{"id":6471,"date":"2013-03-11T11:40:00","date_gmt":"2013-03-11T10:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/?p=6471"},"modified":"2022-09-29T00:54:48","modified_gmt":"2022-09-28T22:54:48","slug":"wachstum-braucht-geld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/gesellschaft\/wirtschaft\/wachstum-braucht-geld\/","title":{"rendered":"Wachstum braucht Geld, Energie und Imagination"},"content":{"rendered":"<!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-6471\" data-postid=\"6471\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-6471 themify_builder tf_clear\">\n    \t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"TOC\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_yt4q889 tb_first tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_hevx945 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_z6si909  repeat \" data-lazy=\"1\">\n    <h3 class=\"module-title\">Inhaltsverzeichnis<\/h3>    <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <p><a href=\"#paragraph1\">Einleitung<\/a><br \/><a href=\"#paragraph2\">Abzweigung in die Sackgasse<\/a><br \/><a href=\"#paragraph3\">Sowohl weiter zur\u00fcck wie weiter vorw\u00e4rts<\/a><br \/><a href=\"#paragraph4\">Schrumpfung des nat\u00fcrlichen Lebensraums<\/a><br \/><a href=\"#paragraph5\">Fazit dieser Feststellungen<\/a><br \/><a href=\"#paragraph6\">Grundlegende Einsicht<\/a><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"paragraph1\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_0vzr509 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_6uc6866 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_2tde805   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>Einleitung<\/h2>\n<p>Die \u00d6konomische Theorie braucht einen Paradigmenwechsel, um die Chancen und Gefahren des Wirtschaftswachstums zu erfassen. Ohne Geld, Energie und Imagination ist die Dynamik des Wachstums nicht zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Unsere moderne Wirtschaft ist auf Wachstum angelegt. Wachstum ist zur Generallinie der wirtschaftlichen Entwicklung geworden. Dieser Tatsache steht die erstaunliche Unf\u00e4higkeit der herrschenden \u00f6konomischen Lehre gegen\u00fcber, das Ph\u00e4nomen des Wachstums mit seinen Chancen und Gefahren im Gesamtzusammenhang der Wirtschaft zu erkl\u00e4ren. Der Grund ist die andauernde Vorherrschaft des neoklassischen Modells, das auf Annahmen wie \u201eallgemeines Gleichgewicht\u201c, \u201eoptimale Allokation der Produktionsfaktoren\u201c und \u201evollkommene Konkurrenz\u201c aufbaut. Dieses Modell ist statischer Natur und kann daher die drei wesentlichen Faktoren nicht wahrnehmen, die die Dynamik und damit das Wachstum der Wirtschaft verursachen: Geld, Energie und Imagination.<\/p>\n<p>Das neoklassische Modell nimmt das Geld nicht wahr, weil es den Markt als multilateralen (Natural-)Tausch zwischen Einzelwirtschaften deutet, die \u2013 wie Bauernh\u00f6fe \u2013 sowohl produzieren als auch konsumieren, also sich zur Hauptsache selbst versorgen, und nur allf\u00e4llige \u00dcbersch\u00fcsse gegenseitig austauschen. In einer (Natural-)Tauschwirtschaft ben\u00f6tigt man kein Geld. Das Modell ist daher ein sogenanntes Realmodell, in dem nur die realen Tauschpreise Angebot und Nachfrage regulieren und so f\u00fcr das Zustandekommen des allgemeinen Gleichgewichts eine Bedeutung haben.<\/p>\n<p>Unter dem Tauschpreis ist die Menge eines Gutes zu verstehen, die f\u00fcr eine Einheit eines anderen Gutes beziehungsweise eines Standardgutes getauscht wird. Wohl wird das Realmodell durch die sogenannte Quantit\u00e4tstheorie des Geldes erg\u00e4nzt, in der die Tauschpreise in Geldpreise umgerechnet erscheinen. Um die Logik des Realmodells nicht zu st\u00f6ren, d\u00fcrfen aber die Quantit\u00e4t des Geldes und die Ver\u00e4nderung seiner Quantit\u00e4t keine Rolle spielen f\u00fcr die Tauschpreise und f\u00fcr die Menge der G\u00fcter, die ausgetauscht werden. Eine Steigerung der Geldmenge kann daher im Prinzip nur zu einer Steigerung des Preisniveaus f\u00fchren. Das Geld ist somit im Modell eine neutrale Gr\u00f6\u00dfe, die f\u00fcr das reale Geschehen (zumindest langfristig) keine Bedeutung hat.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"paragraph2\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_urvu667 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_uj1t885 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_q1b2638   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>Abzweigung in die Sackgasse<\/h2>\n<p>Das neoklassische Modell nimmt ferner die Energie nicht wahr, weil es auf einer (makro\u00f6konomischen) Produktionsfunktion aufbaut, in der als Produktionsfaktoren nur Arbeit und (Real-)Kapital vorkommen: Arbeit als Ausdruck des Flei\u00dfes, Kapital als Resultat des Sparens. Der Einsatz von Arbeit und Kapital ist im Modell begrenzt und knapp: der Einsatz von Arbeit, weil der Arbeitstag begrenzt ist; und der Einsatz von Kapital, weil die Sparneigung begrenzt ist. Diese Begrenzung ist modellnotwendig, weil das allgemeine Gleichgewicht auf der Vorstellung beruht, dass begrenzte Kapazit\u00e4ten vorgegeben sind, die durch das Spiel von Angebot und Nachfrage unter der Voraussetzung der vollkommenen Konkurrenz optimal genutzt werden. Man spricht von der optimalen Allokation der Produktionsfaktoren. Der Einbezug der Energie, die fortlaufend aus der Natur gewonnen