{"id":3896,"date":"2021-06-29T16:42:08","date_gmt":"2021-06-29T14:42:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/?p=3896"},"modified":"2023-01-24T14:24:39","modified_gmt":"2023-01-24T13:24:39","slug":"die-schweizer-bauernkriege-1523-1526-1653","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/verschiedene\/die-schweizer-bauernkriege-1523-1526-1653\/","title":{"rendered":"Die Schweizer Bauernkriege (1523 &#8211; 1526, 1653)"},"content":{"rendered":"<!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-3896\" data-postid=\"3896\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-3896 themify_builder tf_clear\">\n    \t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"TOC-2\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_0pg7326 tb_first tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_fb9p326 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_mjz6326  repeat \" data-lazy=\"1\">\n    <h3 class=\"module-title\">Inhaltsverzeichnis<\/h3>    <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <p><a href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/die-schweizer-bauernkriege-1523-1526-1653\/#Abschnitt0\">Einf\u00fchrung<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/die-schweizer-bauernkriege-1523-1526-1653\/#Abschnitt1\">Der grosse Bauernkrieg von 1653<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/die-schweizer-bauernkriege-1523-1526-1653\/#Abschnitt2\">Erster und zweiter Bauernbund<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/die-schweizer-bauernkriege-1523-1526-1653\/#Abschnitt3\">Teilerfolge durch Verhandlungen<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/die-schweizer-bauernkriege-1523-1526-1653\/#Abschnitt4\">Der dritte revolution\u00e4re Bauernbund<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/die-schweizer-bauernkriege-1523-1526-1653\/#Abschnitt5\">Blockade von Bern und Luzern<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/die-schweizer-bauernkriege-1523-1526-1653\/#Abschnitt6\">Frieden und Verrat durch die Obrigkeit<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/die-schweizer-bauernkriege-1523-1526-1653\/#Abschnitt7\">Erfolg trotz Niederlage<\/a><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"Abschnitt0\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_2nqm430 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_sdye431 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_yyiq437   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <p><strong>Quasi zeitgleich und zum Teil aus \u00e4hnlichen Gr\u00fcnden wie der grosse deutsche Bauernkrieg, erhoben sich auch die Schweizer Bauern in den 20ern des 16 Jahrhunderts. Im wesentlich inspiriert von der Reformation. Der Bauernkrieg 1653 hingegen war von den Folgen des 30-J\u00e4hrigen Krieges beeinflusst und hat erstmals die Standesgesellschaft an Sich in Frage gestellt.<\/strong><\/p>\n<p>Im 16. und 17. Jahrhundert erfreuten sich die wehrhaften Schweizer S\u00f6ldner\u00a0 in den Nachbarl\u00e4ndern grosser Beliebtheit. Die reichen Ratsherren der Schweizer St\u00e4dte liessen sich f\u00fcr die Rekrutierung dieser sogenannten Reisl\u00e4ufer reichlich entlohnen. Die Reisl\u00e4uferei generierte zu Beginn des 17.Jahrhunderts dermassen grosse Profite, dass es in der Schweiz zu einer massiven Teuerung kam. W\u00e4hrend die Profite vor allem den R\u00e4ten und dem st\u00e4dtischen Handel zu Gute kamen, mussten die Lasten der Teuerung die politisch und wirtschaftlich unfreien Bauern praktisch allein tragen. So kam es w\u00e4hrend der Mail\u00e4nder Kriege zwischen 1513 und 1516 zu ersten Aufst\u00e4nden im Bernbiet, und dem Entlebuch.