{"id":7861,"date":"2022-06-23T16:04:59","date_gmt":"2022-06-23T14:04:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/?p=7861"},"modified":"2022-08-12T21:26:41","modified_gmt":"2022-08-12T19:26:41","slug":"landwirtschaft-und-globalisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/landwirtschaft\/landwirtschaft-und-globalisierung\/","title":{"rendered":"Landwirtschaft und Globalisierung"},"content":{"rendered":"<!--themify_builder_content-->\n<div id=\"themify_builder_content-7861\" data-postid=\"7861\" class=\"themify_builder_content themify_builder_content-7861 themify_builder tf_clear\">\n    \t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_yha9215 tb_first tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_fdcc216 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_10n4225   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <p>Folgender Text, inklusive die Zahlen, basiert auf dem\u00a0<a href=\"http:\/\/vimeo.com\/108467242\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Vortrag\u00a0<\/a>von Prof.emeriert Marcel Mazoyer vom 8. November 2014 am Graduate Institute, Genf.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"TOC\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_n5d4340 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_37a4351 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_u3jn352  repeat \" data-lazy=\"1\">\n    <h3 class=\"module-title\">Inhaltsverzeichnis<\/h3>    <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <p><a href=\"#paragraph1\">Weshalb leidet ein Viertel der Menschheit unter Hunger und Unterern\u00e4hrung?<\/a><br \/><a href=\"#paragraph2\">Revolution\u00e4re Produktivit\u00e4tssteigerung<\/a><br \/><a href=\"#paragraph3\">Industriekonzerne vs. Familienbetriebe<\/a><br \/><a href=\"#paragraph4\">Lebensmittelspekulationen \u2013 der Zyklus von Angebot und Nachfrage<\/a><br \/><a href=\"#links\">Links<\/a><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"paragraph1\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_e3nc340 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_de1u354 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_ddu3355   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2><b>Weshalb leidet ein Viertel der Menschheit unter Hunger und Unterern\u00e4hrung?<\/b><\/h2><p>Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr liegen nicht in mangelnder Technologie oder unzureichender Produktion \u2013 Prof. Mazoyer zeigte auf, dass die Ressourcen vorhanden sind, aber dass Politik und Wirtschaft hinterfragt werden m\u00fcssen. Anhand von reellen Zahlen zeigte er m\u00f6gliche L\u00f6sungen auf.<\/p><p>Wenn heute schon jeder vierte Mensch hungert, wie soll die Weltbev\u00f6lkerung 2050 ern\u00e4hrt werden k\u00f6nnen?\u00a0 35 Jahre ist eine zu lange Zeitspanne um seri\u00f6se Voraussagen machen zu k\u00f6nnen. In Bezug auf das Bev\u00f6lkerungswachstum kann man nur Hypothesen anstellen. Diese belaufen sich auf eine Zahl zwischen 8 und 10 Milliarden Menschen.\u00a0<b>K\u00f6nnen wir 10 Milliarden ern\u00e4hren?<\/b><\/p><p>Die Zukunft ist ungewiss. Aber sie wird einfacher sein, wenn wir die heutigen Probleme schon heute l\u00f6sen.\u00a0<b>Die Zust\u00e4nde sind bereits heute dramatisch: <\/b><\/p><p><b><\/b>3 von den 7 Milliarden heute auf der Erde lebenden Menschen haben keine\u00a0<b>Ern\u00e4hrungssicherheit<\/b>,<b>\u00a0<\/b>2 Milliarden sind\u00a0unterern\u00e4hrt und durch Mikron\u00e4hrstoffmangel beeintr\u00e4chtigt, 842\u2018000\u2018000 davon\u00a0chronisch.\u00a0Sie nehmen w\u00e4hrend einem Grossteil des Jahres weniger als 2\u2018150 Kalorien pro Tag zu sich, also zu wenig Energie. Wenn man normalerweise 3500 Kalorien pro Tag zu sich nimmt und dann nur noch 2500, dann stirbt man nicht. Aber wenn man normalerweise nur 2100 Kalorien zu sich nimmt und dann \u00fcber l\u00e4ngere Zeit 200-300 weniger, droht man zu verhungern. Laut FAO verhungern 9 Millionen Menschen j\u00e4hrlich. Das sind mehr als dem Holocaust zum Opfer fielen. Ein Genozid also, wenn auch ohne identifizierbare Verantwortliche.<\/p><p>80% der hungernden Menschen leben auf dem Land; 70% sind Bauern. Es gibt 200 Millionen landlose Bauern. Wenn der Hunger in der Stadt sichtbar wird, spricht man dar\u00fcber und internationale Hilfe kommt in den St\u00e4dten relativ schnell an. Aber es n\u00fctzt nichts, die St\u00e4dte zu ern\u00e4hren, der gr\u00f6sste Hunger ist auf dem Land.