wird und eine st\u00e4ndige Erweiterung der Produktionskapazit\u00e4t erm\u00f6glicht, w\u00fcrde das Konzept der optimalen Allokation der Produktionsfaktoren au\u00dfer Kraft setzen und so das Modell sprengen. Die Energie bleibt daher vom Modell ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Das neoklassische Modell nimmt auch die menschliche Imagination nicht wahr, weil es auf der Annahme beruht, dass die Anzahl der Produkte und die Produktionsprozesse vorgegeben sind und sich immer gleich bleiben. Nur unter diesen Umst\u00e4nden ist ein vollkommener Wettbewerb vorstellbar, dessen Vollkommenheit darin besteht, dass er zu einem allgemeinen und endg\u00fcltigen Gleichgewicht f\u00fchrt. Dieses l\u00e4sst, wenn es einmal erreicht ist, nur Prozesse zu, die sich wiederholen. Die menschliche Vorstellungskraft, die st\u00e4ndig neue Produkte und neue Produktionsverfahren erfindet und damit den Wettbewerb st\u00e4ndig intensiviert, ist mit einer solchen \u201eVollkommenheit\u201c nicht vereinbar. Die Imagination muss daher, ebenso wie die Energie, vor den Toren des Modells stehenbleiben.<\/p>\n<p>Das neoklassische Modell wurde vor 150 Jahren von L\u00e9on Walras (1834-1910) entworfen und vor 100 Jahren von John Bates Clark (1847-1938) in die f\u00fcr die Lehrbuch\u00f6konomie ma\u00dfgebende Form gebracht. Es ist wegen seiner formalen Logik und seiner inneren Geschlossenheit und des ihm zugrundeliegenden Harmonie-Gedankens sehr attraktiv. Doch hat es kaum etwas mit der Wirklichkeit zu tun. Es hat vielmehr \u2013 wir kommen um diese Erkenntnis nicht herum \u2013 die \u00d6konomie in eine Sackgasse gef\u00fchrt. Wenn wir aus ihr herausfinden wollen, bleibt nichts anderes \u00fcbrig als der R\u00fcckzug. Denn der einzige Ausweg aus einer Sackgasse ist der R\u00fcckzug. Dieser muss mindestens bis zu dem Ort erfolgen, der vor der Abzweigung in die Sackgasse liegt.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"paragraph3\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_vqj6089 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner direction_rtl col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_vb22505 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_a2pz586   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>Sowohl weiter zur\u00fcck wie weiter vorw\u00e4rts<\/h2>\n<p>Dieser Ort ist die klassische Theorie von <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftswissen\/finanzkrise-der-realismus-des-adam-smith-1624647.html\">Adam Smith<\/a> (1723-1790), David Ricardo (1772-1823) und anderen, welche die Dynamik des Marktprozesses in seiner zeitlichen Dimension deutlich erkannt hatten. Man muss allerdings noch weiterschreiten, sowohl weiter zur\u00fcck wie weiter vorw\u00e4rts: Weiter zur\u00fcck zu den Physiokraten des 18. Jahrhundert, die die Bedeutung der Natur in das Zentrum der \u00f6konomischen Theorie gestellt haben, und zu den Merkantilisten des 17. und 18. Jahrhunderts, die die Bedeutung des Geldes hervorhoben. Von da an muss man allerdings \u2013 sozusagen an der neoklassischen Theorie vorbei \u2013 auch weiter vorw\u00e4rtsschreiten, insbesondere zu den Lehren von <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftswissen\/ein-crashkurs-keynes-fuer-anfaenger-1590559.html\">John Maynard Keynes<\/a> (1884-1945), der einen neuen Zugang zum Geld gefunden hat, zu <a class=\"broken_link\" href=\"http:\/\/faz-community.faz.net\/blogs\/fazit\/archive\/2012\/02\/24\/alte-meister-2-von-der-rastlosigkeit-des-kapitalismus-zum-100-geburtstag-von-joseph-schumpeters-theorie-der-wirtschaftlichen-entwicklung.aspx\">Joseph Schumpeter<\/a> (1883-1950) und zu Friedrich A. von Hayek (1899-1992), die in verschiedener Weise die antreibende Kraft des Wettbewerbs betont haben, und zu Hermann Daly (geboren 1938), der als Begr\u00fcnder der \u201e\u00f6kologischen \u00d6konomie\u201c die Natur wieder in die Erkl\u00e4rung des wirtschaftlichen Geschehens einbezogen hat.<\/p>\n<p>Folgt man dieser Linie, wird es m\u00f6glich, die grundlegende Dynamik der modernen Wirtschaft zu erfassen. Es geht um folgende Feststellungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Markt unterscheidet sich fundamental vom (Natural-)Tausch zwischen Einzelwirtschaften, die sich vor allem selbst versorgen. Er beruht im Gegensatz dazu auf der monet\u00e4ren Interaktion von Unternehmungen, die sich auf die Produktion konzentrieren, und von Haushalten, die Arbeitskraft anbieten, konsumieren und sparen. Die Verlagerung der Produktion in die Unternehmungen hat Kr\u00e4fte freigesetzt f\u00fcr die allm\u00e4hliche Entwicklung einer umfassenden Arbeitsteilung mit einem sich stets erneuernden Wettbewerb, der sich im (Natural-)Tausch nicht entfalten kann.<\/li>\n<li>Die Unternehmungen sind juristische Gebilde, die (Geld-)Kapital im Sinne eines Geldvorschusses ben\u00f6tigen. Denn sie m\u00fcssen Produktionsleistungen von den Haushalten und anderen Unternehmungen kaufen, bevor sich ihre Produktion durch den Verkauf der Produkte, die mit ihrer Hilfe hergestellt werden, bezahlt gemacht hat. Anders ausgedr\u00fcckt: Die Unternehmungen ben\u00f6tigen Kapital, das hei\u00dft einen Geldvorschuss, weil die Produktion Zeit braucht und die Produkte typischerweise erst verkauft werden k\u00f6nnen, wenn sie produziert worden sind. Die Zukunft ist aber immer unsicher. Somit ist mit dem Einsatz des Kapitals stets ein Risiko verbunden. Als Ausgleich f\u00fcr das Risiko muss die Unternehmung einen Gewinn erwarten k\u00f6nnen, der das Verlustrisiko mindestens kompensiert. Andernfalls g\u00e4be es keine Unternehmungen und damit auch keine umfassende Arbeitsteilung.