<\/p>\n<p>1523 schliesslich kam es zu organisierten Aufst\u00e4nden in den Kantonen Z\u00fcrich, Bern, Basel, Solothurn, St. Gallen und Thurgau. Die aufst\u00e4ndischen Bauern forderten, \u00e4hnlich ihren deutschen Standesgenossen, die Aufhebung der Leibeigenschaft, die Minderung von Abgaben und politische Mitbestimmung. W\u00e4hrend die Bauern in Deutschland mit ihren Forderungen beim Adel und Klerus auf vollst\u00e4ndig taube Ohren stiessen, gab der Z\u00fcrcher Rat unter der dem Einfluss des Reformators Ulrich Zwingli teilweise nach. 1525 hob er die Leibeigenschaft auf und erliess den Bauern den <em>Zehnten<\/em> von der zweiten Ernte, beharrte jedoch auf dem \u00ab<em>Grossen Zehnten\u00bb<\/em> auf der Haupternte. Auch Solothurn und Basel, letztere widerum durch den mittlerweile ebenfalls betr\u00e4chtlichen Einfluss des Basler Reformators Oekolampad, minderten wenigstens einige Abgaben. Bern und Schaffhausen schlugen die Aufst\u00e4nde blutig nieder. Die Thurgauer Bauern erhielten 1525 das Recht, sich aus der Leibeigenschaft loszukaufen. Allerdings wurde das Zugest\u00e4ndnis schon nach einem Jahr schon wieder zur\u00fcckgenommen.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"Abschnitt1\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_qud2710 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_6h3r711 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_0efj950   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>Der grosse Bauernkrieg von 1653<\/h2>\n<div id=\"acc-enwu717-0-content\" class=\"accordion-content\" data-id=\"acc-enwu717-0\" aria-hidden=\"false\">\n<div class=\"tb_text_wrap\">\n<div class=\"toggle-box-content\">\n<p>Deutlich anders gelagert waren die Vorzeichen, aber auch die Forderungen der Bauern im grossen Bauernkrieg. War der theoretische Unterbau fr\u00fcherer Erhebungen meist direkt aus der Bibel abgeleitet und von der Reformation befeuert, argumentierten die Bauern 1653, egal ob protestantisch oder katholisch, eher wirtschaftlich und politisch.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des 30-j\u00e4hrigen Krieges exportierte die Schweiz \u2013 neben S\u00f6ldnern \u2013 grosse Mengen Vieh und Korn in das verw\u00fcstete, von pl\u00fcndernden Soldateska, Pest und anderen Seuchen heimgesuchte Deutschland. Und zwar mit, auch f\u00fcr den Bauernstand, sehr hohen Ertr\u00e4gen. Zwar stieg die Zinslast, aber mit der fortschreitenden Verw\u00fcstung und Verelendung in den Deutschen Grafschaften und F\u00fcrstent\u00fcmern stiegen auch die Preise. Nach dem westf\u00e4lischen Frieden von 1648 fielen die Ertr\u00e4ge wieder, aber die auf den Bauern und niederen St\u00e4nden lastenden Abgaben blieben gleich, was zusehends die Lebensbedingungen der Bauernschaft verschlechterte.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"Abschnitt2\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_6wi7997 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_8quo999 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_5e00388   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>Erster und zweiter Bauernbund<\/h2>\n<p>Insbesondere die Abwertung der Berner, Solothurner und Freiburger Handm\u00fcnzen im Dezember, war der z\u00fcndende Funke am Pulverfass. Am 9.1.1653 sprach eine Delegation der Entlebucher Talschaft beim Rat der Stadt Luzern vor und bat um die Kompensation der Abwertungsverluste oder die R\u00fccknahme der Abwertung. Die eigentlichen Verantwortlichen, die R\u00e4te von Bern, Solothurn und Freiburg, weigerten sich aber strickt, \u00abfremden Untertanen\u00bb eine Entsch\u00e4digung f\u00fcr die Abwertung der, auch ausserhalb der drei St\u00e4dte stark verbreiten, W\u00e4hrung zuzugestehen. Tausende von Bauern trafen sich daher zu einer zu Landsgemeinde in Huttwil (BE). Dort beschlossen die Rebellen, die Durchsetzung ihrer Forderungen mit einem Zins- und Zehntenstreik zu erzwingen. Kurze Zeit sp\u00e4ter schlossen sich die \u00fcbrigen Luzerner \u00c4mter und Landvogteien der Rebellion an, und am 26.2. schlossen sie sich in in Wolhusen zu einem zweiten und gr\u00f6sseren Bund aller Luzerner Untertanen zusammen. Damit sah sich die Luzerner Obrigkeit ausser Stande, den Aufstand aus eigener Kraft niederzuschlagen und baten andere katholische St\u00e4dte um Hilfe und Vermittlung. Sehr schnell griff die Rebellion auch auf das Herrschaftsgebiet von Bern, Aarau, Solothurn und Basel \u00fcber. Wie vorher Luzern sah auch Bern sich gezwungen in den protestantischen St\u00e4dten um Hilfe zu bitten.