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"paragraph2\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_01uc341 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_csmc358 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_khke359   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2><b>Revolution\u00e4re Produktivit\u00e4tssteigerung<\/b><\/h2><p>Seit dem zweiten Weltkrieg hat sich die Bev\u00f6lkerung verdreifacht. Die Nahrungsmittelproduktion konnte um das 3.25fache gesteigert werden (laut FAO u.a.). Auch wenn das nicht dazu gef\u00fchrt hat, dass die schlecht ern\u00e4hrten jetzt gut ern\u00e4hrt sind, so konnten doch mehr Menschen ern\u00e4hrt werden und die Ern\u00e4hrung wurde vielseitiger.\u00a0Die in Europa von der Politik gef\u00f6rderte\u00a0<b>Agrarrevolution<\/b>\u00a0mit Motorisierung, Mechanisierung und Chemisierung war erfolgreich: 20-25 Jahre sp\u00e4ter war die Armut quasi ausgetilgt, die Arbeitslosigkeit praktisch gleich null.\u00a0 Aber was im 20. Jahrhundert funktioniert hat einfach bis 2050 hochzurechnen ist unrealistisch: Die Produktivit\u00e4tssteigerung war nicht gleichm\u00e4ssig verteilt und entsch\u00e4rfte das Problem des Hungers auf der Welt nicht:<\/p><ul><li aria-level=\"1\">75% der Produktionssteigerung ist auf h\u00f6here \u201eAusbeute\u201c zur\u00fcckzuf\u00fchren \u2013 ergiebigere Kulturen und Agro-Chemie.<\/li><li aria-level=\"1\">10% ist auf die intensivere Bewirtschaftung zur\u00fcckzuf\u00fchren, d.h. Anzahl Ernten pro Fl\u00e4che.<\/li><li aria-level=\"1\">Die bewirtschaftete Fl\u00e4che hat nur um 15% zugenommen.<\/li><\/ul><p>Diese Agrarrevolution wurde auch in die Entwicklungsl\u00e4nder durchgef\u00fchrt:\u00a0\u00a0<b>Die Gr\u00fcne Revolution\u00a0<\/b>brachte eine gewaltige Produktionssteigerung, die einen ebenso eindr\u00fccklichen Preiszerfall nach sich zog. Unz\u00e4hlige Kleinbauern verloren dadurch ihre Existenzgrundlage; sie fanden nicht wie bei uns in einer wachsenden Industrie einen neuen Platz.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_mwfs342 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_ea28367 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_83tb368   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2 style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #333333;\"><em>\u00ab 80% der hungernden Menschen leben auf dem Land;<br \/>70% sind Bauern. \u00bb<\/em><\/span><\/h2>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"paragraph3\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_o4kw341 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner direction_rtl col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_p65s362 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_5pq0363   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2><b>Industriekonzerne vs. Familienbetriebe<\/b><\/h2><p>Eine politische Liberalisierung setzte der Gr\u00fcnen Revolution ein Ende, bedeutete aber auch die Liberalisierung des internationalen Handels.\u00a0 Damit war der Boden vollends vorbereitet f\u00fcr\u00a0<b>Landgrabbing<\/b>: vielversprechende grosse Ernten, produziert auf billige Erde mit billigen Arbeitern, verkauft auf dem internationalen Markt:\u00a0 Seit Mitte der 70er-Jahre machen kapitalistische Industriekonzerne die grossen Gewinne und bestimmen den internationalen Markt.<\/p><p><i>\u201cBonjour les d\u00e9gats\u201d<\/i>\u00a0f\u00fcr alle B\u00e4uerlichen Familienbetriebe, vor allem in den Entwicklungsl\u00e4ndern, die nicht wie die schweizerischen, franz\u00f6sischen oder amerikanischen subventioniert sind: Sie sind technisch und finanziell einer unbezwingbaren Konkurrenz ausgeliefert und verschwinden einer nach dem andern. Statt\u00a0<i>Liberalisierung der Landwirtschaftspolitik<\/i>\u00a0sollte es besser heissen\u00a0<b>Aufgabe der Landwirtschaftspolitik<\/b>.<\/p><p><b>2.8 Milliarden Menschen arbeiten in der Landwirtschaft\u00a0\u2013\u00a0<\/b>zwischen 41\u201342% der Weltbev\u00f6lkerung (<a href=\"https:\/\/www.fao.org\/faostat\">1<\/a>). 28 Mio Traktoren sind weltweit im Einsatz, das heisst nur 2% der Bauern haben einen Traktor, nur\u00a0100\u2018000 davon\u00a0einen mit 400 PS. 5-6 Mio haben eine S\u00e4maschine \/ einen M\u00e4hdrescher, es gibt 400-500\u2019000 Mio Arbeitstiere, aber\u00a0<b>1 Milliarde Bauern \u2013 das sind zwei Drittel! \u2013 arbeiten ohne Tiere und ohne Maschinen, ohne\u00a0kommerzielles Saatgut, ohne\u00a0mineralische D\u00fcnger und Pestizide, nur von Hand<\/b>.