{"id":17811,"date":"2024-10-11T13:58:51","date_gmt":"2024-10-11T11:58:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/verschiedene\/comprendre-les-groupes-de-pouvoir-qui-maintiennent-lagriculture-industrielle-en-suisse\/"},"modified":"2024-10-16T16:14:11","modified_gmt":"2024-10-16T14:14:11","slug":"die-machtgruppen-verstehen-in-der-schweizer-agrarpolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/gesellschaft\/politik\/schweizer-politik\/die-machtgruppen-verstehen-in-der-schweizer-agrarpolitik\/","title":{"rendered":"Die Machtgruppen, welche die industrielle Landwirtschaft in der Schweiz zementieren."},"content":{"rendered":"<!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-17811\" data-postid=\"17811\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-17811 themify_builder tf_clear\">\n    \t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"TOC\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_0pg7326 tb_first tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_fb9p326 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_mjz6326  repeat \" data-lazy=\"1\">\n    <h3 class=\"module-title\">Inhaltsverzeichnis<\/h3>    <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <p><strong><a href=\"#Partie1\">Teil I : Vom Generalstreik bis heute \u2013 Beginn der Allianz zwischen Industrie, Landwirtschaft und Politik in der Schweiz<\/a><br \/><\/strong>\u00a0 <a href=\"#agriculture_industrielle_definition\">Industrielle Landwirtschaft &#8211; b\u00e4uerliche Landwirtschaft<\/a><br \/>\u00a0 <a href=\"#la_greve_de_1918\">Der Generalstreik von 1918: ein entscheidender Wendepunkt<\/a><br \/>\u00a0 <a href=\"#ernst_laur\">Der Aufbau des SBV und die Rolle von Ernst Laur<\/a><br \/>\u00a0 <a href=\"#modernisation\">Die Modernisierung der Landwirtschaft und die Herausforderungen der Nachkriegszeit<\/a><br \/>\u00a0 <a href=\"#industrialisation\">Der Weg zur industrialisierten Landwirtschaft<\/a><br \/>\u00a0 <a href=\"#conclusions_1ere_partie\">Fazit<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#Partie2\">Teil II: Wie die Allianz zwischen Politik, Industrie und Landwirtschaft gest\u00e4rkt wird<\/a><br \/>\u00a0 <a href=\"#representation_politique\">Der Bundesrat: die politische Vertretung der Landwirte<\/a><br \/>\u00a0 <a href=\"#USP_incontournable\">Der Schweizerische Bauernverband (SBV): ein zentraler Akteur in der Agrarlandschaft<\/a><br \/>\u00a0 <a href=\"#cooperatives_agricoles\">Landwirtschaftliche Genossenschaften: eine schrittweise wirtschaftliche Integration<\/a><br \/>\u00a0 <a href=\"#conclusions_2e_partie\">Schlussfolgerung<\/a><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"Partie1\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-Partie1 tb_exqv815 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_kg9y815 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_4zaw267   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2><b>Teil I: Vom Generalstreik bis heute &#8211; Beginn der Allianz zwischen Industrie, Landwirtschaft und Politik in der Schweiz<\/b><\/h2>\n<p><em>Teil I dieses Artikels fasst den ersten Teil des Vortrags von Fr\u00e9d\u00e9ric Deshusses zusammen, den er anl\u00e4sslich eines MAPC-Fortbildungstages gegeben hat. Er stellte die Geschichte und Strukturierung der Allianzen zwischen Bauern, Industrie und Politik vor, die bis heute fortbestehen.<\/em><\/p>\n<p>Die Geschichte der Allianzen zwischen Industrie, Landwirtschaft und Politik in der Schweiz ist gepr\u00e4gt von Schl\u00fcsselereignissen und Symbolfiguren, die die wirtschaftliche und soziale Landschaft des Landes geformt haben. Diese komplexe Dynamik hat ihre Wurzeln in den Umw\u00e4lzungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, insbesondere dem Generalstreik von 1918, der eine entscheidende Rolle bei der Strukturierung der Beziehungen zwischen diesen Sektoren spielte.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"agriculture_industrielle_definition\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-agriculture_industrielle_definition tb_lb0998 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_swxn98 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_m8di98   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h3><b>Industrielle Landwirtschaft &#8211; b\u00e4uerliche Landwirtschaft<\/b><\/h3>\n<p>Charakteristisch f\u00fcr die industrielle Landwirtschaft sind ihre Abh\u00e4ngigkeit von Industrieprodukten, die Konzentration von Betrieben, die Kommerzialisierung nat\u00fcrlicher Ressourcen, niedrige Preise f\u00fcr die Bauern und B\u00e4uerinnen und eine geografische und soziale Arbeitsteilung. Sie basiert auf dem intensiven Einsatz von Maschinen, synthetischen Pflanzenschutzmitteln und ist auf Produktions- und Gewinnmaximierung ausgerichtet. Im Gegensatz zur b\u00e4uerlichen Landwirtschaft, die die Verteilung (im Gegensatz zur Kapitalkonzentration) und die Arbeit im Einklang mit der Natur sowie die Qualit\u00e4t der Produkte und die lokale Entwicklung f\u00f6rdert, konzentriert sich die industrielle Landwirtschaft auf Effizienz, Rentabilit\u00e4t und Gr\u00f6ssenvorteile mit u. a. der G\u00fcterzusammenlegung, die oft zu Lasten der kleinen Betriebe geht. Die industrielle Landwirtschaft ist nicht nur eine Produktionsweise: sie strukturiert auch die sozialen und wirtschaftlichen Beziehungen innerhalb der Bauernschaft und des B\u00fcrgertums.<\/p>\n<p>In der Schweiz begann die Industrialisierung der Landwirtschaft fr\u00fch, mit einer raschen Integration in den lokalen und globalen Markt ab den 1880er Jahren. Dies ist eine Schweizer Besonderheit, Peter Moser schreibt <em>\u201eSo entstand eine Landwirtschaft, die stark integriert ist (&#8230;) durch ihren Kauf von D\u00fcngemitteln, landwirtschaftlichen Maschinen wie auch durch ihren Verkauf an die Verarbeitungsindustrie. Die Milchindustrie dominierte die Viehzucht und die Landwirtschaft war nur ihre Rohstofflieferanten, das Schlachtvieh und die Schweine ihre Nebenprodukte.\u201c<\/em> Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Landwirtschaft industrialisiert und 1906 war bereits eine Verringerung der kleinb\u00e4uerlichen Betriebe zu beobachten. Der Erste Weltkrieg beschleunigte diesen Prozess und kam vor allem den Grossbauern zugute.