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"Abschnitt3\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_ybf9678 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_zshy679 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_7kzj307   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>Teilerfolge durch Verhandlungen<\/h2>\n<p>Zun\u00e4chst waren die die Ergebnisse der eidgen\u00f6ssischen Vermittlungsversuche f\u00fcr die Luzerner und Berner Untertanen recht erfolgreich. Vor allem im wirtschaftlichen Bereich wurden den Bauern Konzessionen gemacht. Die politischen Forderungen der Rebellen, wie das Recht auf eigene politische Landsgemeinden und Versammlungen lehnte die Obrigkeit aber kategorisch ab. Ebenso wie eine institutionale Teilhabe an der obrigkeitlichen Gesetzgebung. Die politischen Forderungen der Bauern und niederen St\u00e4nde hatte aber mittlerweile einen massiv h\u00f6heren Stellenwert. Statt einer Beruhigung endeten die Verhandlungen in einer weiteren Eskalation des Konflikts.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"Abschnitt4\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_b52z453 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_4sq1454 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_l8qs498   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>Der dritte revolution\u00e4re Bauernbund<\/h2>\n<p>Vertreter der Untertanen von Luzern, Bern, Solothurn und Basel hielten in Huttwil eine weitere Landsgemeinde ab und schlossen sich zum den dritten \u00abMuttwiler Bauernbund\u00bb. In der Hoffnung, dass sich auch die \u00fcbrigen eidgen\u00f6ssischen Landschaften dem Bund anschliessen w\u00fcrden, griffen die mittlerweile radikalisierten Bauern zu den Waffen und planten nicht weniger als eine umfassende politische Revolution. Dass Vertreter des Bauernbunds bei inneren Konflikten gleichberechtigt neben den herrschaftlichen Gesandten der einzelnen Orte vermitteln und den im Konflikt engagierten Untertanen unter Umst\u00e4nden gegen ihre Obrigkeit auch milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung anbieten sollten, beinhaltete eine grundlegende und radikale Ver\u00e4nderung der etablierten Herrschafts- und Machtverh\u00e4ltnisse, die in vorangegangen europ\u00e4ischen Bauernerhebungen nie zur Debatte standen. Ein Erfolg des Muttwiler Bundes h\u00e4tte das politische Gewicht der unterdr\u00fcckten Landbev\u00f6lkerung in ganz Europa in bis dahin beispiellosen Ausmass verst\u00e4rkt. Die Bauern stellten nicht weniger als die Machtfragte und forderten einen umfassenden politischen Systemwechsel. Nicht nur das l\u00f6ste bei der Obrigkeit blankes Entsetzen aus. Dank dem konfessions\u00fcbergreifenden, weitr\u00e4umigen Zusammenschluss des Muttwiler Bundes standen den Untertanen betr\u00e4chtliche Waffenarsenale und \u2013 dank der Reisl\u00e4uferei \u2013 ein milit\u00e4risches Know-how zur Verf\u00fcgung, dass der Bauernschaft bei fr\u00fcheren Aufst\u00e4nden fehlte.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"Abschnitt5\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_cmph645 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_73zm646 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_s41g987   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>Blockade von Bern und Luzern<\/h2>\n<div id=\"acc-tz0b650-0-content\" class=\"accordion-content\" data-id=\"acc-tz0b650-0\" aria-hidden=\"false\">\n<div class=\"tb_text_wrap\">\n<div class=\"toggle-box-content\">\n<p>Im Mai r\u00fcsteten sich beide Seiten f\u00fcr die entscheidende Auseinandersetzung. Die Untertanen griffen am 21. und 23. Mai zu den Waffen und blockierten die Lebensmittelzufur von Bern und Luzern. Allerdings erf\u00fcllte sich die Hoffnung des Bauernbundes nicht, dass sich auch die anderen Landschaften dem Aufstand anschlossen. In Z\u00fcrich besammelte sich ein \u00abTagsatzungsheer\u00bb und aus der treu gebliebenen Waadt marschierte ein zweites berntreues Heer an.