<br \/>Die folgenden Zahlen beziehen sich auf Getreide bei einem klimatischen Durchschnitt, aber das Prinzip bleibt f\u00fcr Kulturen Milchproduktion oder Fleisch:<\/p><ul><li aria-level=\"1\">Eine Person kann von Hand einen Hektar pro Jahr bewirtschaften mit dem Ertrag von einer Tonne.<\/li><li aria-level=\"1\">Leichte Arbeitstiere erm\u00f6glichen eine bis 3 mal gr\u00f6ssere Produktivit\u00e4t: 2-3 ha pro Person\u00a0\u00e0 1-2 t, das sind 5-6 t\/Pers.\/Jahr.<\/li><li aria-level=\"1\">Mit Hilfe von schweren Arbeitstieren sind es 5 ha \u00e0 2 t = 10 t\/Pers.\/Jahr.<\/li><li aria-level=\"1\">Mit\u00a0Brabans, S\u00e4maschinen u.\u00e4. ist\u00a0die Bearbeitung von bis zu 10 ha m\u00f6glich.<\/li><li aria-level=\"1\">Mit einem Traktor von 10 PS macht ein Arbeiter 20 ha pro Jahr, mit 400 PS 3-400 ha.<\/li><\/ul><p>Seit 1930\u00a0verdoppelte sich praktisch alle zehn Jahre die Kraft der Traktoren. Mit 15 Pferdest\u00e4rken hatte man begonnen, und heute ist ein Europ\u00e4ischer Bauer mit einem 200-PS-Traktor 2000 mal produktiver: Er schafft 200 ha \u00e0 5-10 Tonnen \u2013 macht also 1000-2000 Tonnen Ertrag pro Arbeiter pro Jahr.\u00a0In Regionen mit sehr grossen Betrieben wie Ostdeutschland, Amerika, Kanada ist man schon bei 400 PS!<\/p><p>Eine handvoll extremmechanisierte Lohnarbeiter stehen also in Konkurrenz mit der Mehrheit der Bauern dieser Welt, 500 Millionen, die auch heute noch ohne Hilfsmittel arbeiten.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"paragraph4\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_3c46342 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner direction_rtl col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_c9ps364 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_9qms365   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <h2><b>Lebensmittelspekulationen \u2013 der Zyklus von Angebot und Nachfrage<\/b><\/h2>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text --><!-- module image -->\n<div  class=\"module module-image tb_l0d3366 rounded  image-top tf_mw\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"image-wrap tf_rel tf_mw\">\n\t\t    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"632\" height=\"200\" src=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/06\/MM_baisse_des_stocks.jpg\" class=\"wp-post-image wp-image-7871\" title=\"MM_baisse_des_stocks\" alt=\"Bestandssenkung\" srcset=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/06\/MM_baisse_des_stocks.jpg 632w, https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/06\/MM_baisse_des_stocks-300x95.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 632px) 100vw, 632px\" \/>\t\n\t\t<\/div>\n\t<!-- \/image-wrap -->\n    \n    \t<\/div>\n<!-- \/module image --><!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_86cn678   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <p>Zur Illustration die\u00a0<b>Preisentwicklung des Weizens<\/b>\u00a0seit 1945: In 60 Jahren, also bis Anfang 2000 fiel der Preis des Weizens von 600 US$ auf ca 100 US$ pro Tonne. Ab 2006 ist er\u00a0wieder gestiegen \u2013 auf heute fast 300 $ (Jahresdurchschnitt). Wie beim vorangehenden Preisanstieg hat sich der Preis verdreifacht (von 200 auf 600 $, jetzt von 300 auf 1100 $).<\/p><p><b>Der Grund f\u00fcr diese Preisanstiege ist vor allem die Lagerknappheit.<\/b>\u00a0Warum\u00a0wurde weniger produziert als konsumiert? Antwort:\u00a0<b>Wer kann so billig produzieren, wenn die Preise sinken?<\/b>\u00a0Nur die konkurrenzf\u00e4higsten Betriebe der Welt \u2013 und das sind 10-15%.\u00a0Alle anderen machen keinen Gewinn mehr und k\u00f6nnen auch keinen Kredit mehr aufnehmen f\u00fcr Investitionen,\u00a0also sinken auch diese, und zwar so sehr, dass auch die Produktion sinkt.<\/p><p><b>Der internationale Markt, die internationalen Darlehen provozieren den Preisanstieg.\u00a0<\/b>Der Internationale Getreidemarkt wird\u00a0von einem halben Dutzend Firmen kontrolliert. Sie\u00a0beobachten die Lager und die absehbaren Ernten. Sind diese knapp und die Erntevoraussagen schlecht, dann kaufen\u00a0sie, um ihre Kunden beliefern zu k\u00f6nnen \u2026 Damit provozierten sie eine Preisverdopplung \u2026 Und wenn sich Preise innert 2\u20134 Wochen verdoppeln, interessieren sich auch Spekulanten und die Preise steigen weiter.