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"la_greve_de_1918\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-la_greve_de_1918 tb_t27b161 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_ntmt162 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_irgp162   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h3><b>Der Generalstreik von 1918: ein entscheidender Wendepunkt<\/b><\/h3>\n<p>Der Generalstreik von 1918 war zwar kurz, hatte aber tiefgreifende Auswirkungen auf die Schweizer Gesellschaft. Er offenbarte die Spannungen zwischen den verschiedenen sozialen Klassen und machte die unterschiedlichen Interessen innerhalb des B\u00fcrgertums selbst deutlich. Die Bauern und B\u00e4uerinnen, die zun\u00e4chst auf kantonaler Ebene politisch organisiert waren, nutzten diese Situation, um ihre Position zu st\u00e4rken, ebenso wie der Finanzplatz Schweiz.\u00a0 Zentrale Figuren dieser Zeit waren Rudolf Minger, der Gr\u00fcnder der Bauern-, Gewerbe- und B\u00fcrgerpartei (BGB) und Schl\u00fcsselfigur bei der politischen Strukturierung des Bauernstandes, sowie Ernst Laur, der die Ann\u00e4herung zwischen Bauernschaft, Industrie und Politik f\u00f6rderte, indem er die politische St\u00e4rke des Standes der B\u00e4uerinnen und Bauern als Bollwerk gegen die sozialistischen K\u00e4mpfe in der Schweiz hervorhob.<\/p>\n<p>In dieser Zeit wurden die ersten Bauernparteien gegr\u00fcndet. Sie gewannen schnell an politischem Einfluss und waren 1919 bereits mit 30 Sitzen im Parlament vertreten. 1921 stieg ihre Zahl weiter auf 34. Das war f\u00fcr neu gegr\u00fcndete Parteien bemerkenswert. Das B\u00fcndnis zwischen der Bauernschaft und der Industriebourgeoisie festigte sich in den 1920er Jahren.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"ernst_laur\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-ernst_laur tb_z188837 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_2v3i837 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_03gz838   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h3><b>Der Aufbau des SBV und die Rolle von Ernst Laur<\/b><\/h3>\n<p>1897 wurde der Schweizerische Bauernverband (SBV) gegr\u00fcndet (<a href=\"https:\/\/www.sbv-usp.ch\/de\/geschichte\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schweizer Bauernverband feiert 125. Geburtstag<\/a>), um die Interessen der Landwirte auf nationaler Ebene zu vertreten. <a href=\"https:\/\/hls-dhs-dss.ch\/de\/articles\/029856\/2006-12-15\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ernst Laur<\/a> war sein erster bezahlter Sekret\u00e4r und dann bis 1939 Direktor. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Strukturierung und dem politischen Einfluss. Er war es, \u201eder die Politik und Ideologie des SBV formulierte und sie kenntnisreich und wortgewaltig in der \u00d6ffentlichkeit vertrat. Indem es ihm gelang, die b\u00e4uerlichen Organisationen anl\u00e4sslich der Auseinandersetzung um den Zolltarif 1902 hinter einer gem\u00e4ssigten Schutzzollpolitik zu vereinen, machte er den SBV zum wirtschaftspolitischen Machtfaktor. Ohne selbst ein parlamentarisches Mandat auszu\u00fcben, verf\u00fcgte Laur \u00fcber grossen politischen Einfluss. So konnte er als Delegierter des Bundesrats f\u00fcr Handelsvertr\u00e4ge (1904-1945) die Zollpolitik direkt mitgestalten. Der Erste Weltkrieg brachte den Verb\u00e4nden einen Machtzuwachs. In der Lebensmittelversorgung \u00fcbernahmen sie quasi exekutive Funktionen. Entsprechend spielte Laur in der Kriegswirtschaft eine wichtige Rolle. &#8230; Laurs Einfluss beruhte nicht zuletzt auf den Buchhaltungserhebungen seines Bauernsekretariats, die ihm einerseits statistische Munition f\u00fcr die Interessenpolitik des Verbands, andererseits die Grundlage f\u00fcr eine b\u00e4uerliche Betriebslehre lieferten, die internationale Ausstrahlung gewann.\u201c<\/p>\n<p>Laur f\u00fchrte ein protektionistisches Steuersystem ein und erreichte in den Jahren 1925-30 die Einf\u00fchrung von Z\u00f6llen auf die Einfuhr von Agrarprodukten, um die einheimische Produktion zu sch\u00fctzen und gleichzeitig der Industrie seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Entwicklung ihrer Aktivit\u00e4ten zu sichern. Er zentralisierte die verschiedenen landwirtschaftlichen Gesellschaften unter dem Dach des SBV und machte diese Organisation zu einem unumg\u00e4nglichen, bzw. einzigen Ansprechpartner f\u00fcr die Bundesregierung, die sie finanzierte. Der SBV \u00fcbte einen erheblichen Einfluss auf die Schweizer Agrarpolitik aus, der oftmals m\u00e4chtiger war als die staatlichen Stellen selbst. In den Anfangsjahren des SBV bis in die 1920er Jahre hatte er mehr Beamte als das Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft. Diese B\u00fcndelung erm\u00f6glichte es dem SBV unter anderem, die Erstellung von Agrarstatistiken zu kontrollieren und so die Politik nach seinen Interessen auszurichten. Sein Einfluss blieb \u00fcber die Jahrzehnte bis heute erhalten und ist die Basis der Macht der industriellen Landwirtschaft in der Schweiz.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"modernisation\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-modernisation tb_2te1558 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_595b558 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_24xe558   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h3><b>Die Modernisierung der Landwirtschaft und die Herausforderungen der Nachkriegszeit<\/b><\/h3>\n<p>Die Modernisierung der Schweizer Landwirtschaft war ein langsamer und stiller, aber stetiger Prozess. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen wurden Massnahmen wie die Entschuldung der landwirtschaftlichen Betriebe und die Flurbereinigung eingef\u00fchrt. Ernst Laur trieb auch die landwirtschaftliche Buchf\u00fchrung voran (vgl. agrararchiv.ch), die f\u00fcr die Verwaltung der Betriebe als wesentlich angesehen wurde. Diese Modernisierung erm\u00f6glichte es, die Landwirtschaft in den globalen Markt zu integrieren und gleichzeitig eine starke b\u00e4uerliche Bev\u00f6lkerung zu erhalten.<\/p>\n<p>Die Wirtschaftskrise der 1930er Jahre brachte Bewegungen wie die Jungen Bauern hervor, die sich f\u00fcr eine Planwirtschaft einsetzten. Der SBV behielt jedoch seine Hegemonie bei, indem er Initiativen wie die von 1935 ablehnte, die auf eine Entschuldung der landwirtschaftlichen Betriebe abzielte. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute die Schweiz ihre wirtschaftlichen und politischen B\u00fcndnisse weiter aus. Die Hegemonie des SBV und des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes wurde nicht mehr in Frage gestellt, da sie hohe Subventionen und Zollschutz erhielten. <a href=\"https:\/\/www.histoirerurale.ch\/pers\/personnes\/Wahlen,_Friedrich_Traugott_(1899_1985)__DB3702.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"font-weight: 400\">Friedrich Traugott Wahlen<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400\">, bekannt vom &#8222;Plan Wahlen&#8220;, verk\u00f6rperte diese Modernisierung und Industrialisierung der Landwirtschaft.