<\/p>\n<p>Die Aufst\u00e4ndischen gaben teilweise nach. Am 29.5. unterzeichnete der Bauernf\u00fchrer Niklaus Leuenberger einen Separatfrieden und Kompromiss mit seiner Obrigkeit (Vertrag vom Murifeld). W\u00e4hrend die Untertanen auf ihre politischen Forderungen verzichteten, best\u00e4tigte die Berner Regierung im Gegenzug zahlreiche Konzessionen. Wenige Tage sp\u00e4ter folgten die Anf\u00fchrer des zweiten Bauernheeres, das sich dem Z\u00fcrcher Tagsatzungsheer bei Mellingen entgegenstellt hatte, diesem Beispiel und unterzeichneten im Juni den Mellinger Friedensvertrag.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"Abschnitt6\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_2xop951 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_00sf952 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_kj72489   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>Frieden und Verrat durch die Obrigkeit<\/h2>\n<div id=\"acc-lvqc959-0-content\" class=\"accordion-content\" data-id=\"acc-lvqc959-0\" aria-hidden=\"false\">\n<div class=\"tb_text_wrap\">\n<div class=\"toggle-box-content\">\n<p>Doch kaum hatten sich die Rebellentruppen entsprechend der Vereinbarungen entwaffnet und aufgel\u00f6st, viel ihnen die Berner Obrigkeit hinterh\u00e4ltig in den R\u00fccken. Sie erkl\u00e4rte den Murifeldvertrag f\u00fcr gegenstandslos und hetzte ihre Truppen auf die mittlerweile wehrlosen Bauern und f\u00fchrten einen brutalen Rachefeldzug gegen die eigenen Untertanen.<\/p>\n<p>Die anderen vom Bauernkrieg betroffenen St\u00e4dte, vor allem die Luzerner Regierung gingen nicht so weit, den Friedensvertrag zu annullieren. Aber auch sie f\u00fchrten, entgegen der Abmachung, harte Strafmassnahmen\u00a0 durch. Etliche der Rebellen wurden hingerichtet, als Galeerensklaven oder S\u00f6ldner verkauft oder verbannt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"Abschnitt7\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_67nu917 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_3lhu918 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_ab9a68   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>Erfolg trotz Niederlage<\/h2>\n<p>Obwohl der Bauernkrieg im Wesentlichen zu einer Niederlage f\u00fchrte, forcierte er doch erste Reformversuchen des eidgen\u00f6ssischen B\u00fcndnissystems. Wichtiger waren aber die langfristigen Folgen. Der, auch nach der grossen Niederlage weiter gef\u00fchrte, ausdauernde Kampf der Schweizer Untertanen f\u00fcr politische Partizipation und gegen Zentralisierung und Totalisierung der obrigkeitlichen Macht war mit ein gewichtiger Grund daf\u00fcr, dass die st\u00e4dtischen Obrigkeiten ihre Pl\u00e4ne zum Ausbau einer totalit\u00e4ren Herrschaft nicht weiter vorantreiben konnten. Dadurch ebneten die Bauern und Landarbeiter der Schweiz lang vor der franz\u00f6sischen Revolution, Napoleon und der 1848er Revolution ein betr\u00e4chtliches St\u00fcck des Weges zur modernen demokratischen Eidgenossenschaft.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_qcp6293 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_jchu293 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module post -->\n<div  class=\"module module-post tb_5r9a356 \">\n    <h3 class=\"module-title\">Unsere Artikelserie \u00fcber Bauernrevolten:<\/h3>    <div  class=\"builder-posts-wrap loops-wrapper grid3 classic tf_clear tf_clearfix\" data-lazy=\"1\">\n\t<article id=\"post-5153\" class=\"post tf_clearfix post-5153 type-post status-publish format-standard has-post-thumbnail hentry category-gesellschaft tag-aufstaende has-post-title no-post-date has-post-category has-post-tag has-post-comment has-post-author \">\n\t\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/gesellschaft\/bauernrevolten-und-bewegungen\/\" aria-label=\"Bauernrevolten und -bewegungen\" data-post-permalink=\"yes\" style=\"display: none;\"><\/a>\n\t    \t\t\t<figure class=\"post-image tf_clearfix\">\n\t\t\t    \t\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/gesellschaft\/bauernrevolten-und-bewegungen\/\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"896\" height=\"513\" src=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2021\/06\/milinkov_namirnichpoliach1950-1024x585c.jpg\" class=\"wp-post-image wp-image-9670\" 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Verhandlungen<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/die-schweizer-bauernkriege-1523-1526-1653\/#Abschnitt4\">Der dritte revolution\u00e4re Bauernbund<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/die-schweizer-bauernkriege-1523-1526-1653\/#Abschnitt5\">Blockade von Bern und Luzern<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/die-schweizer-bauernkriege-1523-1526-1653\/#Abschnitt6\">Frieden und Verrat durch die Obrigkeit<\/a><br \/><a href=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/die-schweizer-bauernkriege-1523-1526-1653\/#Abschnitt7\">Erfolg trotz Niederlage<\/a><\/p>\n<p><strong>Quasi zeitgleich und zum Teil aus \u00e4hnlichen Gr\u00fcnden wie der grosse deutsche Bauernkrieg, erhoben sich auch die Schweizer Bauern in den 20ern des 16 Jahrhunderts. Im wesentlich inspiriert von der Reformation. Der Bauernkrieg 1653 hingegen war von den Folgen des 30-J\u00e4hrigen Krieges beeinflusst und hat erstmals die Standesgesellschaft an Sich in Frage gestellt.<\/strong><\/p> <p>Im 16. und 17. Jahrhundert erfreuten sich die wehrhaften Schweizer S\u00f6ldner\u00a0 in den Nachbarl\u00e4ndern grosser Beliebtheit. Die reichen Ratsherren der Schweizer St\u00e4dte liessen sich f\u00fcr die Rekrutierung dieser sogenannten Reisl\u00e4ufer reichlich entlohnen. Die Reisl\u00e4uferei generierte zu Beginn des 17.Jahrhunderts dermassen grosse Profite, dass es in der Schweiz zu einer massiven Teuerung kam. W\u00e4hrend die Profite vor allem den R\u00e4ten und dem st\u00e4dtischen Handel zu Gute kamen, mussten die Lasten der Teuerung die politisch und wirtschaftlich unfreien Bauern praktisch allein tragen. So kam es w\u00e4hrend der Mail\u00e4nder Kriege zwischen 1513 und 1516 zu ersten Aufst\u00e4nden im Bernbiet, und dem Entlebuch.<\/p> <p>1523 schliesslich kam es zu organisierten Aufst\u00e4nden in den Kantonen Z\u00fcrich, Bern, Basel, Solothurn, St. Gallen und Thurgau. Die aufst\u00e4ndischen Bauern forderten, \u00e4hnlich ihren deutschen Standesgenossen, die Aufhebung der Leibeigenschaft, die Minderung von Abgaben und politische Mitbestimmung. W\u00e4hrend die Bauern in Deutschland mit ihren Forderungen beim Adel und Klerus auf vollst\u00e4ndig taube Ohren stiessen, gab der Z\u00fcrcher Rat unter der dem Einfluss des Reformators Ulrich Zwingli teilweise nach. 1525 hob er die Leibeigenschaft auf und erliess den Bauern den <em>Zehnten<\/em> von der zweiten Ernte, beharrte jedoch auf dem \u00ab<em>Grossen Zehnten\u00bb<\/em> auf der Haupternte. Auch Solothurn und Basel, letztere widerum durch den mittlerweile ebenfalls betr\u00e4chtlichen Einfluss des Basler Reformators Oekolampad, minderten wenigstens einige Abgaben. Bern und Schaffhausen schlugen die Aufst\u00e4nde blutig nieder. Die Thurgauer Bauern erhielten 1525 das Recht, sich aus der Leibeigenschaft loszukaufen. Allerdings wurde das Zugest\u00e4ndnis schon nach einem Jahr schon wieder zur\u00fcckgenommen.<\/p>\n<h2>Der grosse Bauernkrieg von 1653<\/h2>\n<p>Deutlich anders gelagert waren die Vorzeichen, aber auch die Forderungen der Bauern im grossen Bauernkrieg. War der theoretische Unterbau fr\u00fcherer Erhebungen meist direkt aus der Bibel abgeleitet und von der Reformation befeuert, argumentierten die Bauern 1653, egal ob protestantisch oder katholisch, eher wirtschaftlich und politisch.