<\/li>\n<li>Das Geld ist ein integraler Bestandteil der modernen Wirtschaft. Die Wirkungsweise des Geldes hat sich verst\u00e4rkt durch die <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftswissen\/geldschoepfung-wie-kommt-geld-in-die-welt-11637825.html\">Geldsch\u00f6pfung im doppelstufigen Bankensystem<\/a>, das Zentralbank und Gesch\u00e4ftsbanken umfasst. Sie beinhaltet die Papiergeldsch\u00f6pfung der Zentralbanken und die Buchgeldsch\u00f6pfung der Gesch\u00e4ftsbanken. Das Buchgeld \u2013 es handelt sich um die Sichtguthaben bei den Gesch\u00e4ftsbanken \u2013 kann in Papiergeld eingel\u00f6st werden, aber das Papiergeld \u2013 es handelt sich um die Banknoten der Zentralbank \u2013 nicht mehr in Gold. Wenn die Zentralbanken mit den Gesch\u00e4ftsbanken kooperieren, das hei\u00dft ihnen nach Bedarf gen\u00fcgend Zentralbankgeld bei niedrigen Zins ausleihen, kann daher die Geldmenge insgesamt erweitert werden, ohne dass die Erweiterung an Grenzen st\u00f6\u00dft, die fr\u00fcher durch die beschr\u00e4nkten Goldvorr\u00e4te gegeben waren. Dies macht es den Gesch\u00e4ftsbanken m\u00f6glich, \u00fcber die ihnen von den Nichtbanken zur Verf\u00fcgung gestellten Ersparnisse hinaus den Unternehmen stets neue Kredite zu geben und so stets weitere Investitionen und damit die Ausweitung der realen Produktion mit steigenden Gewinnen zu finanzieren. Die Erh\u00f6hung der Geldmenge hat somit normalerweise einen aktiven Einfluss auf das Wachstum des realen Sozialprodukts. Geld ist nicht neutral.<\/li>\n<li>Neben der Arbeit ist ein weiterer immer wichtiger werdender Produktionsfaktor die Energie, welche die Maschinen antreibt und chemische Prozesse in Gang setzt. Sie erg\u00e4nzt und ersetzt die Arbeit und verursacht dadurch eine enorme Steigerung der Produktivit\u00e4t sowohl in der Industrie wie in der Landwirtschaft. Mit Hilfe der Energie k\u00f6nnen auch immer neue Rohstofflager ausgebeutet und somit die Zufl\u00fcsse von Rohstoffen aus der Natur stets fortgesetzt und weiter gesteigert werden. Die Energie ist damit die Grundlage des wirtschaftlichen Wachstums.<\/li>\n<li>Die menschliche Imagination weckt immer neue Bed\u00fcrfnisse und erfindet immer neue Produkte, die diese Bed\u00fcrfnisse befriedigen; und sie entdeckt neue Produktionsverfahren, welche die Kosten senken. Sie ist zu einem eigenst\u00e4ndigen Produktionsfaktor geworden. Sie unterst\u00fctzt das Wachstum des Sozialprodukts, indem sie zum einen den Bedarfshorizont erweitert und damit zus\u00e4tzliche Nachfrage schafft, zum anderen das Angebot auf der Basis neuer technischer Verfahren ausweitet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Wettbewerb f\u00fchrt in der modernen Wirtschaft, das ist die Konsequenz dieser Feststellungen, nicht zu einem allgemeinen statischen Gleichgewicht und zu einer sogenannten optimalen Allokation knapper Ressourcen auf der Basis des vollkommenen Wettbewerbs, also nicht zu einem Zustand, in dem der Wirtschaftsprozess nur noch eine Bewegung im Kreislauf ist, der sich st\u00e4ndig wiederholt. Vielmehr bewirkt der Wettbewerb, wenn er sich voll entfalten kann, eine st\u00e4ndige Tendenz zur Ver\u00e4nderung und zum Wachstum. Der Wirtschaftsprozess ist dann nicht (mehr) als Kreislauf zu verstehen, bei dem die Einkommen der Haushalte, die sie von den Unternehmungen erhalten, gleich den Ausgaben der Haushalte zur Bezahlung der G\u00fcter sind, die sie von den Unternehmungen beziehen. Vielmehr wachsen im Laufe der Zeit die Einkommen der Haushalte und die Gewinne der Unternehmungen aufgrund der durch die Geldsch\u00f6pfung mitfinanzierten Investitionen sowie aufgrund des Zustroms von steigenden Leistungen der Natur, insbesondere der Energie, unter Mitwirkung der menschlichen Imagination. Auf diese Weise weitet sich der Kreislauf in der historischen Zeit zu einer nach oben offenen Wachstumsspirale aus.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"paragraph4\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_ojym057 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner direction_rtl col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_os1m000 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_fexv993   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>Schrumpfung des nat\u00fcrlichen Lebensraums<\/h2>\n<p>Die Voraussetzung f\u00fcr das Funktionieren des Wachstumsprozesses ist, dass sich ihm keine Hindernisse entgegenstellen. Dies ist nicht garantiert. Es wird vielmehr durch Kollateralsch\u00e4den gef\u00e4hrdet, die immer akuter werden, je st\u00e4rker sich die Dynamik des Wachstums entwickelt.