<\/p><p>Preiszerfall provoziert Preisanstieg und Preisanstieg provoziert Investitionen \u2013 und wenn die Investitionen weitergehen, sinken die Preise wieder\u00a0und der Zyklus f\u00e4ngt von vorne an. Obwohl der\u00a0internationale Agrarmakt nur 10% betr\u00e4gt und die Ware nur von den\u00a0wenigen\u00a0wettbewerbsf\u00e4higsten Firmen kommt, die ihre Produktionskosten inkl. Gewinn auf unter 100 $ pro Tonne festsetzen, bestimmt er auch die landesinternen Produzentenpreise,\u00a0Einkommen und Investitionsm\u00f6glichkeiten. Mit dem Freihandel ab den 80er Jahren\u00a0(<a href=\"http:\/\/www.admin.ch\/opc\/de\/classified-compilation\/19940094\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2<\/a>) wurden Bauern, die 1-2 t\/Pers.\/Jahr produzieren und ihre Produktion, um zu \u00fcberleben, f\u00fcr 400-500 $ verkaufen m\u00fcssten, in direkte Konkurrenz gestellt mit Industriellen Betrieben, die 2000 t\u00a0pro Mitarbeiter produzieren und f\u00fcr 100 $ verkaufen k\u00f6nnen.\u00a0Das Einkommen dieser Menschen sackt um 90%!\u00a0Das bedeutet, wenn nicht den Tod, so doch Hunger.\u00a0Auch Europ\u00e4ische Bauern k\u00f6nnen da nur\u00a0mithalten, wenn sie subventioniert werden \u2013 und auch dann l\u00e4ngst nicht alle: In Frankreich sind in den letzten zehn Jahren 150\u2018000 Bauernh\u00f6fe verschwunden.<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_subrow themify_builder_sub_row tb_bfhg655 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"subrow_inner col_align_top tb_col_count_2 tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col2-1 tb_fxaj657 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module image -->\n<div  class=\"module module-image tb_wika947   image-top tf_mw\" data-lazy=\"1\">\n        <div class=\"image-wrap tf_rel tf_mw\">\n\t\t    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"244\" src=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/06\/baisse_du_salaire-300x244-1.jpg\" class=\"wp-post-image wp-image-7869\" title=\"Lohnsenkung\" alt=\"Lohnsenkung\">\t\n\t\t<\/div>\n\t<!-- \/image-wrap -->\n    \n    \t<div class=\"image-content\">\n\t    \t\t\t<h3 class=\"image-title\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\tLohnsenkung\t\t\t\t\t\t\t<\/h3>\n\t    \n\t    \t<\/div>\n\t<!-- \/image-content -->\n    \t<\/div>\n<!-- \/module image -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column sub_column col2-1 tb_aus9657 last\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_yt2m399   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <p><b>Die Konsequenzen sind Armut der Bauern, Exodus, Hungerl\u00f6hne.<\/b>\u00a0Dadurch wird die globale Zahlungsf\u00e4higkeit massiv reduziert.\u00a0Drei von sieben Milliarden Menschen \u2013 mehr als ein Drittel der Weltbev\u00f6lkerung! \u2013 leben unter der Armutsgrenze. Sie haben kein Geld, um sich korrekt zu ern\u00e4hren, und noch weniger um Konsumg\u00fcter zu kaufen, Kleider, Wohnung \u2026 Ein Drittel der Weltbev\u00f6lkerung kann nicht konsumieren und kein Wirtschaftswachstum generieren. Eine ung\u00fcnstige Umgebung f\u00fcr Investitionen. Wenn nicht investiert werden kann, dann wird wenigstens spekuliert, zum Beispiel in riskanten Darlehen \u2026<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .subrow_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .themify_builder_sub_row -->\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_bsev922   \" data-lazy=\"1\">\n        <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <p>Um die ganze Welt gut ern\u00e4hren zu k\u00f6nnen, d.h. auch die \u00c4rmsten und Hungernden, m\u00fcsste die Produktion um 30% erh\u00f6ht werden, wurde ausgerechnet. Damit dies auch bei 10 Milliarden der Fall ist, m\u00fcsste die Produktion verdoppelt werden. Und wenn ein Teil der Weltbev\u00f6lkerung ihr aktuelles Ern\u00e4hrungsprofil \u00e4ndern und auf ein Amerikanisches \u00fcbergehen w\u00fcrde, dann m\u00fcsste die Lebensmittelproduktion gar verdreifacht werden. Wenn man dann zus\u00e4tzlich noch Agrarbrennstoffe produzieren will, m\u00fcsste die Produktion vervierfacht werden.<\/p><p>2.4 mal mehr Land als jetzt k\u00f6nnte noch kultiviert werden. Um zukunftsf\u00e4hig zu sein, kann die Produktivit\u00e4t mit klassischer Agrochemie nicht mehr weiter erh\u00f6ht werden \u2013 80% der Pestizide, die vor 20 Jahren benutzt wurden sind heute verboten \u2013 und so wird der maximale Ertrag 10t\/ha kaum \u00fcbersteigen.\u00a0In der H\u00e4lfte der Welt, wo heute\u00a0die Produktivit\u00e4t klein ist, gibt es die M\u00f6glichkeit, diese zu verdoppeln, ohne \u00fcberm\u00e4ssig agro-chemische Hilfsmittel zu nutzen. Das w\u00fcrde erlauben, die weltweite Produktion um 25% zu erh\u00f6hen.