<\/span><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"industrialisation\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-industrialisation tb_hs4j109 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_rhnu110 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_0r96110   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h3><b>Auf dem Weg zu einer industrialisierten Landwirtschaft<\/b><\/h3>\n<p>In den 1970er bis 1990er Jahren wurde die landwirtschaftliche Modernisierung intensiviert und die Ertr\u00e4ge dank verst\u00e4rkter Mechanisierung gesteigert.\u00a0 Diese Jahre waren von wachsenden Spannungen zwischen den verschiedenen Sektoren der Schweizer Gesellschaft gepr\u00e4gt. Die GATT-Verhandlungen (Vorl\u00e4ufer der WTO) zur Liberalisierung des Welthandels mit Agrarprodukten f\u00fchrten zu Demonstrationen der B\u00e4uerinnen und Bauern. Trotz dieser Spannungen hielt das B\u00fcndnis zwischen dem SBV und der Industriebourgeoisie an, das bis heute fortbesteht.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"conclusions_1ere_partie\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-conclusions_1ere_partie tb_olrt997 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_d1mq997 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_dpa3997   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h3><b>Fazit<\/b><\/h3>\n<p>Vom Generalstreik 1918 bis heute hat die Schweiz die divergierenden Interessen von Industrie, Landwirtschaft und Politik in Einklang gebracht. Die im Laufe der Jahrzehnte gebildeten Allianzen haben die Landwirtschaft derart modernisiert, damit sie bestm\u00f6glich in die Industrie integrieren werden konnte. Dadurch konnte eine wirtschaftliche und politische Stabilit\u00e4t aufrechterhalten werden, die jedoch zu Ungleichgewichten f\u00fchrte und Kleinbauern- und b\u00e4uerinnen und l\u00e4ndliche Gemeinschaften an den Rand dr\u00e4ngte. F\u00fcr einen nachhaltigen und integrativen Wohlstand m\u00fcssten die Agrar- und Wirtschaftspolitik jedoch auch nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken f\u00f6rdern und Kleinbauern unterst\u00fctzen.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_5ns3344 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_wdd7344 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module icon -->\n<div  class=\"module module-icon tb_9nwd344  normal circle icon_horizontal tf_textr\" data-lazy=\"1\">\n\t\t\t<div class=\"module-icon-item\">\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"#TOC\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<em class=\"tf_box\"><svg  class=\"tf_fa tf-ti-arrow-up\" aria-hidden=\"true\"><use href=\"#tf-ti-arrow-up\"><\/use><\/svg><\/em>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<span>zur\u00fcck nach oben<\/span>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<!-- \/module icon -->\n<!-- module divider -->\n<div  class=\"module tf_mw module-divider tb_1xuo510 solid   \" style=\"border-width: 20px;border-color: rgba(0,0,0, 0);\" data-lazy=\"1\">\n    <\/div>\n<!-- \/module divider -->\n\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"Partie2\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-Partie2 tb_lz2k259 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_kozc259 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_ac24259   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2><b>Teil II: Wie die Allianz zwischen Politik, Industrie und Landwirtschaft gest\u00e4rkt wird.<\/b><\/h2>\n<p><i>Der 2. Teil dieses Artikels fasst den zweiten Teil des Vortrags von Fr\u00e9d\u00e9ric Deshusses anl\u00e4sslich eines MAPC-Fortbildungstages zusammen. Er stellte er die Geschichte der Strukturierung der Allianzen zwischen Bauernschaft, Industrie und Politik dar, die bis heute fortbestehen. In diesem Teil f\u00fcgte er die Transformation und die Rolle der landwirtschaftlichen Genossenschaften am Beispiel der Fenaco hinzu.<\/i><\/p>\n<p>Die Schweizer Landwirtschaft hat, trotz des stetigen R\u00fcckgangs der Anzahl der Betriebe, eine starke Pr\u00e4senz in den politischen und wirtschaftlichen Institutionen des Landes bewahrt. Das ist das Ergebnis einer gut orchestrierten Allianz von drei grossen Institutionen: dem Bundesrat, dem Schweizerischen Bauernverband (SBV) und den landwirtschaftlichen Genossenschaften. Sie haben eine Schl\u00fcsselrolle bei der Vertretung und Verteidigung der Interessen eines Teils der Bauernschaft gespielt, indem sie ihre strategische Allianz mit anderen Wirtschaftssektoren verst\u00e4rkt haben.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"representation_politique\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-representation_politique tb_6us3264 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_t0r2265 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_8fbc265   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h3><b>Der Bundesrat: die politische Vertretung der Landwirte<\/b><\/h3>\n<p>Das Schweizer Bundesparlament ist eine einzigartige Institution, nicht zuletzt deshalb, weil die Landwirt*innen in seinen Reihen \u00fcberrepr\u00e4sentiert sind. Obwohl die Zahl der Landwirt*innen seit Mitte des 20. Jahrhunderts drastisch gesunken ist, stellen sie immer noch etwa 8-10% der Parlamentarier*innen &#8211; eine Zahl, die weit \u00fcber ihrem tats\u00e4chlichen Anteil an der Schweizer Bev\u00f6lkerung liegt. Diese \u00fcberproportionale Vertretung l\u00e4sst sich zum Teil durch die Mobilisierung der Bauern und B\u00e4uerinnen und deren Organisationen erkl\u00e4ren, aber auch durch die Integration der Landwirt*innen in die politischen Entscheidungsprozesse, oft als Vertreter von landwirtschaftlichen Interessengruppen.<\/p>\n<p>Zwei eidgen\u00f6ssische Parlamentarier stehen sinnbildlich f\u00fcr diese Verbindung zwischen Landwirtschaft und Politik. Zun\u00e4chst handelt es sich um Johann Jenny (1857 &#8211; 1937), einem Berner Landwirt. Er war Mitglied des bernischen Grossen Rates (1886 &#8211; 1918) und des Nationalrates (1891 &#8211; 1935). Er war im Vorstand der Handwerker- und B\u00fcrgerpartei, Gr\u00fcnder des Volg und grosser F\u00f6rderer der Genossenschaftsbewegung. Peter Moser schreibt \u201eDie von Jenny gepr\u00e4gte Genossenschaftsbewegung war mehr als eine wirtschaftliche Selbsthilfebewegung einer bedr\u00e4ngten Bauernschaft. Sie erm\u00f6glichte einer ganzen Generation von Bauern den Einstieg ins landwirtschaftliche Verbandswesen und die Politik.