<\/p>\n<p>Im Vordergrund steht die Gefahr von Finanz- und Wirtschaftskrisen. Sie sind in erster Linie die Folge einer \u00fcbertriebenen Geldsch\u00f6pfung, die nicht der Finanzierung realer Produktionszuw\u00e4chse dient, sondern zum spekulativen Kauf von Verm\u00f6genswerten (wie Aktien, Grundst\u00fccke) in der Erwartung, dass deren Preise gerade wegen der st\u00e4ndigen Geldvermehrung immer weiter steigen werden. Wenn die erwartete k\u00fcnftige Preissteigerung h\u00f6her ist als der Zins, nimmt man auch Kredite auf, um Verm\u00f6genswerte zu kaufen und sich so ohne M\u00fche bereichern zu k\u00f6nnen. Die Spekulation ist aber dadurch gef\u00e4hrdet, dass die Zinsen steigen k\u00f6nnen. Dies tritt dann ein, wenn die Zentralbanken gerade wegen der durch die spekulativen Kredite aufgebl\u00e4hten Geldmenge eine inflation\u00e4re Entwicklung bef\u00fcrchten und \u2013 um Inflation zu verhindern \u2013 die Zinsen erh\u00f6hen. Steigen die Zinsen zu hoch, um die spekulativen Kredite zu rechtfertigen, kommt es zur Finanz- und Wirtschaftskrise. Um dieser zu begegnen, sehen sich die Regierungen gen\u00f6tigt, einzuspringen und sich dazu bei den Zentralbanken zu verschulden. Diese k\u00f6nnen dank der M\u00f6glichkeit zur Geldsch\u00f6pfung im Prinzip fortlaufend zus\u00e4tzliches Geld geben. Dann droht aber wieder Inflation.<\/p>\n<p>Zudem kann sich die Wachstumstendenz nur durchsetzen, wenn gen\u00fcgend nat\u00fcrliche Ressourcen vorhanden sind, aus denen die Energie und die Rohstoffe gewonnen werden. Mehr und mehr wird aber das Wirtschaftswachstum mit der langfristigen Knappheit der Natur sowohl auf der Ressourcen- wie auf der Abfall- und Emissionsseite konfrontiert, denn die Welt und damit die Natur ist nicht unendlich gro\u00df. Ihre Nutzung kann daher nicht beliebig ausgedehnt werden. Die absehbare Verknappung, vor allem von Energie, bestimmten Rohstoffen und Nahrungsmitteln, f\u00fchrt zu einer spekulativen Steigerung der Ressourcenpreise schon bevor eine endg\u00fcltige Knappheit erreicht ist. Dadurch erh\u00f6ht sich die Gefahr einer inflation\u00e4ren Entwicklung auch von der Angebotsseite her, zus\u00e4tzlich zur Inflationsgefahr, die wegen der \u00fcberbordenden Geldsch\u00f6pfung von der Nachfrageseite her ausgel\u00f6st wird. Gleichzeitig nehmen die \u00f6kologischen Sch\u00e4den zu, die durch die steigende Menge der Abf\u00e4lle und Emissionen und die Schrumpfung des nat\u00fcrlichen Lebensraums verursacht werden.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_09zv599 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_ckmo919 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_rh7x051   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #333333;\"><em>\u00ab To farm, or not to farm \u00bb<\/em><\/span><\/h2>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"paragraph5\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_1w8d799 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_6f9b299 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_6iqe092   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>Das Fazit dieser Feststellungen<\/h2>\n<p>Die Gef\u00e4hrdung und die Gef\u00e4hrlichkeit des Wachstums wird zus\u00e4tzlich dadurch verst\u00e4rkt, dass sich die menschliche Imagination \u2013 trotz vieler Appelle zu einem Umdenken \u2013 de facto immer mehr in eine Richtung entwickelt, die zu einer Verst\u00e4rkung der Krisentendenz an den Finanzm\u00e4rkten und zu einer weiteren Ausbeutung der nat\u00fcrlichen Ressourcenvorr\u00e4te f\u00fchrt. Dies geschieht durch die Erfindung immer neuer Finanz-\u201eProdukte\u201c, die einen spekulativen Charakter haben und die Volatilit\u00e4t und Labilit\u00e4t des wirtschaftlichen Prozesses erh\u00f6hen, sowie durch die Erfindung von Kunstprodukten aller Art, welche den Bedarfshorizont st\u00e4ndig erweitert und in der Folge eine zus\u00e4tzliche Intensivierung des Energie-, Rohstoff- und Landschaftsverbrauchs notwendig macht.<\/p>\n<p>Was ist das Fazit dieser Feststellungen? Wir m\u00fcssen uns zur Erkenntnis durchringen, dass es, um die Chancen und die Gefahren des wirtschaftlichen Wachstums erfassen zu k\u00f6nnen, einer tiefgreifenden Korrektur der \u00f6konomischen Theorie bedarf. Es geht um einen Paradigmenwechsel, wie ihn Thomas Kuhn in seinem Buch \u201eThe Standard of Scientific Revolution\u201c (1962) beschrieben hat: ein altes Paradigma wird verdr\u00e4ngt, weil dadurch empirische Unvertr\u00e4glichkeiten ausger\u00e4umt und wesentliche Sachverhalte genauer erfasst oder auch erst durchschaubar werden.<\/p>\n<p>Ein solcher Wechsel hat sich schon angebahnt durch den Einbezug psychologischer und soziologischer Elemente in die \u00f6konomische Theorie, insbesondere durch die Erkenntnis, dass der rational denkende, nur auf den Eigennutz bedachte \u201ehomo oeconomicus\u201c nicht Alleinherrschender im Feld der \u00d6konomie ist. Entsprechend wurde das neoklassische Modell schon durch Einbezug weiterer Motivationen f\u00fcr das \u00f6konomische Handeln in entscheidender Hinsicht erg\u00e4nzt. Dazu liegen einschl\u00e4gige Beitr\u00e4ge insbesondere im Bereich von \u201eBehavioral Economics\u201c und \u201eSystem Dynamics\u201c vor. Erg\u00e4nzungen gen\u00fcgen aber nicht. Das neoklassische Modell selbst muss revidiert werden.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"paragraph6\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_x6t215 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_8ii016 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_3d2g560   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2>Grundlegende Einsicht<\/h2>\n<p>Es geht nicht mehr darum, die optimale Nutzung beschr\u00e4nkter Ressourcen in einem allgemeinen Gleichgewicht zu erkl\u00e4ren, wie es uns die neoklassische Theorie weismachen will, sondern vielmehr darum, aufzuzeigen, wie diese Beschr\u00e4nkungen im historischen Zeitverlauf tendenziell beiseitegeschoben werden und sich so die f\u00fcr die heutige Wirtschaft ma\u00dfgebende Dynamik entwickelt.