\u00a0<b>1.70\u00a0x\u00a01.25 = 2.12.<\/b><\/p><p>Dass sich die Produktion vervierfachen l\u00e4sst, ist also h\u00f6chst unwahrscheinlich. Wird heute nicht mit politischen und wirtschaftlichen Mitteln die Entwicklung in den \u00e4rmeren L\u00e4ndern gef\u00f6rdert und die Kluft verkleinert, wird es daf\u00fcr in 50 Jahren zu sp\u00e4t sein, der Antagonismus zwischen Luxuskonsum und Weltern\u00e4hrung zu gross. Man wird einen Konsumr\u00fcckgang erzwingen m\u00fcssen; das wird nicht freiwillig geschehen. B\u00fcrgerkrieg und Krieg w\u00e4re m\u00f6glich, wenn das Szenario der Malthusianischen Katastrophe (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Malthusianische_Katastrophe\">3<\/a>) wirklich eintritt.<\/p><p><b>Wollen wir wirklich so lange warten?<\/b><\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t\t\t\t\t<!-- module_row -->\n\t\t<div  id=\"links\" data-lazy=\"1\" class=\"module_row themify_builder_row tb_39hi608 tf_w tf_clearfix\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"row_inner col_align_top tb_col_count_1 tf_box tf_rel\">\n\t\t\t\t\t<div  data-lazy=\"1\" class=\"module_column tb-column col-full tb_t2fp609 first\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<div class=\"tb-column-inner tf_box tf_w\">\n\t\t\t\t<!-- module text -->\n<div  class=\"module module-text tb_v1t3129   \" data-lazy=\"1\">\n    <h3 class=\"module-title\">Links<\/h3>    <div  class=\"tb_text_wrap\">\n    <p><b>Links:<\/b><\/p>\n<ul>\n<li aria-level=\"1\"><a href=\"http:\/\/vimeo.com\/108467242\" target=\"new\">Der ganze Vortrag von Prof. Marcel Mazoyer auf vimeo (auf Franz\u00f6sisch) &gt;&gt;&gt;<\/a><\/li>\n<li aria-level=\"1\"><a href=\"https:\/\/www.wfp.org\/ending-hunger\" target=\"new\">Worldfoodprogramme &gt;&gt;&gt;<\/a><\/li>\n<li aria-level=\"1\"><a href=\"http:\/\/www.welthungerhilfe.de\/\" target=\"new\">Welthungerhilfe\u00a0&gt;&gt;&gt;<\/a><\/li>\n<li aria-level=\"1\"><a href=\"http:\/\/quotes.ino.com\/exchanges\/exchange.html?e=CBOT\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">B\u00f6rsenpreise von Mais, Weizen usw.\u00a0&gt;&gt;&gt;<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a0<\/p>    <\/div>\n<\/div>\n<!-- \/module text -->\t\t\t\t<\/div><!-- .tb-column-inner -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .module_column -->\n\t\t\t\t\t\t<\/div><!-- .row_inner -->\n\t\t<\/div><!-- .module_row -->\n\t\t\t\t<\/div>\n<!--\/themify_builder_content-->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Viertel der Menschheit leidet unter Hunger und Unterern\u00e4hrung. 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November 2014 am Graduate Institute, Genf.<\/p>\n<h3>Inhaltsverzeichnis<\/h3> <p><a href=\"#paragraph1\">Weshalb leidet ein Viertel der Menschheit unter Hunger und Unterern\u00e4hrung?<\/a><br \/><a href=\"#paragraph2\">Revolution\u00e4re Produktivit\u00e4tssteigerung<\/a><br \/><a href=\"#paragraph3\">Industriekonzerne vs. Familienbetriebe<\/a><br \/><a href=\"#paragraph4\">Lebensmittelspekulationen \u2013 der Zyklus von Angebot und Nachfrage<\/a><br \/><a href=\"#links\">Links<\/a><\/p>\n<h2><b>Weshalb leidet ein Viertel der Menschheit unter Hunger und Unterern\u00e4hrung?<\/b><\/h2><p>Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr liegen nicht in mangelnder Technologie oder unzureichender Produktion \u2013 Prof. Mazoyer zeigte auf, dass die Ressourcen vorhanden sind, aber dass Politik und Wirtschaft hinterfragt werden m\u00fcssen. Anhand von reellen Zahlen zeigte er m\u00f6gliche L\u00f6sungen auf.<\/p><p>Wenn heute schon jeder vierte Mensch hungert, wie soll die Weltbev\u00f6lkerung 2050 ern\u00e4hrt werden k\u00f6nnen?\u00a0 35 Jahre ist eine zu lange Zeitspanne um seri\u00f6se Voraussagen machen zu k\u00f6nnen. In Bezug auf das Bev\u00f6lkerungswachstum kann man nur Hypothesen anstellen. Diese belaufen sich auf eine Zahl zwischen 8 und 10 Milliarden Menschen.\u00a0<b>K\u00f6nnen wir 10 Milliarden ern\u00e4hren?<\/b><\/p><p>Die Zukunft ist ungewiss. Aber sie wird einfacher sein, wenn wir die heutigen Probleme schon heute l\u00f6sen.\u00a0<b>Die Zust\u00e4nde sind bereits heute dramatisch: <\/b><\/p><p><b><\/b>3 von den 7 Milliarden heute auf der Erde lebenden Menschen haben keine\u00a0<b>Ern\u00e4hrungssicherheit<\/b>,<b>\u00a0<\/b>2 Milliarden sind\u00a0unterern\u00e4hrt und durch Mikron\u00e4hrstoffmangel beeintr\u00e4chtigt, 842\u2018000\u2018000 davon\u00a0chronisch.