\u201c Ab 1880 lernten die jungen Landwirte im Rahmen der Genossenschaftsbewegung, wie sie sich auf den M\u00e4rkten gegen\u00fcber den m\u00e4chtigeren K\u00e4ufern und Lieferanten zu verhalten hatten, wobei sie von der politischen Vertretung der Bauernschaft in Richtung Marktintegration gedr\u00e4ngt wurden.<\/p>\n<p>Eine weitere Pers\u00f6nlichkeit, die das politische und wirtschaftliche Engagement von Vertretern der Landwirtschaft verdeutlicht, ist Peter Gerber (1923 &#8211; 2012). Er war Agraringenieur und Pr\u00e4sident des SBV (1974 &#8211; 1988). Er war Regionalpr\u00e4sident der ANICOM AG, Pr\u00e4sident der Vereinigung der R\u00fcbenpflanzer und sass im Verwaltungsrat der Zuckerfabrik Aarberg.<\/p>\n<p>Im Bundesrat ist die Vertretung des Agrarsektors hoch und stabil. Sie nimmt nicht ab, obwohl die Zahl der Bauern und B\u00e4uerinnen stetig zur\u00fcckgeht. Bei der SVP ist der Anteil der Abgeordneten, die Mitglieder von Verwaltungsr\u00e4ten sind, sehr hoch (siehe Interessenregister <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/centers\/documents\/de\/interessen-nr.pdf\" class=\"mtli_attachment mtli_pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NR<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/centers\/documents\/de\/interessen-sr.pdf\" class=\"mtli_attachment mtli_pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SR<\/a>). Sie vertreten ihre politische Partei, aber auch die Interessen der Organisationen, in denen sie sitzen.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"USP_incontournable\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-USP_incontournable tb_2ye2315 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_9861315 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_eqs7315   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h3><b>Der Schweizerische Bauernverband (SBV): ein unumg\u00e4nglicher Akteur in der Agrarlandschaft.<\/b><\/h3>\n<p>Der Schweizerische Bauernverband (SBV) ist eine zentrale Organisation f\u00fcr die Vertretung der landwirtschaftlichen Interessen in der Schweiz. Er wurde gegr\u00fcndet, um dem Staat und anderen Wirtschaftssektoren gegen\u00fcber einen einzigen Ansprechpartner zu bieten. Diese Hegemonie wird bis heute durch ihre Eigenschaft gepr\u00e4gt, sowohl eine Berufsorganisation als auch eine politische Kraft zu sein. Der SBV spielt eine wichtige Rolle in den parlamentarischen Diskussionen, insbesondere in den Aussch\u00fcssen f\u00fcr Landwirtschaft und Raumordnung (Kommission f\u00fcr Umwelt, Raumordnung und Energie) und f\u00fcr Steuerfragen (Kommission f\u00fcr Wirtschaft und Abgaben). Die Verflechtung zwischen dem SBV und dem Parlament ist \u00fcbrigens einzigartig in der Schweiz: Viele Parlamentarier sind auch aktive Mitglieder des SBV, wodurch dieser direkt Einfluss auf die politischen Entscheidungen nehmen kann.<\/p>\n<p>Laut seiner Website verf\u00fcgt der SBV \u00fcber ein Jahresbudget von 17,4 Millionen Franken, wovon 5,8 Millionen aus \u201eBeitr\u00e4gen der Bauernfamilien\u201c stammen. Dieser Ausdruck ist irref\u00fchrend, denn das System ist ein komplexeres. Die Landwirte und Landwirtinnen treten den kantonalen Bauernverb\u00e4nden unter anderem deshalb bei, weil diese eine ganze Reihe von Dienstleistungen anbieten (Buchhaltung, Schulungen, rechtliche Unterst\u00fctzung usw.). Auf der Grundlage dieser Mitgliedschaften &#8211; und oft ohne dass die Mitglieder \u00fcber die j\u00e4hrliche Erneuerung benachrichtigt werden &#8211; zahlt der Bund den kantonalen oder sektoralen Verb\u00e4nden hohe Summen, die diese Verb\u00e4nde an den SBV weiterleiten. (<a href=\"https:\/\/lecourrier.ch\/2023\/03\/23\/sur-une-brochure-duniterre-2-2\/\">https:\/\/lecourrier.ch\/2023\/03\/23\/sur-une-brochure-duniterre-2-2\/<\/a>)<\/p>\n<p>Im Jahr 2014 erhielt der SBV zus\u00e4tzlich zu der Finanzierung, die er vom Bund erhielt, 2.2 Mio. Franken zur Finanzierung von Werbe- und Imagekampagnen, insbesondere der Kampagne \u201eMein Bauer, meine B\u00e4uerin\u201c. IP-Suisse erhielt 1.2 Mio. und der LID\/Agence Agir 420&#8217;000.- f\u00fcr ihre Basiskommunikation. Diese Situation, die manchmal als \u201eparastaatlich\u201c bezeichnet wird, spiegelt die F\u00e4higkeit des SBV wider, sich als unumg\u00e4nglicher Akteur bei der Verteidigung der landwirtschaftlichen Interessen durchzusetzen, und dies manchmal ohne das Wissen der Landwirt*innen. In einigen Kantonen wie Freiburg werden die Mitgliedsbeitr\u00e4ge mit Zustimmung der Landwirte sogar direkt von den Bundessubventionen, die die Produzent*innen erhalten, abgezogen. Um Valentina Hemmeler aus dem Jahr 2016 zu zitieren: \u201eJeder Landwirt ist de facto Mitglied des SBV. Wenn er seine Beitr\u00e4ge nicht mehr bezahlen will, weil er sich nicht mehr vom SBV vertreten f\u00fchlt, muss er sich bei seiner kantonalen Landwirtschaftskammer abmelden und akzeptieren, dass er damit die administrativen Erleichterungen und die Beihilfen verliert, die die Kammer einbringt. Von den rund 55.000 Betrieben in der Schweiz haben nur sehr wenige diese Entscheidung getroffen, und viele Landwirte sind sich nicht bewusst, dass sie zur Finanzierung beitragen.&#8220;<\/p>\n<p>Diese N\u00e4he zu Industrie und Bundesbern ruft jedoch auch Kritik hervor, insbesondere hinsichtlich ihrer Unterwerfung unter die kapitalistischen Interessen der Industrie. Der SBV tritt zwar f\u00fcr eine Modernisierung der Landwirtschaft ein, stellt aber nie das Industriemodell in Frage und akzeptiert einen stetigen R\u00fcckgang des Agrarsektors in der Schweiz. Seine Rolle ist ambivalent: Er verteidigt die Landwirte, stellt sich aber nicht gegen die breiteren wirtschaftlichen Kr\u00e4fte, die diese Modernisierung und den Strukturwandel, der sich zum Nachteil der b\u00e4uerlichen Landwirtschaft vollzieht, vorantreiben.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"cooperatives_agricoles\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-cooperatives_agricoles tb_9py5756 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_xppv756 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_eomw756   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h3><b>Landwirtschaftliche Genossenschaften: eine zunehmende wirtschaftliche Integration<\/b><\/h3>\n<p>Landwirtschaftliche Genossenschaften, wie der Volg und in j\u00fcngerer Zeit die Fenaco, haben eine entscheidende Rolle <span style=\"background-color: initial;font-size: 1em\">gespielt\u00a0<\/span><span style=\"background-color: initial;font-size: 1em\">bei der Organisation und Modernisierung der Schweizer Landwirtschaft. Der 1874 gegr\u00fcndete Volg etablierte sich schnell als zentraler Akteur, indem er die Interessen der kleinen und mittleren Betriebe vertrat. Stand er anfangs noch den Idealen der Arbeiterbewegung nahe, entwickelte sich Volg zu einer Organisation, die viel st\u00e4rker in die vorherrschenden Wirtschaftsstrukturen integriert ist.