<\/p>\n<p>Um dies zu erm\u00f6glichen, m\u00fcssen die obengenannten Ph\u00e4nomene, die f\u00fcr diese Dynamik verantwortlich sind, ins Zentrum der \u00f6konomischen Theorie ger\u00fcckt werden: die sich st\u00e4ndig erweiternde Geldsch\u00f6pfung, der Ersatz und die Erg\u00e4nzung von Arbeit durch Energie, die immer neu aus der Natur gewonnen wird, und die nie versiegende Imagination. Dazu muss der Wirtschaftsprozess in seiner zeitlich-dynamischen Dimension erfasst werden. Das wesentlich Element dieses Prozesses ist seine Tendenz zur Selbstverst\u00e4rkung: Jedes Ergebnis dieses Prozesses enth\u00e4lt immer schon wieder den Antrieb f\u00fcr das Fortschreiten des Prozesses zur n\u00e4chsten Stufe. Diese Einsicht ist grundlegend f\u00fcr die Erkl\u00e4rung des wirtschaftlichen Wachstums.<\/p>\n<p>Nur durch entsprechende Neuorientierung wird die \u00f6konomische Theorie in die Lage versetzt, die Chancen und Gefahren des wirtschaftlichen Wachstums ad\u00e4quat wahrzunehmen und Reformen, die allenfalls notwendig werden, stichhaltig zu begr\u00fcnden und ihnen so den Weg zu ebnen.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t<\/div>\n<!--\/themify_builder_content-->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieso das neoklassische Wirtschaftsmodell dringend revidiert werden muss.<br \/>\nProf. H.C.Binswanger, 2013<\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":7085,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[65],"tags":[],"class_list":["post-6471","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-wirtschaft","has-post-title","has-post-date","has-post-category","has-post-tag","has-post-comment","has-post-author",""],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v23.8 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Wachstum braucht Geld, Energie und Imagination - Agrarinfo<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Wieso das neoklassische Wirtschaftsmodell dringend revidiert werden muss. 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Ohne Geld, Energie und Imagination ist die Dynamik des Wachstums nicht zu erkl\u00e4ren.<\/p> <p>Unsere moderne Wirtschaft ist auf Wachstum angelegt. Wachstum ist zur Generallinie der wirtschaftlichen Entwicklung geworden. Dieser Tatsache steht die erstaunliche Unf\u00e4higkeit der herrschenden \u00f6konomischen Lehre gegen\u00fcber, das Ph\u00e4nomen des Wachstums mit seinen Chancen und Gefahren im Gesamtzusammenhang der Wirtschaft zu erkl\u00e4ren. Der Grund ist die andauernde Vorherrschaft des neoklassischen Modells, das auf Annahmen wie \u201eallgemeines Gleichgewicht\u201c, \u201eoptimale Allokation der Produktionsfaktoren\u201c und \u201evollkommene Konkurrenz\u201c aufbaut. Dieses Modell ist statischer Natur und kann daher die drei wesentlichen Faktoren nicht wahrnehmen, die die Dynamik und damit das Wachstum der Wirtschaft verursachen: Geld, Energie und Imagination.<\/p> <p>Das neoklassische Modell nimmt das Geld nicht wahr, weil es den Markt als multilateralen (Natural-)Tausch zwischen Einzelwirtschaften deutet, die \u2013 wie Bauernh\u00f6fe \u2013 sowohl produzieren als auch konsumieren, also sich zur Hauptsache selbst versorgen, und nur allf\u00e4llige \u00dcbersch\u00fcsse gegenseitig austauschen. In einer (Natural-)Tauschwirtschaft ben\u00f6tigt man kein Geld. Das Modell ist daher ein sogenanntes Realmodell, in dem nur die realen Tauschpreise Angebot und Nachfrage regulieren und so f\u00fcr das Zustandekommen des allgemeinen Gleichgewichts eine Bedeutung haben.<\/p> <p>Unter dem Tauschpreis ist die Menge eines Gutes zu verstehen, die f\u00fcr eine Einheit eines anderen Gutes beziehungsweise eines Standardgutes getauscht wird. Wohl wird das Realmodell durch die sogenannte Quantit\u00e4tstheorie des Geldes erg\u00e4nzt, in der die Tauschpreise in Geldpreise umgerechnet erscheinen. Um die Logik des Realmodells nicht zu st\u00f6ren, d\u00fcrfen aber die Quantit\u00e4t des Geldes und die Ver\u00e4nderung seiner Quantit\u00e4t keine Rolle spielen f\u00fcr die Tauschpreise und f\u00fcr die Menge der G\u00fcter, die ausgetauscht werden. Eine Steigerung der Geldmenge kann daher im Prinzip nur zu einer Steigerung des Preisniveaus f\u00fchren. Das Geld ist somit im Modell eine neutrale Gr\u00f6\u00dfe, die f\u00fcr das reale Geschehen (zumindest langfristig) keine Bedeutung hat.<\/p>\n<h2>Abzweigung in die Sackgasse<\/h2> <p>Das neoklassische Modell nimmt ferner die Energie nicht wahr, weil es auf einer (makro\u00f6konomischen) Produktionsfunktion aufbaut, in der als Produktionsfaktoren nur Arbeit und (Real-)Kapital vorkommen: Arbeit als Ausdruck des Flei\u00dfes, Kapital als Resultat des Sparens. Der Einsatz von Arbeit und Kapital ist im Modell begrenzt und knapp: der Einsatz von Arbeit, weil der Arbeitstag begrenzt ist; und der Einsatz von Kapital, weil die Sparneigung begrenzt ist. Diese Begrenzung ist modellnotwendig, weil das allgemeine Gleichgewicht auf der Vorstellung beruht, dass begrenzte Kapazit\u00e4ten vorgegeben sind, die durch das Spiel von Angebot und Nachfrage unter der Voraussetzung der vollkommenen Konkurrenz optimal genutzt werden. Man spricht von der optimalen Allokation der Produktionsfaktoren. Der Einbezug der Energie, die fortlaufend aus der Natur gewonnen wird und eine st\u00e4ndige Erweiterung der Produktionskapazit\u00e4t erm\u00f6glicht, w\u00fcrde das Konzept der optimalen Allokation der Produktionsfaktoren au\u00dfer Kraft setzen und so das Modell sprengen. Die Energie bleibt daher vom Modell ausgeschlossen.