\u00a0Sie nehmen w\u00e4hrend einem Grossteil des Jahres weniger als 2\u2018150 Kalorien pro Tag zu sich, also zu wenig Energie. Wenn man normalerweise 3500 Kalorien pro Tag zu sich nimmt und dann nur noch 2500, dann stirbt man nicht. Aber wenn man normalerweise nur 2100 Kalorien zu sich nimmt und dann \u00fcber l\u00e4ngere Zeit 200-300 weniger, droht man zu verhungern. Laut FAO verhungern 9 Millionen Menschen j\u00e4hrlich. Das sind mehr als dem Holocaust zum Opfer fielen. Ein Genozid also, wenn auch ohne identifizierbare Verantwortliche.<\/p><p>80% der hungernden Menschen leben auf dem Land; 70% sind Bauern. Es gibt 200 Millionen landlose Bauern. Wenn der Hunger in der Stadt sichtbar wird, spricht man dar\u00fcber und internationale Hilfe kommt in den St\u00e4dten relativ schnell an. Aber es n\u00fctzt nichts, die St\u00e4dte zu ern\u00e4hren, der gr\u00f6sste Hunger ist auf dem Land.<\/p>\n<h2><b>Revolution\u00e4re Produktivit\u00e4tssteigerung<\/b><\/h2><p>Seit dem zweiten Weltkrieg hat sich die Bev\u00f6lkerung verdreifacht. Die Nahrungsmittelproduktion konnte um das 3.25fache gesteigert werden (laut FAO u.a.). Auch wenn das nicht dazu gef\u00fchrt hat, dass die schlecht ern\u00e4hrten jetzt gut ern\u00e4hrt sind, so konnten doch mehr Menschen ern\u00e4hrt werden und die Ern\u00e4hrung wurde vielseitiger.\u00a0Die in Europa von der Politik gef\u00f6rderte\u00a0<b>Agrarrevolution<\/b>\u00a0mit Motorisierung, Mechanisierung und Chemisierung war erfolgreich: 20-25 Jahre sp\u00e4ter war die Armut quasi ausgetilgt, die Arbeitslosigkeit praktisch gleich null.\u00a0 Aber was im 20. Jahrhundert funktioniert hat einfach bis 2050 hochzurechnen ist unrealistisch: Die Produktivit\u00e4tssteigerung war nicht gleichm\u00e4ssig verteilt und entsch\u00e4rfte das Problem des Hungers auf der Welt nicht:<\/p><ul><li aria-level=\"1\">75% der Produktionssteigerung ist auf h\u00f6here \u201eAusbeute\u201c zur\u00fcckzuf\u00fchren \u2013 ergiebigere Kulturen und Agro-Chemie.<\/li><li aria-level=\"1\">10% ist auf die intensivere Bewirtschaftung zur\u00fcckzuf\u00fchren, d.h. Anzahl Ernten pro Fl\u00e4che.<\/li><li aria-level=\"1\">Die bewirtschaftete Fl\u00e4che hat nur um 15% zugenommen.<\/li><\/ul><p>Diese Agrarrevolution wurde auch in die Entwicklungsl\u00e4nder durchgef\u00fchrt:\u00a0\u00a0<b>Die Gr\u00fcne Revolution\u00a0<\/b>brachte eine gewaltige Produktionssteigerung, die einen ebenso eindr\u00fccklichen Preiszerfall nach sich zog. Unz\u00e4hlige Kleinbauern verloren dadurch ihre Existenzgrundlage; sie fanden nicht wie bei uns in einer wachsenden Industrie einen neuen Platz.<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\"><em>\u00ab 80% der hungernden Menschen leben auf dem Land;<br \/>70% sind Bauern. \u00bb<\/em><\/h2>\n<h2><b>Industriekonzerne vs. Familienbetriebe<\/b><\/h2><p>Eine politische Liberalisierung setzte der Gr\u00fcnen Revolution ein Ende, bedeutete aber auch die Liberalisierung des internationalen Handels.\u00a0 Damit war der Boden vollends vorbereitet f\u00fcr\u00a0<b>Landgrabbing<\/b>: vielversprechende grosse Ernten, produziert auf billige Erde mit billigen Arbeitern, verkauft auf dem internationalen Markt:\u00a0 Seit Mitte der 70er-Jahre machen kapitalistische Industriekonzerne die grossen Gewinne und bestimmen den internationalen Markt.<\/p><p><i>\u201cBonjour les d\u00e9gats\u201d<\/i>\u00a0f\u00fcr alle B\u00e4uerlichen Familienbetriebe, vor allem in den Entwicklungsl\u00e4ndern, die nicht wie die schweizerischen, franz\u00f6sischen oder amerikanischen subventioniert sind: Sie sind technisch und finanziell einer unbezwingbaren Konkurrenz ausgeliefert und verschwinden einer nach dem andern. Statt\u00a0<i>Liberalisierung der Landwirtschaftspolitik<\/i>\u00a0sollte es besser heissen\u00a0<b>Aufgabe der Landwirtschaftspolitik<\/b>.<\/p><p><b>2.8 Milliarden Menschen arbeiten in der Landwirtschaft\u00a0\u2013\u00a0<\/b>zwischen 41\u201342% der Weltbev\u00f6lkerung (<a href=\"https:\/\/www.fao.org\/faostat\">1<\/a>). 28 Mio Traktoren sind weltweit im Einsatz, das heisst nur 2% der Bauern haben einen Traktor, nur\u00a0100\u2018000 davon\u00a0einen mit 400 PS. 5-6 Mio haben eine S\u00e4maschine \/ einen M\u00e4hdrescher, es gibt 400-500\u2019000 Mio Arbeitstiere, aber\u00a0<b>1 Milliarde Bauern \u2013 das sind zwei Drittel! \u2013 arbeiten ohne Tiere und ohne Maschinen, ohne\u00a0kommerzielles Saatgut, ohne\u00a0mineralische D\u00fcnger und Pestizide, nur von Hand<\/b>.