<\/span><\/p>\n<p>Die Fenaco, die 1993 durch den Zusammenschluss mehrerer grosser Genossenschaften gegr\u00fcndet wurde, ist heute ein wichtiger Akteur im Schweizer Agrarsektor und beherrscht ganze Marktsegmente, wie z. B. Schweizer Getreide und Kartoffeln, bei denen sie die H\u00e4lfte des Marktes kontrolliert, oder \u00d6lsaaten (65 %). Die Wettbewerbskommission scheint sich dar\u00fcber keine Sorgen zu machen, und ihr Modell der vertikalen Integration erm\u00f6glicht es Fenaco, die gesamte Produktionskette zu kontrollieren, vom Kartoffelanbau bis zur Herstellung der Endprodukte, wie die Tiefk\u00fchlpommes frites, die an McDonald&#8217;s verkauft werden. Diese Entwicklung geht sogar \u00fcber den rein landwirtschaftlichen Rahmen hinaus und umfasst Sektoren wie Tierfutter, Kraftstoffe oder auch die Lagerung von Produkten.<\/p>\n<p>Diese wirtschaftliche Integration hat nicht nur ihre Marktmacht gest\u00e4rkt, sondern auch ihren politischen Einfluss gefestigt. Politiker wie der heutige Bundesrat Guy Parmelin haben F\u00fchrungspositionen bei der Fenaco bekleidet und zeigen damit, wie wichtig diese Strukturen in der politischen und wirtschaftlichen Landschaft der Schweiz sind. Diese Entwicklung wirft jedoch Fragen \u00fcber den Kontrollverlust der Landwirt*innen selbst zugunsten eines zunehmend zentralisierten und undurchsichtigen Managements auf (Weitere Informationen \u00fcber die fenaco finden Sie im Artikel <a href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/gesellschaft\/wirtschaft\/macht\/fenaco-landi-ein-machtgefuege\/\"><em><span style=\"font-weight: bold\">Fenaco-LANDI ein Machtgef\u00fcge &#8222;aus der Erde auf den Tisch&#8220;<\/span><\/em><\/a>).<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-anchor=\"conclusions_2e_partie\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_has_section tb_section-conclusions_2e_partie tb_us4e135 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_bd75135 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_mcyf135   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h3><b>Schlussfolgerung<\/b><\/h3>\n<p>Obwohl die Zahl der Landwirte abnimmt, bleibt ihr politisches und wirtschaftliches Gewicht gross, was zum grossen Teil auf die Allianz zwischen den verschiedenen Akteuren der Wertsch\u00f6pfungskette, der Wirtschaft und der Politik zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Diese Allianz, auch wenn nur teilweise wirksam, wirft die Frage auf, ob die Betriebe, insbesondere die kleinsten, in einem System, das zunehmend von m\u00e4chtigen Wirtschaftsinteressen beherrscht wird, tats\u00e4chlich vertreten sind.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_agif851 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_4fdw851 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module icon -->\n<div  class=\"module module-icon tb_xc7t851  normal circle icon_horizontal tf_textr\" data-lazy=\"1\">\n\t\t\t<div class=\"module-icon-item\">\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"#TOC\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<em class=\"tf_box\"><svg  class=\"tf_fa tf-ti-arrow-up\" aria-hidden=\"true\"><use href=\"#tf-ti-arrow-up\"><\/use><\/svg><\/em>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<span>zur\u00fcck nach oben<\/span>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/a>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n<!-- \/module icon -->\n\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t<\/div>\n<!--\/themify_builder_content-->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zusammenfassung eines Vortrags von Fr\u00e9d\u00e9ric Deshusses \u00fcber die Geschichte und B\u00fcndnisse zwischen Bauern, Industrie und Politik <\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":17817,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[91,76],"tags":[216],"class_list":["post-17811","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-macht","category-schweizer-politik","tag-pouvoir-de","has-post-title","has-post-date","has-post-category","has-post-tag","has-post-comment","has-post-author",""],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v23.8 - 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Beginn der Allianz zwischen Industrie, Landwirtschaft und Politik in der Schweiz<\/b><\/h2> <p><em>Teil I dieses Artikels fasst den ersten Teil des Vortrags von Fr\u00e9d\u00e9ric Deshusses zusammen, den er anl\u00e4sslich eines MAPC-Fortbildungstages gegeben hat. Er stellte die Geschichte und Strukturierung der Allianzen zwischen Bauern, Industrie und Politik vor, die bis heute fortbestehen.<\/em><\/p> <p>Die Geschichte der Allianzen zwischen Industrie, Landwirtschaft und Politik in der Schweiz ist gepr\u00e4gt von Schl\u00fcsselereignissen und Symbolfiguren, die die wirtschaftliche und soziale Landschaft des Landes geformt haben. Diese komplexe Dynamik hat ihre Wurzeln in den Umw\u00e4lzungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, insbesondere dem Generalstreik von 1918, der eine entscheidende Rolle bei der Strukturierung der Beziehungen zwischen diesen Sektoren spielte.<\/p>\n<h3><b>Industrielle Landwirtschaft - b\u00e4uerliche Landwirtschaft<\/b><\/h3> <p>Charakteristisch f\u00fcr die industrielle Landwirtschaft sind ihre Abh\u00e4ngigkeit von Industrieprodukten, die Konzentration von Betrieben, die Kommerzialisierung nat\u00fcrlicher Ressourcen, niedrige Preise f\u00fcr die Bauern und B\u00e4uerinnen und eine geografische und soziale Arbeitsteilung. Sie basiert auf dem intensiven Einsatz von Maschinen, synthetischen Pflanzenschutzmitteln und ist auf Produktions- und Gewinnmaximierung ausgerichtet. Im Gegensatz zur b\u00e4uerlichen Landwirtschaft, die die Verteilung (im Gegensatz zur Kapitalkonzentration) und die Arbeit im Einklang mit der Natur sowie die Qualit\u00e4t der Produkte und die lokale Entwicklung f\u00f6rdert, konzentriert sich die industrielle Landwirtschaft auf Effizienz, Rentabilit\u00e4t und Gr\u00f6ssenvorteile mit u. a. der G\u00fcterzusammenlegung, die oft zu Lasten der kleinen Betriebe geht. Die industrielle Landwirtschaft ist nicht nur eine Produktionsweise: sie strukturiert auch die sozialen und wirtschaftlichen Beziehungen innerhalb der Bauernschaft und des B\u00fcrgertums.