<\/p> <p>Das neoklassische Modell nimmt auch die menschliche Imagination nicht wahr, weil es auf der Annahme beruht, dass die Anzahl der Produkte und die Produktionsprozesse vorgegeben sind und sich immer gleich bleiben. Nur unter diesen Umst\u00e4nden ist ein vollkommener Wettbewerb vorstellbar, dessen Vollkommenheit darin besteht, dass er zu einem allgemeinen und endg\u00fcltigen Gleichgewicht f\u00fchrt. Dieses l\u00e4sst, wenn es einmal erreicht ist, nur Prozesse zu, die sich wiederholen. Die menschliche Vorstellungskraft, die st\u00e4ndig neue Produkte und neue Produktionsverfahren erfindet und damit den Wettbewerb st\u00e4ndig intensiviert, ist mit einer solchen \u201eVollkommenheit\u201c nicht vereinbar. Die Imagination muss daher, ebenso wie die Energie, vor den Toren des Modells stehenbleiben.<\/p> <p>Das neoklassische Modell wurde vor 150 Jahren von L\u00e9on Walras (1834-1910) entworfen und vor 100 Jahren von John Bates Clark (1847-1938) in die f\u00fcr die Lehrbuch\u00f6konomie ma\u00dfgebende Form gebracht. Es ist wegen seiner formalen Logik und seiner inneren Geschlossenheit und des ihm zugrundeliegenden Harmonie-Gedankens sehr attraktiv. Doch hat es kaum etwas mit der Wirklichkeit zu tun. Es hat vielmehr \u2013 wir kommen um diese Erkenntnis nicht herum \u2013 die \u00d6konomie in eine Sackgasse gef\u00fchrt. Wenn wir aus ihr herausfinden wollen, bleibt nichts anderes \u00fcbrig als der R\u00fcckzug. Denn der einzige Ausweg aus einer Sackgasse ist der R\u00fcckzug. Dieser muss mindestens bis zu dem Ort erfolgen, der vor der Abzweigung in die Sackgasse liegt.<\/p>\n<h2>Sowohl weiter zur\u00fcck wie weiter vorw\u00e4rts<\/h2> <p>Dieser Ort ist die klassische Theorie von <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftswissen\/finanzkrise-der-realismus-des-adam-smith-1624647.html\">Adam Smith<\/a> (1723-1790), David Ricardo (1772-1823) und anderen, welche die Dynamik des Marktprozesses in seiner zeitlichen Dimension deutlich erkannt hatten. Man muss allerdings noch weiterschreiten, sowohl weiter zur\u00fcck wie weiter vorw\u00e4rts: Weiter zur\u00fcck zu den Physiokraten des 18. Jahrhundert, die die Bedeutung der Natur in das Zentrum der \u00f6konomischen Theorie gestellt haben, und zu den Merkantilisten des 17. und 18. Jahrhunderts, die die Bedeutung des Geldes hervorhoben. Von da an muss man allerdings \u2013 sozusagen an der neoklassischen Theorie vorbei \u2013 auch weiter vorw\u00e4rtsschreiten, insbesondere zu den Lehren von <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftswissen\/ein-crashkurs-keynes-fuer-anfaenger-1590559.html\">John Maynard Keynes<\/a> (1884-1945), der einen neuen Zugang zum Geld gefunden hat, zu <a href=\"http:\/\/faz-community.faz.net\/blogs\/fazit\/archive\/2012\/02\/24\/alte-meister-2-von-der-rastlosigkeit-des-kapitalismus-zum-100-geburtstag-von-joseph-schumpeters-theorie-der-wirtschaftlichen-entwicklung.aspx\">Joseph Schumpeter<\/a> (1883-1950) und zu Friedrich A. von Hayek (1899-1992), die in verschiedener Weise die antreibende Kraft des Wettbewerbs betont haben, und zu Hermann Daly (geboren 1938), der als Begr\u00fcnder der \u201e\u00f6kologischen \u00d6konomie\u201c die Natur wieder in die Erkl\u00e4rung des wirtschaftlichen Geschehens einbezogen hat.<\/p> <p>Folgt man dieser Linie, wird es m\u00f6glich, die grundlegende Dynamik der modernen Wirtschaft zu erfassen. Es geht um folgende Feststellungen:<\/p> <ul> <li>Der Markt unterscheidet sich fundamental vom (Natural-)Tausch zwischen Einzelwirtschaften, die sich vor allem selbst versorgen. Er beruht im Gegensatz dazu auf der monet\u00e4ren Interaktion von Unternehmungen, die sich auf die Produktion konzentrieren, und von Haushalten, die Arbeitskraft anbieten, konsumieren und sparen. Die Verlagerung der Produktion in die Unternehmungen hat Kr\u00e4fte freigesetzt f\u00fcr die allm\u00e4hliche Entwicklung einer umfassenden Arbeitsteilung mit einem sich stets erneuernden Wettbewerb, der sich im (Natural-)Tausch nicht entfalten kann.<\/li> <li>Die Unternehmungen sind juristische Gebilde, die (Geld-)Kapital im Sinne eines Geldvorschusses ben\u00f6tigen. Denn sie m\u00fcssen Produktionsleistungen von den Haushalten und anderen Unternehmungen kaufen, bevor sich ihre Produktion durch den Verkauf der Produkte, die mit ihrer Hilfe hergestellt werden, bezahlt gemacht hat. Anders ausgedr\u00fcckt: Die Unternehmungen ben\u00f6tigen Kapital, das hei\u00dft einen Geldvorschuss, weil die Produktion Zeit braucht und die Produkte typischerweise erst verkauft werden k\u00f6nnen, wenn sie produziert worden sind. Die Zukunft ist aber immer unsicher. Somit ist mit dem Einsatz des Kapitals stets ein Risiko verbunden. Als Ausgleich f\u00fcr das Risiko muss die Unternehmung einen Gewinn erwarten k\u00f6nnen, der das Verlustrisiko mindestens kompensiert. Andernfalls g\u00e4be es keine Unternehmungen und damit auch keine umfassende Arbeitsteilung.