<br \/>Die folgenden Zahlen beziehen sich auf Getreide bei einem klimatischen Durchschnitt, aber das Prinzip bleibt f\u00fcr Kulturen Milchproduktion oder Fleisch:<\/p><ul><li aria-level=\"1\">Eine Person kann von Hand einen Hektar pro Jahr bewirtschaften mit dem Ertrag von einer Tonne.<\/li><li aria-level=\"1\">Leichte Arbeitstiere erm\u00f6glichen eine bis 3 mal gr\u00f6ssere Produktivit\u00e4t: 2-3 ha pro Person\u00a0\u00e0 1-2 t, das sind 5-6 t\/Pers.\/Jahr.<\/li><li aria-level=\"1\">Mit Hilfe von schweren Arbeitstieren sind es 5 ha \u00e0 2 t = 10 t\/Pers.\/Jahr.<\/li><li aria-level=\"1\">Mit\u00a0Brabans, S\u00e4maschinen u.\u00e4. ist\u00a0die Bearbeitung von bis zu 10 ha m\u00f6glich.<\/li><li aria-level=\"1\">Mit einem Traktor von 10 PS macht ein Arbeiter 20 ha pro Jahr, mit 400 PS 3-400 ha.<\/li><\/ul><p>Seit 1930\u00a0verdoppelte sich praktisch alle zehn Jahre die Kraft der Traktoren. Mit 15 Pferdest\u00e4rken hatte man begonnen, und heute ist ein Europ\u00e4ischer Bauer mit einem 200-PS-Traktor 2000 mal produktiver: Er schafft 200 ha \u00e0 5-10 Tonnen \u2013 macht also 1000-2000 Tonnen Ertrag pro Arbeiter pro Jahr.\u00a0In Regionen mit sehr grossen Betrieben wie Ostdeutschland, Amerika, Kanada ist man schon bei 400 PS!<\/p><p>Eine handvoll extremmechanisierte Lohnarbeiter stehen also in Konkurrenz mit der Mehrheit der Bauern dieser Welt, 500 Millionen, die auch heute noch ohne Hilfsmittel arbeiten.<\/p>\n<h2><b>Lebensmittelspekulationen \u2013 der Zyklus von Angebot und Nachfrage<\/b><\/h2>\n<img src=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/06\/MM_baisse_des_stocks.jpg\" title=\"MM_baisse_des_stocks\" alt=\"Bestandssenkung\" srcset=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/06\/MM_baisse_des_stocks.jpg 632w, https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/06\/MM_baisse_des_stocks-300x95.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 632px) 100vw, 632px\" \/>\n<p>Zur Illustration die\u00a0<b>Preisentwicklung des Weizens<\/b>\u00a0seit 1945: In 60 Jahren, also bis Anfang 2000 fiel der Preis des Weizens von 600 US$ auf ca 100 US$ pro Tonne. Ab 2006 ist er\u00a0wieder gestiegen \u2013 auf heute fast 300 $ (Jahresdurchschnitt). Wie beim vorangehenden Preisanstieg hat sich der Preis verdreifacht (von 200 auf 600 $, jetzt von 300 auf 1100 $).<\/p><p><b>Der Grund f\u00fcr diese Preisanstiege ist vor allem die Lagerknappheit.<\/b>\u00a0Warum\u00a0wurde weniger produziert als konsumiert? Antwort:\u00a0<b>Wer kann so billig produzieren, wenn die Preise sinken?<\/b>\u00a0Nur die konkurrenzf\u00e4higsten Betriebe der Welt \u2013 und das sind 10-15%.\u00a0Alle anderen machen keinen Gewinn mehr und k\u00f6nnen auch keinen Kredit mehr aufnehmen f\u00fcr Investitionen,\u00a0also sinken auch diese, und zwar so sehr, dass auch die Produktion sinkt.<\/p><p><b>Der internationale Markt, die internationalen Darlehen provozieren den Preisanstieg.\u00a0<\/b>Der Internationale Getreidemarkt wird\u00a0von einem halben Dutzend Firmen kontrolliert. Sie\u00a0beobachten die Lager und die absehbaren Ernten. Sind diese knapp und die Erntevoraussagen schlecht, dann kaufen\u00a0sie, um ihre Kunden beliefern zu k\u00f6nnen \u2026 Damit provozierten sie eine Preisverdopplung \u2026 Und wenn sich Preise innert 2\u20134 Wochen verdoppeln, interessieren sich auch Spekulanten und die Preise steigen weiter.<\/p><p>Preiszerfall provoziert Preisanstieg und Preisanstieg provoziert Investitionen \u2013 und wenn die Investitionen weitergehen, sinken die Preise wieder\u00a0und der Zyklus f\u00e4ngt von vorne an. Obwohl der\u00a0internationale Agrarmakt nur 10% betr\u00e4gt und die Ware nur von den\u00a0wenigen\u00a0wettbewerbsf\u00e4higsten Firmen kommt, die ihre Produktionskosten inkl. Gewinn auf unter 100 $ pro Tonne festsetzen, bestimmt er auch die landesinternen Produzentenpreise,\u00a0Einkommen und Investitionsm\u00f6glichkeiten. Mit dem Freihandel ab den 80er Jahren\u00a0(<a href=\"http:\/\/www.admin.ch\/opc\/de\/classified-compilation\/19940094\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2<\/a>) wurden Bauern, die 1-2 t\/Pers.\/Jahr produzieren und ihre Produktion, um zu \u00fcberleben, f\u00fcr 400-500 $ verkaufen m\u00fcssten, in direkte Konkurrenz gestellt mit Industriellen Betrieben, die 2000 t\u00a0pro Mitarbeiter produzieren und f\u00fcr 100 $ verkaufen k\u00f6nnen.\u00a0Das Einkommen dieser Menschen sackt um 90%!\u00a0Das bedeutet, wenn nicht den Tod, so doch Hunger.