<\/p> <p>W\u00e4hrend des 30-j\u00e4hrigen Krieges exportierte die Schweiz \u2013 neben S\u00f6ldnern \u2013 grosse Mengen Vieh und Korn in das verw\u00fcstete, von pl\u00fcndernden Soldateska, Pest und anderen Seuchen heimgesuchte Deutschland. Und zwar mit, auch f\u00fcr den Bauernstand, sehr hohen Ertr\u00e4gen. Zwar stieg die Zinslast, aber mit der fortschreitenden Verw\u00fcstung und Verelendung in den Deutschen Grafschaften und F\u00fcrstent\u00fcmern stiegen auch die Preise. Nach dem westf\u00e4lischen Frieden von 1648 fielen die Ertr\u00e4ge wieder, aber die auf den Bauern und niederen St\u00e4nden lastenden Abgaben blieben gleich, was zusehends die Lebensbedingungen der Bauernschaft verschlechterte.<\/p>\n<h2>Erster und zweiter Bauernbund<\/h2> <p>Insbesondere die Abwertung der Berner, Solothurner und Freiburger Handm\u00fcnzen im Dezember, war der z\u00fcndende Funke am Pulverfass. Am 9.1.1653 sprach eine Delegation der Entlebucher Talschaft beim Rat der Stadt Luzern vor und bat um die Kompensation der Abwertungsverluste oder die R\u00fccknahme der Abwertung. Die eigentlichen Verantwortlichen, die R\u00e4te von Bern, Solothurn und Freiburg, weigerten sich aber strickt, \u00abfremden Untertanen\u00bb eine Entsch\u00e4digung f\u00fcr die Abwertung der, auch ausserhalb der drei St\u00e4dte stark verbreiten, W\u00e4hrung zuzugestehen. Tausende von Bauern trafen sich daher zu einer zu Landsgemeinde in Huttwil (BE). Dort beschlossen die Rebellen, die Durchsetzung ihrer Forderungen mit einem Zins- und Zehntenstreik zu erzwingen. Kurze Zeit sp\u00e4ter schlossen sich die \u00fcbrigen Luzerner \u00c4mter und Landvogteien der Rebellion an, und am 26.2. schlossen sie sich in in Wolhusen zu einem zweiten und gr\u00f6sseren Bund aller Luzerner Untertanen zusammen. Damit sah sich die Luzerner Obrigkeit ausser Stande, den Aufstand aus eigener Kraft niederzuschlagen und baten andere katholische St\u00e4dte um Hilfe und Vermittlung. Sehr schnell griff die Rebellion auch auf das Herrschaftsgebiet von Bern, Aarau, Solothurn und Basel \u00fcber. Wie vorher Luzern sah auch Bern sich gezwungen in den protestantischen St\u00e4dten um Hilfe zu bitten.<\/p>\n<h2>Teilerfolge durch Verhandlungen<\/h2> <p>Zun\u00e4chst waren die die Ergebnisse der eidgen\u00f6ssischen Vermittlungsversuche f\u00fcr die Luzerner und Berner Untertanen recht erfolgreich. Vor allem im wirtschaftlichen Bereich wurden den Bauern Konzessionen gemacht. Die politischen Forderungen der Rebellen, wie das Recht auf eigene politische Landsgemeinden und Versammlungen lehnte die Obrigkeit aber kategorisch ab. Ebenso wie eine institutionale Teilhabe an der obrigkeitlichen Gesetzgebung. Die politischen Forderungen der Bauern und niederen St\u00e4nde hatte aber mittlerweile einen massiv h\u00f6heren Stellenwert. Statt einer Beruhigung endeten die Verhandlungen in einer weiteren Eskalation des Konflikts.<\/p>\n<h2>Der dritte revolution\u00e4re Bauernbund<\/h2> <p>Vertreter der Untertanen von Luzern, Bern, Solothurn und Basel hielten in Huttwil eine weitere Landsgemeinde ab und schlossen sich zum den dritten \u00abMuttwiler Bauernbund\u00bb. In der Hoffnung, dass sich auch die \u00fcbrigen eidgen\u00f6ssischen Landschaften dem Bund anschliessen w\u00fcrden, griffen die mittlerweile radikalisierten Bauern zu den Waffen und planten nicht weniger als eine umfassende politische Revolution. Dass Vertreter des Bauernbunds bei inneren Konflikten gleichberechtigt neben den herrschaftlichen Gesandten der einzelnen Orte vermitteln und den im Konflikt engagierten Untertanen unter Umst\u00e4nden gegen ihre Obrigkeit auch milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung anbieten sollten, beinhaltete eine grundlegende und radikale Ver\u00e4nderung der etablierten Herrschafts- und Machtverh\u00e4ltnisse, die in vorangegangen europ\u00e4ischen Bauernerhebungen nie zur Debatte standen. Ein Erfolg des Muttwiler Bundes h\u00e4tte das politische Gewicht der unterdr\u00fcckten Landbev\u00f6lkerung in ganz Europa in bis dahin beispiellosen Ausmass verst\u00e4rkt. Die Bauern stellten nicht weniger als die Machtfragte und forderten einen umfassenden politischen Systemwechsel. Nicht nur das l\u00f6ste bei der Obrigkeit blankes Entsetzen aus. Dank dem konfessions\u00fcbergreifenden, weitr\u00e4umigen Zusammenschluss des Muttwiler Bundes standen den Untertanen betr\u00e4chtliche Waffenarsenale und \u2013 dank der Reisl\u00e4uferei \u2013 ein milit\u00e4risches Know-how zur Verf\u00fcgung, dass der Bauernschaft bei fr\u00fcheren Aufst\u00e4nden fehlte.