<\/li> <li>Das Geld ist ein integraler Bestandteil der modernen Wirtschaft. Die Wirkungsweise des Geldes hat sich verst\u00e4rkt durch die <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/wirtschaftswissen\/geldschoepfung-wie-kommt-geld-in-die-welt-11637825.html\">Geldsch\u00f6pfung im doppelstufigen Bankensystem<\/a>, das Zentralbank und Gesch\u00e4ftsbanken umfasst. Sie beinhaltet die Papiergeldsch\u00f6pfung der Zentralbanken und die Buchgeldsch\u00f6pfung der Gesch\u00e4ftsbanken. Das Buchgeld \u2013 es handelt sich um die Sichtguthaben bei den Gesch\u00e4ftsbanken \u2013 kann in Papiergeld eingel\u00f6st werden, aber das Papiergeld \u2013 es handelt sich um die Banknoten der Zentralbank \u2013 nicht mehr in Gold. Wenn die Zentralbanken mit den Gesch\u00e4ftsbanken kooperieren, das hei\u00dft ihnen nach Bedarf gen\u00fcgend Zentralbankgeld bei niedrigen Zins ausleihen, kann daher die Geldmenge insgesamt erweitert werden, ohne dass die Erweiterung an Grenzen st\u00f6\u00dft, die fr\u00fcher durch die beschr\u00e4nkten Goldvorr\u00e4te gegeben waren. Dies macht es den Gesch\u00e4ftsbanken m\u00f6glich, \u00fcber die ihnen von den Nichtbanken zur Verf\u00fcgung gestellten Ersparnisse hinaus den Unternehmen stets neue Kredite zu geben und so stets weitere Investitionen und damit die Ausweitung der realen Produktion mit steigenden Gewinnen zu finanzieren. Die Erh\u00f6hung der Geldmenge hat somit normalerweise einen aktiven Einfluss auf das Wachstum des realen Sozialprodukts. Geld ist nicht neutral.<\/li> <li>Neben der Arbeit ist ein weiterer immer wichtiger werdender Produktionsfaktor die Energie, welche die Maschinen antreibt und chemische Prozesse in Gang setzt. Sie erg\u00e4nzt und ersetzt die Arbeit und verursacht dadurch eine enorme Steigerung der Produktivit\u00e4t sowohl in der Industrie wie in der Landwirtschaft. Mit Hilfe der Energie k\u00f6nnen auch immer neue Rohstofflager ausgebeutet und somit die Zufl\u00fcsse von Rohstoffen aus der Natur stets fortgesetzt und weiter gesteigert werden. Die Energie ist damit die Grundlage des wirtschaftlichen Wachstums.<\/li> <li>Die menschliche Imagination weckt immer neue Bed\u00fcrfnisse und erfindet immer neue Produkte, die diese Bed\u00fcrfnisse befriedigen; und sie entdeckt neue Produktionsverfahren, welche die Kosten senken. Sie ist zu einem eigenst\u00e4ndigen Produktionsfaktor geworden. Sie unterst\u00fctzt das Wachstum des Sozialprodukts, indem sie zum einen den Bedarfshorizont erweitert und damit zus\u00e4tzliche Nachfrage schafft, zum anderen das Angebot auf der Basis neuer technischer Verfahren ausweitet.<\/li> <\/ul> <p>Der Wettbewerb f\u00fchrt in der modernen Wirtschaft, das ist die Konsequenz dieser Feststellungen, nicht zu einem allgemeinen statischen Gleichgewicht und zu einer sogenannten optimalen Allokation knapper Ressourcen auf der Basis des vollkommenen Wettbewerbs, also nicht zu einem Zustand, in dem der Wirtschaftsprozess nur noch eine Bewegung im Kreislauf ist, der sich st\u00e4ndig wiederholt. Vielmehr bewirkt der Wettbewerb, wenn er sich voll entfalten kann, eine st\u00e4ndige Tendenz zur Ver\u00e4nderung und zum Wachstum. Der Wirtschaftsprozess ist dann nicht (mehr) als Kreislauf zu verstehen, bei dem die Einkommen der Haushalte, die sie von den Unternehmungen erhalten, gleich den Ausgaben der Haushalte zur Bezahlung der G\u00fcter sind, die sie von den Unternehmungen beziehen. Vielmehr wachsen im Laufe der Zeit die Einkommen der Haushalte und die Gewinne der Unternehmungen aufgrund der durch die Geldsch\u00f6pfung mitfinanzierten Investitionen sowie aufgrund des Zustroms von steigenden Leistungen der Natur, insbesondere der Energie, unter Mitwirkung der menschlichen Imagination. Auf diese Weise weitet sich der Kreislauf in der historischen Zeit zu einer nach oben offenen Wachstumsspirale aus.<\/p>\n<h2>Schrumpfung des nat\u00fcrlichen Lebensraums<\/h2> <p>Die Voraussetzung f\u00fcr das Funktionieren des Wachstumsprozesses ist, dass sich ihm keine Hindernisse entgegenstellen. Dies ist nicht garantiert. Es wird vielmehr durch Kollateralsch\u00e4den gef\u00e4hrdet, die immer akuter werden, je st\u00e4rker sich die Dynamik des Wachstums entwickelt.<\/p> <p>Im Vordergrund steht die Gefahr von Finanz- und Wirtschaftskrisen. Sie sind in erster Linie die Folge einer \u00fcbertriebenen Geldsch\u00f6pfung, die nicht der Finanzierung realer Produktionszuw\u00e4chse dient, sondern zum spekulativen Kauf von Verm\u00f6genswerten (wie Aktien, Grundst\u00fccke) in der Erwartung, dass deren Preise gerade wegen der st\u00e4ndigen Geldvermehrung immer weiter steigen werden. Wenn die erwartete k\u00fcnftige Preissteigerung h\u00f6her ist als der Zins, nimmt man auch Kredite auf, um Verm\u00f6genswerte zu kaufen und sich so ohne M\u00fche bereichern zu k\u00f6nnen. Die Spekulation ist aber dadurch gef\u00e4hrdet, dass die Zinsen steigen k\u00f6nnen. Dies tritt dann ein, wenn die Zentralbanken gerade wegen der durch die spekulativen Kredite aufgebl\u00e4hten Geldmenge eine inflation\u00e4re Entwicklung bef\u00fcrchten und \u2013 um Inflation zu verhindern \u2013 die Zinsen erh\u00f6hen. Steigen die Zinsen zu hoch, um die spekulativen Kredite zu rechtfertigen, kommt es zur Finanz- und Wirtschaftskrise. Um dieser zu begegnen, sehen sich die Regierungen gen\u00f6tigt, einzuspringen und sich dazu bei den Zentralbanken zu verschulden. Diese k\u00f6nnen dank der M\u00f6glichkeit zur Geldsch\u00f6pfung im Prinzip fortlaufend zus\u00e4tzliches Geld geben. Dann droht aber wieder Inflation.