00fcr ihre Verbreitung in Europa. Saat und Ernte waren auch ohne spezielle Werkzeuge m\u00f6glich. Da die Kartoffel zwar einen \u00e4hnlichen Kohlehydrahtgehalt hat wie Getreide, aber eigentlich ein Wurzelgem\u00fcse ist, lieferte sie nicht nur Nahrungsenergie in Form von Kartoffelst\u00e4rke sondern auch, wie andere Gem\u00fcse, Vitamine, Spurenelemente und - wie H\u00fclsenfr\u00fcchte - Eiweiss (ungef\u00e4hr 2%). Damit verbesserte sie massgeblich die Ern\u00e4hrungssituation der \u00e4rmsten Bauern.\u00a0<\/p> <p>Im Gegensatz zu den \u00fcblichen Feldfr\u00fcchten mied das Wild das giftige Kartoffelkraut und die Kartoffel gedieh unter fast allen Bedingungen, auch in schlechten und steinigen B\u00f6den oder an schattigen, steilen Hanglagen. Tats\u00e4chlich waren zu Beginn des Kartoffelanbaus die langen Sommertage in unseren Breiten sogar ein Problem, da die Pflanze aus einer \u00c4quatorregion stammte, wo sommers wie winters Tage und N\u00e4chte weitgehend gleich lang sind. Dieses Problem wurde durch europ\u00e4ische Z\u00fcchtungen jedoch recht schnell behoben.<\/p> <p>Der wichtigste Vorteil der Kartoffel war der anderthalbfache Fl\u00e4chenertrag im Vergleich mit den damals \u00fcblichen Getreidesorten. Und schliesslich liess sich die (um nur einige Namen zu nennen), im deutschsprachigen Raum T\u00fcfte, Tuffel, Erdapfel und Kartuffel genannte Knolle quasi direkt vom Acker verzehren. Man musste sie lediglich ausbuddeln und abwaschen und fertig war sie zur Zubereitung. Kein m\u00fchseliges Dreschen, Mahlen und Backen wie beim Getreide. Kaum eine andere Feldfrucht liess sich so problemlos ohne Qualit\u00e4tsverlust lagern. In den 70er Jahren im Ruhrgebiet verf\u00fcgten die Mietsh\u00e4user der Grossst\u00e4dte \u00fcber Kartoffelkeller, wo je eine fest- und eine mehligkochende Sorte neben der Heizkohle Zentnerweise \u00fcber den Winter gelagert wurden.<\/p>\n<h2><b>Der Trick Friedrich des Grossen<\/b><\/h2> <p>W\u00e4hrend sich die Kartoffel in S\u00fcd- und Westeuropa schon Mitte des 17. Jahrhunderts etabliert hatte, blieben ausgerechnet die Deutschen, bei denen die Kartoffel heute ein regelrechtes Volksnahrungsmittel und die mit Abstand meistgereichte Beilage ist, der neuen Feldfrucht gegen\u00fcber skeptisch. Dabei h\u00e4tte gerade das vom 30j\u00e4hrigen Krieg, Pest, Missernten und Hungersn\u00f6ten ausgezehrte Deutschland von der Kartoffel besonders profitieren k\u00f6nnen. Insbesondere der Preussische F\u00fcrst Friedrich der 2. (auch bekannt als Der Grosse) sah das Potential der Kartoffel. Als er 1740 den Thron \u00fcbernahm, litt die preussische Bev\u00f6lkerung durch Missernten und das starke Bev\u00f6lkerungswachstum unter Hungersn\u00f6ten. Friedrich sah in der Kartoffel zu Recht eine L\u00f6sung f\u00fcr das Problem. Aber, wie das Sprichwort sagt: \u00abWat der Buur nich kennt, datt frett er nich!\u00bb Auch sein Erlass, der die Bauern zum Kartoffelanbau zwingen sollte, blieb wirkungslos. Friedrich griff zu einer List. Er baute in Berlin Kartoffeln an und liess die Felder von Soldaten scharf bewachen. Die Bauern schlossen daraus, dass es sich bei der Kartoffel um eine sehr wertvolle Pflanzen handeln musste, stahlen die Knollen von den Feldern und verbreiteten sie in K\u00fcrze im ganzen Lande. Das bedeutete f\u00fcr die kommenden Jahrzehnte ein Ende der Hungersn\u00f6te und die Kartoffel war etabliert.<\/p>\n<h2><b>Der grosse Kartoffelhunger<\/b><\/h2> <p>Doch schon bald zeigten sich bei der scheinbaren Wunderknollen auch Schattenseiten. Gerade f\u00fcr arme Bauern oder Landarbeiterinnen entwickelte sich die Kartoffel schnell zum Haupt- oftmals zum einzigen Lebensmittel. Die Kartoffel war unter anderem\u00a0 ideal, um zur beginnenden Industrialisierung die von der Landwirtschaft abgeschnittene urbane Industriearbeiterschaft mit billiger Nahrung zu versorgen. Sie war problemlos zu transportieren und zu lagern. Allerdings f\u00fchrte das auch zu Monokulturen im grossen Stil, was die \u00c4cker f\u00fcr Krankheiten anf\u00e4llig machte. Es war nur eine Frage der Zeit, bis aus der neuen Welt auch die Kartoffelsch\u00e4dlinge wie der Kartoffelk\u00e4fer und insbesondere der als Kartoffelf\u00e4ule bekannte Pilz Omiceten eingeschleppt wurden. In Ganz Europa kam es zu Hungersn\u00f6ten, denen etliche Menschen zum Opfer vielen. In Irland wurde die Hungersnot zum V\u00f6lkermord:\u00a01,2, der damals fast 9 Millionen Irinnen und Iren starben qualvoll an Hunger und Krankheit. Zwei Millionen emigrierten bis 1855, gr\u00f6sstenteils in die USA. Insgesamt schrumpfte die irische Bev\u00f6lkerung durch die Auswanderung und die Hungertoten auf auf 5,5 Millionen.