<\/p>\n<h2>Blockade von Bern und Luzern<\/h2>\n<p>Im Mai r\u00fcsteten sich beide Seiten f\u00fcr die entscheidende Auseinandersetzung. Die Untertanen griffen am 21. und 23. Mai zu den Waffen und blockierten die Lebensmittelzufur von Bern und Luzern. Allerdings erf\u00fcllte sich die Hoffnung des Bauernbundes nicht, dass sich auch die anderen Landschaften dem Aufstand anschlossen. In Z\u00fcrich besammelte sich ein \u00abTagsatzungsheer\u00bb und aus der treu gebliebenen Waadt marschierte ein zweites berntreues Heer an.<\/p> <p>Die Aufst\u00e4ndischen gaben teilweise nach. Am 29.5. unterzeichnete der Bauernf\u00fchrer Niklaus Leuenberger einen Separatfrieden und Kompromiss mit seiner Obrigkeit (Vertrag vom Murifeld). W\u00e4hrend die Untertanen auf ihre politischen Forderungen verzichteten, best\u00e4tigte die Berner Regierung im Gegenzug zahlreiche Konzessionen. Wenige Tage sp\u00e4ter folgten die Anf\u00fchrer des zweiten Bauernheeres, das sich dem Z\u00fcrcher Tagsatzungsheer bei Mellingen entgegenstellt hatte, diesem Beispiel und unterzeichneten im Juni den Mellinger Friedensvertrag.<\/p>\n<h2>Frieden und Verrat durch die Obrigkeit<\/h2>\n<p>Doch kaum hatten sich die Rebellentruppen entsprechend der Vereinbarungen entwaffnet und aufgel\u00f6st, viel ihnen die Berner Obrigkeit hinterh\u00e4ltig in den R\u00fccken. Sie erkl\u00e4rte den Murifeldvertrag f\u00fcr gegenstandslos und hetzte ihre Truppen auf die mittlerweile wehrlosen Bauern und f\u00fchrten einen brutalen Rachefeldzug gegen die eigenen Untertanen.<\/p> <p>Die anderen vom Bauernkrieg betroffenen St\u00e4dte, vor allem die Luzerner Regierung gingen nicht so weit, den Friedensvertrag zu annullieren. Aber auch sie f\u00fchrten, entgegen der Abmachung, harte Strafmassnahmen\u00a0 durch. Etliche der Rebellen wurden hingerichtet, als Galeerensklaven oder S\u00f6ldner verkauft oder verbannt.<\/p>\n<h2>Erfolg trotz Niederlage<\/h2> <p>Obwohl der Bauernkrieg im Wesentlichen zu einer Niederlage f\u00fchrte, forcierte er doch erste Reformversuchen des eidgen\u00f6ssischen B\u00fcndnissystems. Wichtiger waren aber die langfristigen Folgen. Der, auch nach der grossen Niederlage weiter gef\u00fchrte, ausdauernde Kampf der Schweizer Untertanen f\u00fcr politische Partizipation und gegen Zentralisierung und Totalisierung der obrigkeitlichen Macht war mit ein gewichtiger Grund daf\u00fcr, dass die st\u00e4dtischen Obrigkeiten ihre Pl\u00e4ne zum Ausbau einer totalit\u00e4ren Herrschaft nicht weiter vorantreiben konnten. Dadurch ebneten die Bauern und Landarbeiter der Schweiz lang vor der franz\u00f6sischen Revolution, Napoleon und der 1848er Revolution ein betr\u00e4chtliches St\u00fcck des Weges zur modernen demokratischen Eidgenossenschaft.<\/p>","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3896","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3896"}],"version-history":[{"count":40,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3896\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11432,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3896\/revisions\/11432"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/9667"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3896"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3896"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3896"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}