<\/p> <p>Zudem kann sich die Wachstumstendenz nur durchsetzen, wenn gen\u00fcgend nat\u00fcrliche Ressourcen vorhanden sind, aus denen die Energie und die Rohstoffe gewonnen werden. Mehr und mehr wird aber das Wirtschaftswachstum mit der langfristigen Knappheit der Natur sowohl auf der Ressourcen- wie auf der Abfall- und Emissionsseite konfrontiert, denn die Welt und damit die Natur ist nicht unendlich gro\u00df. Ihre Nutzung kann daher nicht beliebig ausgedehnt werden. Die absehbare Verknappung, vor allem von Energie, bestimmten Rohstoffen und Nahrungsmitteln, f\u00fchrt zu einer spekulativen Steigerung der Ressourcenpreise schon bevor eine endg\u00fcltige Knappheit erreicht ist. Dadurch erh\u00f6ht sich die Gefahr einer inflation\u00e4ren Entwicklung auch von der Angebotsseite her, zus\u00e4tzlich zur Inflationsgefahr, die wegen der \u00fcberbordenden Geldsch\u00f6pfung von der Nachfrageseite her ausgel\u00f6st wird. Gleichzeitig nehmen die \u00f6kologischen Sch\u00e4den zu, die durch die steigende Menge der Abf\u00e4lle und Emissionen und die Schrumpfung des nat\u00fcrlichen Lebensraums verursacht werden.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><em>\u00ab To farm, or not to farm \u00bb<\/em><\/h2>\n<h2>Das Fazit dieser Feststellungen<\/h2> <p>Die Gef\u00e4hrdung und die Gef\u00e4hrlichkeit des Wachstums wird zus\u00e4tzlich dadurch verst\u00e4rkt, dass sich die menschliche Imagination \u2013 trotz vieler Appelle zu einem Umdenken \u2013 de facto immer mehr in eine Richtung entwickelt, die zu einer Verst\u00e4rkung der Krisentendenz an den Finanzm\u00e4rkten und zu einer weiteren Ausbeutung der nat\u00fcrlichen Ressourcenvorr\u00e4te f\u00fchrt. Dies geschieht durch die Erfindung immer neuer Finanz-\u201eProdukte\u201c, die einen spekulativen Charakter haben und die Volatilit\u00e4t und Labilit\u00e4t des wirtschaftlichen Prozesses erh\u00f6hen, sowie durch die Erfindung von Kunstprodukten aller Art, welche den Bedarfshorizont st\u00e4ndig erweitert und in der Folge eine zus\u00e4tzliche Intensivierung des Energie-, Rohstoff- und Landschaftsverbrauchs notwendig macht.<\/p> <p>Was ist das Fazit dieser Feststellungen? Wir m\u00fcssen uns zur Erkenntnis durchringen, dass es, um die Chancen und die Gefahren des wirtschaftlichen Wachstums erfassen zu k\u00f6nnen, einer tiefgreifenden Korrektur der \u00f6konomischen Theorie bedarf. Es geht um einen Paradigmenwechsel, wie ihn Thomas Kuhn in seinem Buch \u201eThe Standard of Scientific Revolution\u201c (1962) beschrieben hat: ein altes Paradigma wird verdr\u00e4ngt, weil dadurch empirische Unvertr\u00e4glichkeiten ausger\u00e4umt und wesentliche Sachverhalte genauer erfasst oder auch erst durchschaubar werden.<\/p> <p>Ein solcher Wechsel hat sich schon angebahnt durch den Einbezug psychologischer und soziologischer Elemente in die \u00f6konomische Theorie, insbesondere durch die Erkenntnis, dass der rational denkende, nur auf den Eigennutz bedachte \u201ehomo oeconomicus\u201c nicht Alleinherrschender im Feld der \u00d6konomie ist. Entsprechend wurde das neoklassische Modell schon durch Einbezug weiterer Motivationen f\u00fcr das \u00f6konomische Handeln in entscheidender Hinsicht erg\u00e4nzt. Dazu liegen einschl\u00e4gige Beitr\u00e4ge insbesondere im Bereich von \u201eBehavioral Economics\u201c und \u201eSystem Dynamics\u201c vor. Erg\u00e4nzungen gen\u00fcgen aber nicht. Das neoklassische Modell selbst muss revidiert werden.<\/p>\n<h2>Grundlegende Einsicht<\/h2> <p>Es geht nicht mehr darum, die optimale Nutzung beschr\u00e4nkter Ressourcen in einem allgemeinen Gleichgewicht zu erkl\u00e4ren, wie es uns die neoklassische Theorie weismachen will, sondern vielmehr darum, aufzuzeigen, wie diese Beschr\u00e4nkungen im historischen Zeitverlauf tendenziell beiseitegeschoben werden und sich so die f\u00fcr die heutige Wirtschaft ma\u00dfgebende Dynamik entwickelt.<\/p> <p>Um dies zu erm\u00f6glichen, m\u00fcssen die obengenannten Ph\u00e4nomene, die f\u00fcr diese Dynamik verantwortlich sind, ins Zentrum der \u00f6konomischen Theorie ger\u00fcckt werden: die sich st\u00e4ndig erweiternde Geldsch\u00f6pfung, der Ersatz und die Erg\u00e4nzung von Arbeit durch Energie, die immer neu aus der Natur gewonnen wird, und die nie versiegende Imagination. Dazu muss der Wirtschaftsprozess in seiner zeitlich-dynamischen Dimension erfasst werden. Das wesentlich Element dieses Prozesses ist seine Tendenz zur Selbstverst\u00e4rkung: Jedes Ergebnis dieses Prozesses enth\u00e4lt immer schon wieder den Antrieb f\u00fcr das Fortschreiten des Prozesses zur n\u00e4chsten Stufe. Diese Einsicht ist grundlegend f\u00fcr die Erkl\u00e4rung des wirtschaftlichen Wachstums.<\/p> <p>Nur durch entsprechende Neuorientierung wird die \u00f6konomische Theorie in die Lage versetzt, die Chancen und Gefahren des wirtschaftlichen Wachstums ad\u00e4quat wahrzunehmen und Reformen, die allenfalls notwendig werden, stichhaltig zu begr\u00fcnden und ihnen so den Weg zu ebnen.<\/p>","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6471","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6471"}],"version-history":[{"count":19,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6471\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7083,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6471\/revisions\/7083"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7085"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6471"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6471"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6471"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}