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center\"><strong><em>\u00ab Die Kartoffel war unter anderem\u00a0 ideal, um die urbane Industriearbeiterschaft mit billiger Nahrung zu versorgen. Allerdings f\u00fchrte das auch zu Monokulturen im grossen Stil, was die \u00c4cker f\u00fcr Krankheiten anf\u00e4llig machte. \u00bb<\/em><\/strong><\/h2>\n<h2><b>Ursachen der Katastrophe<\/b><\/h2> <p>Dass gerade in Irland die Als \u00abGreat Famine\u00bb bekannte Katastrophe derart grauenvolle Ausmasse annahm, hatte verschiedene Gr\u00fcnde. Damals war Irland als Kolonie v\u00f6llig unter englischer Kontrolle. Das Land geh\u00f6rte englischen Grossgrundbesitzern, die darauf eintr\u00e4gliche Viehzucht betrieben. Den Irischen Landarbeiterinnen und Landarbeitern wurden Parzellen zum Anbau von Getreide und Kartoffeln verpachtet. Den Pachtzins mussten sie in Getreide entrichten und f\u00fcr sich selbst Kartoffeln anbauen. Durch das von den England aufgezwungene Erbrecht wurden die Parzellen immer kleiner. Der ohnehin kleine Ertag wurde weiter geschm\u00e4lert. Da den Farmerfamilien f\u00fcr den eigenen Lebensunterhalt ausser Kartoffeln nichts mehr blieb, f\u00f6rderte das die Monokulturen, was ihre Kartoffel\u00e4cker auslaugte und anf\u00e4lliger f\u00fcr die Sch\u00e4dlinge machte. 1845 lebte die H\u00e4lfte der irischen Bev\u00f6lkerung aussschliesslich von Kartoffeln. Zu allem Ungl\u00fcck baute man in Irland ausgerechnet die einzigen zwei Kartoffelsorten an, die nicht gegen die Kartoffelf\u00e4ule immun sind. In England herrschte derweil die Wirtschaftsdoktrin des \u00ablaissez-faire\u00bb, die m\u00f6glichst jede staatliche Einmischung in die Wirtschaft, so auch Hilfe f\u00fcr die hungernden Bauern in Irland, zu vermeiden suchte. Profiteure waren die Grossgrundbesitzenden, die in den Hungerjahren die zahlungsunf\u00e4higen irischen P\u00e4chterinnen und P\u00e4chter von ihren Farmen vertrieben und weitere Weidefl\u00e4chen gewannen. So erzielten sie ausgerechnet w\u00e4hrend der Hungerkatastrophe Rekordexporte von Rindfleisch nach England. Das offizielle Ende der Hungersnot wurde im Jahr 1849 erkl\u00e4rt, aber die Armut und der Hunger blieben. Trotz allem lagen in den sp\u00e4teren Jahren bis 1852 immer noch Stapel von Hungertoten auf den Strassen Irlands. In diesem Jahr begannen sich die Felder langsam zu erholen und die irischen Farmerfalien konnten wieder Kartoffeln ernten, sodass die Hungersnot in Irland eigentlich erst 1852 zu Ende ging.<\/p>\n<h2><b>Siegeszug der Kartoffel ging weiter<\/b><\/h2> <p>Eine Katastrophe wie der Great Famine wiederholte sich Gott sei Dank nicht und vermochte den Siegeszug der unscheinbaren Knolle aus den Anden auch nur nur kurz zu bremsen. Heute werden allein in Europa etwa 350 Sorten Kartoffeln angebaut. Unsinnigerweise allerdings nicht nur als Lebensmittel Menschen sondern auch als Tierfutter und neuer nicht fossiler Rohstoff.\u00a0<\/p> <p>Heute sind Kartoffeln praktisch \u00fcberall auf der Welt anzutreffen und stehen auf der Rangliste der wichtigsten Grundnahrungsmittel auf Platz vier hinter Weizen. Laut der Ern\u00e4hrungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO betrug im Jahr 2021 die Weltproduktion 376 Millionen Tonnen Kartoffeln. Die Schweizer Produktion macht da mit 342.800 Tonnen (Sch\u00e4tzung swisspatat von 2022) nur einen kleinen Teil aus, mit dem rund 90 Prozent des hiesigen Bedarfs gedeckt werden k\u00f6nnen. Mit 45 Kilo pro Jahr essen Schweizerinnen und Schweizer mehr Kartoffeln als Reis oder Teigwaren.<\/p>","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15785","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15785"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15785\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15919,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15785\/revisions\/15919"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15762"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15785"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15785"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15785"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}