<\/p> <p>In der Schweiz begann die Industrialisierung der Landwirtschaft fr\u00fch, mit einer raschen Integration in den lokalen und globalen Markt ab den 1880er Jahren. Dies ist eine Schweizer Besonderheit, Peter Moser schreibt <em>\u201eSo entstand eine Landwirtschaft, die stark integriert ist (...) durch ihren Kauf von D\u00fcngemitteln, landwirtschaftlichen Maschinen wie auch durch ihren Verkauf an die Verarbeitungsindustrie. Die Milchindustrie dominierte die Viehzucht und die Landwirtschaft war nur ihre Rohstofflieferanten, das Schlachtvieh und die Schweine ihre Nebenprodukte.\u201c<\/em> Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Landwirtschaft industrialisiert und 1906 war bereits eine Verringerung der kleinb\u00e4uerlichen Betriebe zu beobachten. Der Erste Weltkrieg beschleunigte diesen Prozess und kam vor allem den Grossbauern zugute.<\/p>\n<h3><b>Der Generalstreik von 1918: ein entscheidender Wendepunkt<\/b><\/h3> <p>Der Generalstreik von 1918 war zwar kurz, hatte aber tiefgreifende Auswirkungen auf die Schweizer Gesellschaft. Er offenbarte die Spannungen zwischen den verschiedenen sozialen Klassen und machte die unterschiedlichen Interessen innerhalb des B\u00fcrgertums selbst deutlich. Die Bauern und B\u00e4uerinnen, die zun\u00e4chst auf kantonaler Ebene politisch organisiert waren, nutzten diese Situation, um ihre Position zu st\u00e4rken, ebenso wie der Finanzplatz Schweiz.\u00a0 Zentrale Figuren dieser Zeit waren Rudolf Minger, der Gr\u00fcnder der Bauern-, Gewerbe- und B\u00fcrgerpartei (BGB) und Schl\u00fcsselfigur bei der politischen Strukturierung des Bauernstandes, sowie Ernst Laur, der die Ann\u00e4herung zwischen Bauernschaft, Industrie und Politik f\u00f6rderte, indem er die politische St\u00e4rke des Standes der B\u00e4uerinnen und Bauern als Bollwerk gegen die sozialistischen K\u00e4mpfe in der Schweiz hervorhob.<\/p> <p>In dieser Zeit wurden die ersten Bauernparteien gegr\u00fcndet. Sie gewannen schnell an politischem Einfluss und waren 1919 bereits mit 30 Sitzen im Parlament vertreten. 1921 stieg ihre Zahl weiter auf 34. Das war f\u00fcr neu gegr\u00fcndete Parteien bemerkenswert. Das B\u00fcndnis zwischen der Bauernschaft und der Industriebourgeoisie festigte sich in den 1920er Jahren.<\/p>\n<h3><b>Der Aufbau des SBV und die Rolle von Ernst Laur<\/b><\/h3> <p>1897 wurde der Schweizerische Bauernverband (SBV) gegr\u00fcndet (<a href=\"https:\/\/www.sbv-usp.ch\/de\/geschichte\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schweizer Bauernverband feiert 125. Geburtstag<\/a>), um die Interessen der Landwirte auf nationaler Ebene zu vertreten. <a href=\"https:\/\/hls-dhs-dss.ch\/de\/articles\/029856\/2006-12-15\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ernst Laur<\/a> war sein erster bezahlter Sekret\u00e4r und dann bis 1939 Direktor. Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Strukturierung und dem politischen Einfluss. Er war es, \u201eder die Politik und Ideologie des SBV formulierte und sie kenntnisreich und wortgewaltig in der \u00d6ffentlichkeit vertrat. Indem es ihm gelang, die b\u00e4uerlichen Organisationen anl\u00e4sslich der Auseinandersetzung um den Zolltarif 1902 hinter einer gem\u00e4ssigten Schutzzollpolitik zu vereinen, machte er den SBV zum wirtschaftspolitischen Machtfaktor. Ohne selbst ein parlamentarisches Mandat auszu\u00fcben, verf\u00fcgte Laur \u00fcber grossen politischen Einfluss. So konnte er als Delegierter des Bundesrats f\u00fcr Handelsvertr\u00e4ge (1904-1945) die Zollpolitik direkt mitgestalten. Der Erste Weltkrieg brachte den Verb\u00e4nden einen Machtzuwachs. In der Lebensmittelversorgung \u00fcbernahmen sie quasi exekutive Funktionen. Entsprechend spielte Laur in der Kriegswirtschaft eine wichtige Rolle. ... Laurs Einfluss beruhte nicht zuletzt auf den Buchhaltungserhebungen seines Bauernsekretariats, die ihm einerseits statistische Munition f\u00fcr die Interessenpolitik des Verbands, andererseits die Grundlage f\u00fcr eine b\u00e4uerliche Betriebslehre lieferten, die internationale Ausstrahlung gewann.\u201c<\/p> <p>Laur f\u00fchrte ein protektionistisches Steuersystem ein und erreichte in den Jahren 1925-30 die Einf\u00fchrung von Z\u00f6llen auf die Einfuhr von Agrarprodukten, um die einheimische Produktion zu sch\u00fctzen und gleichzeitig der Industrie seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Entwicklung ihrer Aktivit\u00e4ten zu sichern. Er zentralisierte die verschiedenen landwirtschaftlichen Gesellschaften unter dem Dach des SBV und machte diese Organisation zu einem unumg\u00e4nglichen, bzw. einzigen Ansprechpartner f\u00fcr die Bundesregierung, die sie finanzierte. Der SBV \u00fcbte einen erheblichen Einfluss auf die Schweizer Agrarpolitik aus, der oftmals m\u00e4chtiger war als die staatlichen Stellen selbst. In den Anfangsjahren des SBV bis in die 1920er Jahre hatte er mehr Beamte als das Bundesamt f\u00fcr Landwirtschaft. Diese B\u00fcndelung erm\u00f6glichte es dem SBV unter anderem, die Erstellung von Agrarstatistiken zu kontrollieren und so die Politik nach seinen Interessen auszurichten. Sein Einfluss blieb \u00fcber die Jahrzehnte bis heute erhalten und ist die Basis der Macht der industriellen Landwirtschaft in der Schweiz.<\/p>\n<h3><b>Die Modernisierung der Landwirtschaft und die Herausforderungen der Nachkriegszeit<\/b><\/h3> <p>Die Modernisierung der Schweizer Landwirtschaft war ein langsamer und stiller, aber stetiger Prozess. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen wurden Massnahmen wie die Entschuldung der landwirtschaftlichen Betriebe und die Flurbereinigung eingef\u00fchrt. Ernst Laur trieb auch die landwirtschaftliche Buchf\u00fchrung voran (vgl. agrararchiv.ch), die f\u00fcr die Verwaltung der Betriebe als wesentlich angesehen wurde. Diese Modernisierung erm\u00f6glichte es, die Landwirtschaft in den globalen Markt zu integrieren und gleichzeitig eine starke b\u00e4uerliche Bev\u00f6lkerung zu erhalten.<\/p> <p>Die Wirtschaftskrise der 1930er Jahre brachte Bewegungen wie die Jungen Bauern hervor, die sich f\u00fcr eine Planwirtschaft einsetzten. Der SBV behielt jedoch seine Hegemonie bei, indem er Initiativen wie die von 1935 ablehnte, die auf eine Entschuldung der landwirtschaftlichen Betriebe abzielte. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute die Schweiz ihre wirtschaftlichen und politischen B\u00fcndnisse weiter aus. Die Hegemonie des SBV und des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes wurde nicht mehr in Frage gestellt, da sie hohe Subventionen und Zollschutz erhielten. <a href=\"https:\/\/www.histoirerurale.ch\/pers\/personnes\/Wahlen,_Friedrich_Traugott_(1899_1985)__DB3702.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Friedrich Traugott Wahlen<\/a>, bekannt vom \"Plan Wahlen\", verk\u00f6rperte diese Modernisierung und Industrialisierung der Landwirtschaft.