\u00a0Auch Europ\u00e4ische Bauern k\u00f6nnen da nur\u00a0mithalten, wenn sie subventioniert werden \u2013 und auch dann l\u00e4ngst nicht alle: In Frankreich sind in den letzten zehn Jahren 150\u2018000 Bauernh\u00f6fe verschwunden.<\/p>\n<img src=\"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/06\/baisse_du_salaire-300x244-1.jpg\" title=\"Lohnsenkung\" alt=\"Lohnsenkung\"> <h3> Lohnsenkung <\/h3>\n<p><b>Die Konsequenzen sind Armut der Bauern, Exodus, Hungerl\u00f6hne.<\/b>\u00a0Dadurch wird die globale Zahlungsf\u00e4higkeit massiv reduziert.\u00a0Drei von sieben Milliarden Menschen \u2013 mehr als ein Drittel der Weltbev\u00f6lkerung! \u2013 leben unter der Armutsgrenze. Sie haben kein Geld, um sich korrekt zu ern\u00e4hren, und noch weniger um Konsumg\u00fcter zu kaufen, Kleider, Wohnung \u2026 Ein Drittel der Weltbev\u00f6lkerung kann nicht konsumieren und kein Wirtschaftswachstum generieren. Eine ung\u00fcnstige Umgebung f\u00fcr Investitionen. Wenn nicht investiert werden kann, dann wird wenigstens spekuliert, zum Beispiel in riskanten Darlehen \u2026<\/p>\n<p>Um die ganze Welt gut ern\u00e4hren zu k\u00f6nnen, d.h. auch die \u00c4rmsten und Hungernden, m\u00fcsste die Produktion um 30% erh\u00f6ht werden, wurde ausgerechnet. Damit dies auch bei 10 Milliarden der Fall ist, m\u00fcsste die Produktion verdoppelt werden. Und wenn ein Teil der Weltbev\u00f6lkerung ihr aktuelles Ern\u00e4hrungsprofil \u00e4ndern und auf ein Amerikanisches \u00fcbergehen w\u00fcrde, dann m\u00fcsste die Lebensmittelproduktion gar verdreifacht werden. Wenn man dann zus\u00e4tzlich noch Agrarbrennstoffe produzieren will, m\u00fcsste die Produktion vervierfacht werden.<\/p><p>2.4 mal mehr Land als jetzt k\u00f6nnte noch kultiviert werden. Um zukunftsf\u00e4hig zu sein, kann die Produktivit\u00e4t mit klassischer Agrochemie nicht mehr weiter erh\u00f6ht werden \u2013 80% der Pestizide, die vor 20 Jahren benutzt wurden sind heute verboten \u2013 und so wird der maximale Ertrag 10t\/ha kaum \u00fcbersteigen.\u00a0In der H\u00e4lfte der Welt, wo heute\u00a0die Produktivit\u00e4t klein ist, gibt es die M\u00f6glichkeit, diese zu verdoppeln, ohne \u00fcberm\u00e4ssig agro-chemische Hilfsmittel zu nutzen. Das w\u00fcrde erlauben, die weltweite Produktion um 25% zu erh\u00f6hen.\u00a0<b>1.70\u00a0x\u00a01.25 = 2.12.<\/b><\/p><p>Dass sich die Produktion vervierfachen l\u00e4sst, ist also h\u00f6chst unwahrscheinlich. Wird heute nicht mit politischen und wirtschaftlichen Mitteln die Entwicklung in den \u00e4rmeren L\u00e4ndern gef\u00f6rdert und die Kluft verkleinert, wird es daf\u00fcr in 50 Jahren zu sp\u00e4t sein, der Antagonismus zwischen Luxuskonsum und Weltern\u00e4hrung zu gross. Man wird einen Konsumr\u00fcckgang erzwingen m\u00fcssen; das wird nicht freiwillig geschehen. B\u00fcrgerkrieg und Krieg w\u00e4re m\u00f6glich, wenn das Szenario der Malthusianischen Katastrophe (<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Malthusianische_Katastrophe\">3<\/a>) wirklich eintritt.<\/p><p><b>Wollen wir wirklich so lange warten?<\/b><\/p>\n<h3>Links<\/h3> <p><b>Links:<\/b><\/p> <ul> <li aria-level=\"1\"><a href=\"http:\/\/vimeo.com\/108467242\" target=\"new\">Der ganze Vortrag von Prof. Marcel Mazoyer auf vimeo (auf Franz\u00f6sisch) &gt;&gt;&gt;<\/a><\/li> <li aria-level=\"1\"><a href=\"https:\/\/www.wfp.org\/ending-hunger\" target=\"new\">Worldfoodprogramme &gt;&gt;&gt;<\/a><\/li> <li aria-level=\"1\"><a href=\"http:\/\/www.welthungerhilfe.de\/\" target=\"new\">Welthungerhilfe\u00a0&gt;&gt;&gt;<\/a><\/li> <li aria-level=\"1\"><a href=\"http:\/\/quotes.ino.com\/exchanges\/exchange.html?e=CBOT\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">B\u00f6rsenpreise von Mais, Weizen usw.\u00a0&gt;&gt;&gt;<\/a><\/li> <\/ul> <p>\u00a0<\/p>","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7861","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7861"}],"version-history":[{"count":25,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7861\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7964,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7861\/revisions\/7964"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7886"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7861"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7861"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.agrarinfo.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7861"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}