<\/p>\n<h3><b>Auf dem Weg zu einer industrialisierten Landwirtschaft<\/b><\/h3> <p>In den 1970er bis 1990er Jahren wurde die landwirtschaftliche Modernisierung intensiviert und die Ertr\u00e4ge dank verst\u00e4rkter Mechanisierung gesteigert.\u00a0 Diese Jahre waren von wachsenden Spannungen zwischen den verschiedenen Sektoren der Schweizer Gesellschaft gepr\u00e4gt. Die GATT-Verhandlungen (Vorl\u00e4ufer der WTO) zur Liberalisierung des Welthandels mit Agrarprodukten f\u00fchrten zu Demonstrationen der B\u00e4uerinnen und Bauern. Trotz dieser Spannungen hielt das B\u00fcndnis zwischen dem SBV und der Industriebourgeoisie an, das bis heute fortbesteht.<\/p>\n<h3><b>Fazit<\/b><\/h3> <p>Vom Generalstreik 1918 bis heute hat die Schweiz die divergierenden Interessen von Industrie, Landwirtschaft und Politik in Einklang gebracht. Die im Laufe der Jahrzehnte gebildeten Allianzen haben die Landwirtschaft derart modernisiert, damit sie bestm\u00f6glich in die Industrie integrieren werden konnte. Dadurch konnte eine wirtschaftliche und politische Stabilit\u00e4t aufrechterhalten werden, die jedoch zu Ungleichgewichten f\u00fchrte und Kleinbauern- und b\u00e4uerinnen und l\u00e4ndliche Gemeinschaften an den Rand dr\u00e4ngte. F\u00fcr einen nachhaltigen und integrativen Wohlstand m\u00fcssten die Agrar- und Wirtschaftspolitik jedoch auch nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken f\u00f6rdern und Kleinbauern unterst\u00fctzen.<\/p>\n<a href=\"#TOC\"> <em><svg aria-hidden=\"true\"><use href=\"#tf-ti-arrow-up\"><\/use><\/svg><\/em> zur\u00fcck nach oben <\/a>\n\n<h2><b>Teil II: Wie die Allianz zwischen Politik, Industrie und Landwirtschaft gest\u00e4rkt wird.<\/b><\/h2> <p><i>Der 2. Teil dieses Artikels fasst den zweiten Teil des Vortrags von Fr\u00e9d\u00e9ric Deshusses anl\u00e4sslich eines MAPC-Fortbildungstages zusammen. Er stellte er die Geschichte der Strukturierung der Allianzen zwischen Bauernschaft, Industrie und Politik dar, die bis heute fortbestehen. In diesem Teil f\u00fcgte er die Transformation und die Rolle der landwirtschaftlichen Genossenschaften am Beispiel der Fenaco hinzu.<\/i><\/p> <p>Die Schweizer Landwirtschaft hat, trotz des stetigen R\u00fcckgangs der Anzahl der Betriebe, eine starke Pr\u00e4senz in den politischen und wirtschaftlichen Institutionen des Landes bewahrt. Das ist das Ergebnis einer gut orchestrierten Allianz von drei grossen Institutionen: dem Bundesrat, dem Schweizerischen Bauernverband (SBV) und den landwirtschaftlichen Genossenschaften. Sie haben eine Schl\u00fcsselrolle bei der Vertretung und Verteidigung der Interessen eines Teils der Bauernschaft gespielt, indem sie ihre strategische Allianz mit anderen Wirtschaftssektoren verst\u00e4rkt haben.<\/p>\n<h3><b>Der Bundesrat: die politische Vertretung der Landwirte<\/b><\/h3> <p>Das Schweizer Bundesparlament ist eine einzigartige Institution, nicht zuletzt deshalb, weil die Landwirt*innen in seinen Reihen \u00fcberrepr\u00e4sentiert sind. Obwohl die Zahl der Landwirt*innen seit Mitte des 20. Jahrhunderts drastisch gesunken ist, stellen sie immer noch etwa 8-10% der Parlamentarier*innen - eine Zahl, die weit \u00fcber ihrem tats\u00e4chlichen Anteil an der Schweizer Bev\u00f6lkerung liegt. Diese \u00fcberproportionale Vertretung l\u00e4sst sich zum Teil durch die Mobilisierung der Bauern und B\u00e4uerinnen und deren Organisationen erkl\u00e4ren, aber auch durch die Integration der Landwirt*innen in die politischen Entscheidungsprozesse, oft als Vertreter von landwirtschaftlichen Interessengruppen.<\/p> <p>Zwei eidgen\u00f6ssische Parlamentarier stehen sinnbildlich f\u00fcr diese Verbindung zwischen Landwirtschaft und Politik. Zun\u00e4chst handelt es sich um Johann Jenny (1857 - 1937), einem Berner Landwirt. Er war Mitglied des bernischen Grossen Rates (1886 - 1918) und des Nationalrates (1891 - 1935). Er war im Vorstand der Handwerker- und B\u00fcrgerpartei, Gr\u00fcnder des Volg und grosser F\u00f6rderer der Genossenschaftsbewegung. Peter Moser schreibt \u201eDie von Jenny gepr\u00e4gte Genossenschaftsbewegung war mehr als eine wirtschaftliche Selbsthilfebewegung einer bedr\u00e4ngten Bauernschaft. Sie erm\u00f6glichte einer ganzen Generation von Bauern den Einstieg ins landwirtschaftliche Verbandswesen und die Politik.\u201c Ab 1880 lernten die jungen Landwirte im Rahmen der Genossenschaftsbewegung, wie sie sich auf den M\u00e4rkten gegen\u00fcber den m\u00e4chtigeren K\u00e4ufern und Lieferanten zu verhalten hatten, wobei sie von der politischen Vertretung der Bauernschaft in Richtung Marktintegration gedr\u00e4ngt wurden.<\/p> <p>Eine weitere Pers\u00f6nlichkeit, die das politische und wirtschaftliche Engagement von Vertretern der Landwirtschaft verdeutlicht, ist Peter Gerber (1923 - 2012). Er war Agraringenieur und Pr\u00e4sident des SBV (1974 - 1988). Er war Regionalpr\u00e4sident der ANICOM AG, Pr\u00e4sident der Vereinigung der R\u00fcbenpflanzer und sass im Verwaltungsrat der Zuckerfabrik Aarberg.<\/p> <p>Im Bundesrat ist die Vertretung des Agrarsektors hoch und stabil. Sie nimmt nicht ab, obwohl die Zahl der Bauern und B\u00e4uerinnen stetig zur\u00fcckgeht. Bei der SVP ist der Anteil der Abgeordneten, die Mitglieder von Verwaltungsr\u00e4ten sind, sehr hoch (siehe Interessenregister <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/centers\/documents\/de\/interessen-nr.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NR<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.parlament.ch\/centers\/documents\/de\/interessen-sr.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SR<\/a>). Sie vertreten ihre politische Partei, aber auch die Interessen der Organisationen, in denen sie sitzen.<\/p>\n<h3><b>Der Schweizerische Bauernverband (SBV): ein unumg\u00e4nglicher Akteur in der Agrarlandschaft.<\/b><\/h3> <p>Der Schweizerische Bauernverband (SBV) ist eine zentrale Organisation f\u00fcr die Vertretung der landwirtschaftlichen Interessen in der Schweiz. Er wurde gegr\u00fcndet, um dem Staat und anderen Wirtschaftssektoren gegen\u00fcber einen einzigen Ansprechpartner zu bieten. Diese Hegemonie wird bis heute durch ihre Eigenschaft gepr\u00e4gt, sowohl eine Berufsorganisation als auch eine politische Kraft zu sein. Der SBV spielt eine wichtige Rolle in den parlamentarischen Diskussionen, insbesondere in den Aussch\u00fcssen f\u00fcr Landwirtschaft und Raumordnung (Kommission f\u00fcr Umwelt, Raumordnung und Energie) und f\u00fcr Steuerfragen (Kommission f\u00fcr Wirtschaft und Abgaben). Die Verflechtung zwischen dem SBV und dem Parlament ist \u00fcbrigens einzigartig in der Schweiz: Viele Parlamentarier sind auch aktive Mitglieder des SBV, wodurch dieser direkt Einfluss auf die politischen Entscheidungen nehmen kann.<\/p> <p>Laut seiner Website verf\u00fcgt der SBV \u00fcber ein Jahresbudget von 17,4 Millionen Franken, wovon 5,8 Millionen aus \u201eBeitr\u00e4gen der Bauernfamilien\u201c stammen. Dieser Ausdruck ist irref\u00fchrend, denn das System ist ein komplexeres. Die Landwirte und Landwirtinnen treten den kantonalen Bauernverb\u00e4nden unter anderem deshalb bei, weil diese eine ganze Reihe von Dienstleistungen anbieten (Buchhaltung, Schulungen, rechtliche Unterst\u00fctzung usw.). Auf der Grundlage dieser Mitgliedschaften - und oft ohne dass die Mitglieder \u00fcber die j\u00e4hrliche Erneuerung benachrichtigt werden - zahlt der Bund den kantonalen oder sektoralen Verb\u00e4nden hohe Summen, die diese Verb\u00e4nde an den SBV weiterleiten. (<a href=\"https:\/\/lecourrier.ch\/2023\/03\/23\/sur-une-brochure-duniterre-2-2\/\">https:\/\/lecourrier.ch\/2023\/03\/23\/sur-une-brochure-duniterre-2-2\/<\/a>)<\/p> <p>Im Jahr 2014 erhielt der SBV zus\u00e4tzlich zu der Finanzierung, die er vom Bund erhielt, 2.2 Mio. Franken zur Finanzierung von Werbe- und Imagekampagnen, insbesondere der Kampagne \u201eMein Bauer, meine B\u00e4uerin\u201c. IP-Suisse erhielt 1.2 Mio. und der LID\/Agence Agir 420'000.- f\u00fcr ihre Basiskommunikation. Diese Situation, die manchmal als \u201eparastaatlich\u201c bezeichnet wird, spiegelt die F\u00e4higkeit des SBV wider, sich als unumg\u00e4nglicher Akteur bei der Verteidigung der landwirtschaftlichen Interessen durchzusetzen, und dies manchmal ohne das Wissen der Landwirt*innen. In einigen Kantonen wie Freiburg werden die Mitgliedsbeitr\u00e4ge mit Zustimmung der Landwirte sogar direkt von den Bundessubventionen, die die Produzent*innen erhalten, abgezogen. Um Valentina Hemmeler aus dem Jahr 2016 zu zitieren: \u201eJeder Landwirt ist de facto Mitglied des SBV. Wenn er seine Beitr\u00e4ge nicht mehr bezahlen will, weil er sich nicht mehr vom SBV vertreten f\u00fchlt, muss er sich bei seiner kantonalen Landwirtschaftskammer abmelden und akzeptieren, dass er damit die administrativen Erleichterungen und die Beihilfen verliert, die die Kammer einbringt. Von den rund 55.000 Betrieben in der Schweiz haben nur sehr wenige diese Entscheidung getroffen, und viele Landwirte sind sich nicht bewusst, dass sie zur Finanzierung beitragen.\"<\/p> <p>Diese N\u00e4he zu Industrie und Bundesbern ruft jedoch auch Kritik hervor, insbesondere hinsichtlich ihrer Unterwerfung unter die kapitalistischen Interessen der Industrie. Der SBV tritt zwar f\u00fcr eine Modernisierung der Landwirtschaft ein, stellt aber nie das Industriemodell in Frage und akzeptiert einen stetigen R\u00fcckgang des Agrarsektors in der Schweiz. Seine Rolle ist ambivalent: Er verteidigt die Landwirte, stellt sich aber nicht gegen die breiteren wirtschaftlichen Kr\u00e4fte, die diese Modernisierung und den Strukturwandel, der sich zum Nachteil der b\u00e4uerlichen Landwirtschaft vollzieht, vorantreiben.<\/p>\n<h3><b>Landwirtschaftliche Genossenschaften: eine zunehmende wirtschaftliche Integration<\/b><\/h3> <p>Landwirtschaftliche Genossenschaften, wie der Volg und in j\u00fcngerer Zeit die Fenaco, haben eine entscheidende Rolle gespielt\u00a0bei der Organisation und Modernisierung der Schweizer Landwirtschaft. Der 1874 gegr\u00fcndete Volg etablierte sich schnell als zentraler Akteur, indem er die Interessen der kleinen und mittleren Betriebe vertrat. Stand er anfangs noch den Idealen der Arbeiterbewegung nahe, entwickelte sich Volg zu einer Organisation, die viel st\u00e4rker in die vorherrschenden Wirtschaftsstrukturen integriert ist.<\/p> <p>Die Fenaco, die 1993 durch den Zusammenschluss mehrerer grosser Genossenschaften gegr\u00fcndet wurde, ist heute ein wichtiger Akteur im Schweizer Agrarsektor und beherrscht ganze Marktsegmente, wie z. B. Schweizer Getreide und Kartoffeln, bei denen sie die H\u00e4lfte des Marktes kontrolliert, oder \u00d6lsaaten (65 %). Die Wettbewerbskommission scheint sich dar\u00fcber keine Sorgen zu machen, und ihr Modell der vertikalen Integration erm\u00f6glicht es Fenaco, die gesamte Produktionskette zu kontrollieren, vom Kartoffelanbau bis zur Herstellung der Endprodukte, wie die Tiefk\u00fchlpommes frites, die an McDonald's verkauft werden. Diese Entwicklung geht sogar \u00fcber den rein landwirtschaftlichen Rahmen hinaus und umfasst Sektoren wie Tierfutter, Kraftstoffe oder auch die Lagerung von Produkten.<\/p> <p>Diese wirtschaftliche Integration hat nicht nur ihre Marktmacht gest\u00e4rkt, sondern auch ihren politischen Einfluss gefestigt. Politiker wie der heutige Bundesrat Guy Parmelin haben F\u00fchrungspositionen bei der Fenaco bekleidet und zeigen damit, wie wichtig diese Strukturen in der politischen und wirtschaftlichen Landschaft der Schweiz sind. Diese Entwicklung wirft jedoch Fragen \u00fcber den Kontrollverlust der Landwirt*innen selbst zugunsten eines zunehmend zentralisierten und undurchsichtigen Managements auf (Weitere Informationen \u00fcber die fenaco finden Sie im Artikel <a href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/gesellschaft\/wirtschaft\/macht\/fenaco-landi-ein-machtgefuege\/\"><em>Fenaco-LANDI ein Machtgef\u00fcge \"aus der Erde auf den Tisch\"<\/em><\/a>).<\/p>\n<h3><b>Schlussfolgerung<\/b><\/h3> <p>Obwohl die Zahl der Landwirte abnimmt, bleibt ihr politisches und wirtschaftliches Gewicht gross, was zum grossen Teil auf die Allianz zwischen den verschiedenen Akteuren der Wertsch\u00f6pfungskette, der Wirtschaft und der Politik zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Diese Allianz, auch wenn nur teilweise wirksam, wirft die Frage auf, ob die Betriebe, insbesondere die kleinsten, in einem System, das zunehmend von m\u00e4chtigen Wirtschaftsinteressen beherrscht wird, tats\u00e4chlich vertreten sind.<\/p>\n<a href=\"#TOC\"> <em><svg aria-hidden=\"true\"><use href=\"#tf-ti-arrow-up\"><\/use><\/svg><\/em> zur\u00fcck nach oben <\/a>","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17811","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17811"}],"version-history":[{"count":32,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17811\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":17884,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17811\/revisions\/17884"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/17817"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17811"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17811"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17811"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}